Bonn – „Monica“-Forscher bei Rhein in Flammen im Einsatz

Mittelrhein-Tageblatt - Deutsches Tageblatt - News - Bonn -Bonn – Im von der Europäischen Union geförderten Forschungsprojekt „Monica“ werden auch in diesem Jahr bei Rhein in Flammen (3. bis 5. Mai 2019) wieder technische Lösungen für Sicherheit, Lärmschutz und Service in der Praxis getestet.

Die Stadt Bonn und das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT in Sankt Augustin werden dabei unter anderem Besucherströme erfassen und Lärmemissionen beobachten. Außerdem werden die Einsatzkräfte geortet, um sie schneller und gezielter zu etwaigen Einsatzstellen lenken zu können. Erstmals gibt es in diesem Jahr zu Rhein in Flammen auch eine App für Android und IOS. Diese bietet viele nützliche Informationen, unter anderem zu Bühnenprogramm, ÖPNV-Anbindung und den Standorten von Erste-Hilfe-Stationen, Toiletten, Zugängen und Getränkeständen.

Verbesserte Personendichtebeobachtung und Besucherzählung

Mit sechs Kameras an zwei Standorten wollen die Projektverantwortlichen die Besucher zählen und die sogenannte Personendichte beobachten. Dafür sind je drei Kameras am sogenannten Brückenmarkt unterhalb der Stadtbahnhaltestelle Rheinaue und am Eingang Herbert-Wehner-Platz installiert. Bei der Messung zählen eigens für das Projekt entwickelte Algorithmen die auf den Kamerabildern dargestellten Menschen. Es kommen bessere Kameras als im Vorjahr zum Einsatz. Da außerdem die eingesetzte Software aufgrund der Praxiserfahrungen im Projekt stetig weiterentwickelt wurde, erwarten die Monica-Forscher eine deutlich höhere Genauigkeit der ermittelten Zahlen. Alle Daten werden unter Beachtung des geltenden Datenschutzrechts wissenschaftlich erhoben, ausgewertet und aufbereitet.

Einsatzkräfte werden per GPS geortet

Ebenfalls wieder erprobt wird die Ortung der Einsatzkräfte auf der Veranstaltungsfläche. Um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Stadtordnungsdienst, Feuerwehr, Polizei, Sicherheits- oder Sanitätsdiensten schneller zu Verletzten oder Streitfällen lenken können, werden ihre jeweiligen Aufenthaltsorte per GPS erfasst und auf einer digitalen Lagekarte dargestellt. Auf Basis dieser Daten können dann diejenigen Kräfte zum Einsatzort geschickt werden, die ihm am nächsten sind.
Soundmonitoring für verbesserten Lärmschutz

Die dritte „Monica“-Maßnahme betrifft den Lärmschutz: Mit insgesamt sechs Mess-Sensoren soll eine so genannte Heatmap entwickelt werden, die die Lärmimmissionen auf der Veranstaltungsfläche auf der digitalen Lagekarte visualisiert. Um den Vergleich zum „Normalzustand“ zu ermöglichen, werden mit zwei Sensoren bereits vor der Veranstaltung Messwerte erhoben. Die Ergebnisse des Soundmonitoring sollen außerdem dazu genutzt werden, die Veranstaltungsfläche Rheinaue insgesamt in Bezug auf Lärmimmissionen zu analysieren und zu optimieren.

Service: App bietet viele wichtige Informationen

Erstmals steuert „Monica“ in diesem Jahr eine Veranstaltungs-App zu Rhein in Flammen bei. Die App ist zwar noch in der Erprobung, liefert aber dennoch eine Menge nützlicher Informationen rund um Rhein in Flammen. So sind unter anderem das komplette Bühnenprogramm und ein Geländeplan abrufbar, in dem die Standorte von Erste-Hilfe-Stationen, Toiletten, Zugängen, Bühnen und Getränkeständen verzeichnet sind. Über eine Verknüpfung mit einer Routing-App kann man sich auch zu allen eingetragenen Elementen navigieren lassen. Außerdem kann man über die App die nächstmögliche ÖPNV-Verbindung recherchieren. Die App soll spätestens am Freitag, 3. Mai, für IOS und Android verfügbar sein und in den entsprechenden App-Stores zum Download angeboten werden.

„Monica“ in Bonn

“Monica” steht für Management Of Networked IoT Wearables – Very Large Scale Demonstration of Cultural Societal Applications. Das Forschungsprojekt unter der Leitung des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik FIT in Sankt Augustin ist 2017 gestartet. Insgesamt sind 29 europäische Partner beteiligt, darunter die sechs Städte Bonn, Kopenhagen, Hamburg, Leeds, Turin und Lyon. Das Projekt erprobt und entwickelt speziell an die Anforderungen ausgewählter Großveranstaltungen in den teilnehmenden Städten angepasste Beschallungstechnik, Sicherheits- und Servicesysteme. In Bonn sind die „Monica“-Forscher seit 2018 sowohl bei Rhein in Flammen als auch bei Pützchens Markt im Einsatz.

„Monica“ wird von der Europäischen Kommission aus dem Wissenschaftsprogramm Horizont 2020 mit rund 15 Millionen Euro gefördert. Die Stadt Bonn erhält 450 000 Euro an Fördermitteln.

Weitere Informationen zu „Monica“: http://www.monica-project.eu/.

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Stadt Bonn