Düsseldorf – Grüne Dächer: Ausstellung mit Fachberatung

Modelle in Originalgröße zeigen noch bis Freitag, 27. September, Variationen von Dachbegrünungen/Umweltamt fördert in dicht bebauten Stadtteilen.

Stadt-News-Bonn-und-NRW-News-aus-Düsseldorf-Aktuell-Düsseldorf – Grüne Dächer stehen im Mittelpunkt einer Ausstellung mit Fachberatung, die das Umweltamt der Landeshauptstadt organisiert hat. Die Gründachmodelle können noch bis Freitag, 27. September, von 10 bis 20 Uhr und am Freitag bis 14 Uhr vor den Düsseldorf Arcaden, Friedrichstraße 133, besichtigt werden.

Dachbegrünungen haben viele Vorteile: Sie kühlen die Umgebung, schützen die Dachhaut und verlängern dadurch deren Lebensdauer, sie mindern oder verhindern schädliche Folgen von Starkregen und Hagelereignissen. „Im Angesicht des Klimawandels und der damit zunehmenden extremen Wetterereignisse sind Dachbegrünungen eine besonders sinnvolle Investition – für den Eigentümer und die Gemeinschaft“, betonte Umweltdezernentin Helga Stulgies. „Auch als Lebensraum für Bienen, Vögel und Pflanzen sowie als Blickfang werten grüne Dächer den bebauten Raum auf.“

Die vor den Arcaden ausgestellten Dachmodelle veranschaulichen Interessenten, wie Dachbegrünungen aufgebaut sind und in welchen Variationen sie umgesetzt werden können. Es wird Beratung angeboten und Informationsmaterialien liegen aus. „Finanzielle Unterstützung für Hauseigentümer von Immobilien in hoch verdichteten Stadtteilen gewährt das Umweltamt über sein Förderprogramm Dach-, Fassaden- und Innenhofbegrünung“, informierte Amtsleiter Thomas Loosen. Mit bis zu 40 Euro pro Quadratmeter können Begrünungen in dicht bebauten Stadtteilen wie zum Beispiel in Bilk, Pempelfort oder Düsseltal durch das Amt gefördert werden. Wo dies der Fall ist, kann online unter www.duesseldorf.de/fileadmin/Amt19/umweltamt/foerderundberatungsprogramme/dafib/pdf/19_dafib_optimiert.pdfabgerufen werden.

Vor den Arcaden ausgestellte Dachmodelle
Ein Dachmodell zeigt eine extensive Dachbegrünung mit niedriger Bepflanzung, vorwiegend aus Dickblattgewächsen. Diese Bepflanzung ist sehr pflegeleicht und übersteht auch längere Hitzephasen problemlos. Als Substrat, in dem die Pflanzen wachsen, reicht eine Schicht ab etwa acht Zentimetern. Gelegentlich müssen angewehte Baum- oder Strauchsämlinge entfernt werden. Extensive Dachbegrünungen sind laut den Experten bei ausreichender Statik mit wenig Aufwand realisierbar.

Ein zweites Modell, das Biodiversitäts-Gründach, ist die Weiterentwicklung der extensiven Dachbegrünung hin zu einer Begrünung mit einer größeren Artenvielfalt an Pflanzen, um ein größeres Nahrungsangebot für Insekten anzubieten. Dazu braucht es eine dickere Substratschicht von zu 15 oder 20 Zentimetern. Dadurch steigt das Gewicht auf bis zu 200 Kilogramm pro Quadratmeter oder mehr. Auf dem Biodiversitätsdach können zusätzliche Angebote für Insekten umgesetzt werden. Neben Totholzhaufen, Sandinseln oder temporären Wasserpfützen finden auch sogenannte Insektenhotels einen Platz. Das Pflanzenspektrum wird um Arten erweitert, die als Bienenweide tauglich sind.

In der dritten Variante wird ein begrüntes Schrägdach mit 20 Grad Dachneigung gezeigt, denn auch geneigte Dachflächen von bis zu 45 Grad oder sogar noch mehr können dauerhaft begrünt werden. Neben der Statik liegt dort der Fokus auf der Sicherung gegen Abrutschen. Durch spezielle Vorkehrungen, wie zum Beispiel Schubhölzer oder speziellen Drainageelementen wird die Lagesicherheit der Dachbegrünung gewährleistet. Die Substratstärke liegt dort bei 10 bis 12 Zentimeter und das Gewicht beträgt etwa 150 Kilo je Quadratmeter. Die Möglichkeiten der Bepflanzung sind so vielfältig wie bei einer extensiven Dachbegrünung.

„Variante vier“ veranschaulicht eine extensive Dachbegrünung in Kombination mit einer Solarstromanlage. Alle großen Dachbegrünungsanbieter haben Kombisysteme im Angebot, die eine Verknüpfung von Dachbegrünung und Photovoltaik (PV)-Montagegestell ermöglichen. Der Vorteil einer Kombination von Gründach und Solarstromanlage liegt darin, dass PV-Module durch die Verdunstungskälte der Pflanzen gekühlt werden. Das steigert deren Stromertrag.

Nähere Informationen zur Förderrichtlinie DAFIB finden sich unter www.duesseldorf.de/dafib. Beratungen bietet das Umweltamt unter Telefon 0211-8925038 an. Eine erste Einschätzung, ob sich Dächer für eine Begrünung und/oder Solaranlage eignen, erlauben das Solar- und das Gründachkataster unter www.duesseldorf.de/umweltamt/umweltthemen-von-a-z/klimaschutz/solarkataster

Ein Video zu diesem Thema finden Sie im Laufe des Tages auf YouTube unter:
www.youtube.com/stadtduesseldorf

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Text: Volker Paulat