Bonn – Stadt Bonn investiert 7,2 Millionen Euro in Europakolleg

Mittelrhein-Tageblatt - Deutsches Tageblatt - News - Bonn -Bonn – Der barrierefreie Neubau an der Herseler Straße 1 beherbergt eine Mensa und Lackierwerkstatt sowie Klassenräume. OB Ashok Sridharan und Bezirksbürgermeisterin Poppe-Reiners weihen das Gebäude feierlich ein.

„Es gibt nur eines, was auf Dauer teurer ist als Bildung: keine Bildung“, zitierte Oberbürgermeister Sridharan in seinem Grußwort zur Einweihung des Neubaus am Heinrich-Hertz-Europakolleg (HHEK) den ehemaligen amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy. „Insgesamt wurden hier 7,2 Millionen Euro verbaut – im Zeit- und Kostenrahmen. Das ist gut investiertes Geld“, so der OB. Denn es komme der Bildung unserer Kinder und Jugendlichen zugute. Gemeinsam mit der Bonner Bezirksbürgermeisterin Brigitta Poppe-Reiners sowie Gästen aus Verwaltung, Politik und Schulgemeinde des HHEK weihte Sridharan am Montag, 30. September 2019, den Neubau an der Herseler Straße 1 ein.

Ein moderner zweistöckiger Bau gehört nun zum Ensemble der Schulgebäude. In den vergangenen zwei Jahren baute das Städtische Gebäudemanagement den Neubau mit Mensa und Klassenräumen als Ersatz für das schadstoffbelastete Gebäude A.  Der OB dankte den Entscheidungsträgern sowie allen am Bau Beteiligten, wie Verwaltung, Architekten und Fachingenieuren.

OB: Schulen sind auch Orte des Lebens in sozialer Verantwortung

„Wir investieren nachhaltig in Bildung, weil Schulen nicht nur Orte des Lernens, sondern auch in besonderer Weise Orte des Lebens in sozialer Verantwortung sind“, so der OB, der sich insbesondere darüber freute, dass die Schule bei der Gestaltung der internationalen Zukunft der Stadt eine besondere Funktion einnehme:  „Das Kolleg steht für ein gemeinsames Europa, in dem wir mit unseren Nachbarländern zusammenkommen, miteinander arbeiten und voneinander lernen.  Das Heinrich-Hertz-Europakolleg ist Europaschule aus Überzeugung!“

Im Erdgeschoss des neuen Gebäudes, das über eine Rampe an das angrenzende Hauptgebäude angebunden ist, ist eine Mensa inklusive der notwendigen Nebenräume  und  Toiletten untergebracht. Die rund 450 Quadratmeter große Mensa fasst 300 Personen, rund 800 Essen können täglich ausgegeben werden. Auch eine neue Lackierwerkstatt mit Lackierkabine zur Ausbildung der Malerinnen und Maler sowie Lackiererinnen und Lackierer des Berufskollegs findet im Erdgeschoss Platz. Im Obergeschoss befinden sind acht Klassenräume, drei Differenzierungsräume, ein Lehrmittelraum und Technikräume. Die Klassenzimmer sind jeweils mit Whiteboard und Beamer ausgestattet.

Neubau ist barrierefrei und nach „KfW-Effizienzhaus 55-Standard“ gebaut

Alle Geschosse sind durch einen Aufzug im Gebäude A und einer Rampe im ersten Stock als Verbindung zum Bestandsgebäude barrierefrei zu erreichen. Der Neubau ist mit einer zentralen Lüftungsanlage ausgestattet und wird durch Fernwärme beheizt. Gebaut wurde nach dem energetischen „KfW-Effizienzhaus  55-Standard“. Erdgeschoss und Obergeschoss sind durch die unterschiedliche Fassadengestaltung optisch unterteilt. Der untere Gebäudeteil ist mit einer  Vorhangfassade aus anthrazitfarbenen Betonfertigteilen gestaltet. Darüber sind helle keramische Fassadenziegel verbaut. Mit dem Farbkonzept wurden gestalterische Elemente der Bestandsbauten modern aufgegriffen.

Baubeginn war im September 2017. Zuvor war das alte Gebäude abgerissen, Altlasten entsorgt und das Baufeld vorbereitet worden. Dazu gehörte auch, eine im Altbau untergebrachte Trafostation umzusetzen. Im August 2019 konnte das SGB den Neubau an die Schule übergeben.

„Nach einstimmigen Beschlüssen in der Bezirksvertretung Bonn und dem Rat ist in nur zwei Jahren Bauzeit dieser Erweiterungsbau mit Lehrwerkstätten und Mensa entstanden. Dafür gilt allen Beteiligten großer Dank. Die durch den Ganztagsschulbetrieb notwendig gewordenen Mensa wird ein Ort des gemeinsamen Mittagessens und der Begegnung sein und erfüllt damit auch eine wichtige soziale Funktion innerhalb des Schulbetriebes“, sagte die Bezirksbürgermeisterin Brigitta Poppe-Reiners.

HHEK startet Ganztagsberufsschule

Mit diesem Schuljahr startete jeweils für eine Fachklasse für Malerinnen und Maler sowie Lackiererinnen und Lackierer die „Ganztagsberufsschule in der gesunden Schule (GigS)“. Das bedeutet, dass ein zehnstündiger Unterrichtstag pro Woche und zwei Blockwochen im Schuljahr für Unterricht zur Verfügung stehen. Flankiert wird der Ganztag von Bewegungsphasen und gesunder Ernährung. Durch die neu gebaute Mensa haben die Schülerinnen und Schülern nun die Möglichkeit, eine Mahlzeit vor Ort einzunehmen. Mit dem Wunsch nach einer Ganztagsberufsschule sind die Kammern sowie die Ausbildungsbetriebe an die Stadt Bonn herangetreten. Denn durch den Schulunterricht im Blockmodell sind die Auszubildenden präsenter in den Betrieben.

Das Heinrich-Hertz-Europakolleg ist das gewerblich-technische Berufskolleg der Bundesstadt Bonn. Es ist auch das größte der insgesamt fünf Berufskollegs in Bonn (das Berufskolleg in Bonn-Duisdorf wird allerdings vom Rhein-Sieg-Kreis getragen). Neben dem Berufsabschluss im dualen System (zum Beispiel Elektrotechnik, Fahrzeugtechnik, Farbtechnik und Raumgestaltung, Gestaltungstechnik, Informationstechnik, Metalltechnik und Versorgungstechnik) können vom Hauptschulabschluss bis zur allgemeinen Hochschulreife alle Schulabschlüsse absolviert werden. Mehr als 3.500 Schülerinnen und Schüler besuchen derzeit das Europakolleg.

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Stadt Bonn