Dortmund – Umwelt: Zum Erhalt der Artenvielfalt bitte die Spielregeln in den Naturschutzgebieten einhalten

Mittelrhein-Tageblatt - Deutsches Tageblatt - News - Dortmund -Dortmund – Umwelt: Das NSG Lanstroper See ist eines der bedeutendsten Naturschutzgebiete Dortmunds. Die sich kleinräumig abwechselnden Wiesen, Röhrichte, Hochstaudenfluren, Hecken und Waldbereiche sowie die Gewässer bieten zahlreichen, auch seltenen und störungsempfindlichen Tieren und Pflanzen Lebensraum und Schutz. Vor allem Wasservögel, Amphibien und Libellen fühlen sich hier draußen in der Ruhe außerhalb der Stadt sehr wohl. Vogelarten, welche unsere Breiten nur im Sommer aufsuchen und im Winter nach Süden ziehen, kommen jedes Jahr wieder an den Lanstroper See zum Brüten. Sozusagen als Liebesbeweis für Dortmund und seine Natur.

Die Natur vom Weg aus genießen
Leider ist es mit der Ruhe zurzeit nicht weit her. Denn viele Menschen haben bei dem schönen Wetter lärmend, planschend oder grillend den Lebensraum übernommen. Verständlich, dass alle raus wollen bei schönem Wetter und in Zeiten der Corona-Pandemie, in welcher vielen Menschen gefühlt die Decke auf den Kopf fällt. Aber auch in Ausnahmezeiten wie aktuell gelten bestimmte „Spielregeln“, besonders in den geschützten Gebieten. So müssen Menschen und ihre Haustiere in Naturschutzgebieten auf den Wegen bleiben. Alles andere fügt unserer heimischen Natur immensen Schaden zu und macht jahrelange Bemühungen um die Entwicklung der wertvollen Naturräume mit einem Schlag zunichte.

Rehe im Wald oder gar mit Kitzen in der Feldflur geraten in Panik, wenn Hunde sie aufstöbern. Ricken, also weibliche Muttertiere, halten sich von ihren Kitzen fern und füttern diese nicht, wenn sie Gefahr wahrnehmen. Das kann dazu führen, dass Rehkitze verhungern.

Ähnlich ergeht es den Küken von Vogelarten, die in Bodennähe brüten, z. B. im Schilf, auf der Wiese, oder auf dem Acker. Werden die Elterntiere aufgescheucht, kühlen die Eier im Nest aus, bereits geschlüpfte Küken verhungern. Die Elterntiere merken sich, dass an dieser Stelle kein Bruterfolg möglich ist – und meiden das Gebiet künftig.

Wildlebende Tiere und Pflanzen schützen
Beim Baden von Hunden kann Amphibienlaich aus den Gewässern gezogen werden. Nicht nur, dass dann weniger oder vielleicht gar keine Jungtiere groß werden, es können auch Krankheiten von Gewässer zu Gewässer transportiert werden. Auch durch das Verschleppen von Krankheitskeimen an Schuhen besteht diese Gefahr. Derzeit treibt der Pilz Batrachochytrium salamandrivorans (kurz Bsal) sein Unwesen. Vor allem Amphibien wie der schwarz-gelbe Feuersalamander, ein waschechter Borusse, fallen ihm haufenweise zum Opfer.

Das Stichwort Biodiversität ist in aller Munde. Jeder möchte zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen. Aber es ist eben nicht mit einer Tüte Blumensamen getan, welche Bienen beglücken. Zum Erhalt unserer heimischen Artenvielfalt müssen wir mehr tun – eben unsere heimischen Lebensräume mit den dort vorkommenden Tieren und Pflanzen schützen.

Dortmund hat viel zu bieten
Das Umweltamt bittet daher eindringlich, bitte bleiben Sie und Ihr Vierbeiner in Naturschutzgebieten auf den Wegen. Damit ist mehr erreicht, als sie vielleicht dachten. Genießen Sie die Natur von der Bank aus oder einem guten Aussichtspunkt – vielleicht investieren Sie in ein Fernglas und schauen den Vögeln in der Hallerey oder am Pleckenbrinksee beim Baden zu? Halten Sie sich fit – joggen Sie durch die schönen Wälder Dortmunds, wie z. B. den Rahmer Wald, die Bittermark oder das Fürstenbergholz oder nutzen Sie die Finnbahn in der Bolmke. Fahren Sie mit Ihren Kindern mit dem Fahrrad entlang des Dortmund-Ems-Kanals in Richtung Mengede und erleben die urtümlichen Heckrinder im Naturschutzgebiet Siesack. Sie werden Vieles entdecken. Aber bitte beachten Sie dabei in den Naturschutzgebieten das Wegegebot.

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Pressestelle der Stadt Dortmund, Friedensplatz 1, 44122 Dortmund, Frank Bußmann (verantwortlich)