Ratingen – „Gewalt kommt nicht in die Tüte“: Brötchentütenaktion setzt Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen

Mittelrhein-Tageblatt - Deutsches Tageblatt - News - Ratingen -Ratingen – Am 25. November findet weltweit der Aktionstag „Nein zu Gewalt an Mädchen und Frauen“ statt.

In diesem Zusammenhang koordiniert seit vielen Jahren die Gleichstellungsstelle der Stadt Ratingen in der Stadt die Brötchentütenaktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“. Ziel ist es, möglichst viele Menschen auf dieses schwierige und sensible Thema aufmerksam zu machen und die Hilfsangebote bekannt zu machen.

Um rund um den Aktionstag ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen zu setzten, beteiligen sich in Ratingen viele Bäckereien und auch die Ratinger Tafel. Hier werden ab Samstag, 23. November, die besonderen Brötchentüten ausgegeben. Auf der Rückseite der insgesamt 10.000 Tüten für die Stadt Ratingen – kreisweit sind es 55.500 – sind die wichtigsten Notruf- und Beratungsnummern bei Fällen von Gewalt gegen Frauen abgedruckt. In Ratingen wird diese Aktion unterstützt von den Bäckereien Boes, Droste, Schüren, Pustekuchen, Benninghoven, Brotkorb, Brothimmel, Back Bakery sowie von der Ratinger Tafel.

Die Gleichstellungsbeauftragten des Kreises hoffen ebenso wie die beteiligten Betriebe, auf diesem Wege mehr Frauen zu erreichen und sie auf die Hilfsangebote aufmerksam zu machen. Darüber hinaus rückt insbesondere das Thema der häuslichen Gewalt durch die Aktion wieder stärker in den öffentlichen Fokus und soll Opfern Mut machen, den Täter anzuzeigen oder sich selbst Hilfe zu suchen.

Neben der Brötchentütenaktion wehen noch bis zum 29. November an verschiedenen öffentlichen Gebäuden die Fahnen des Menschenrechtsvereins „TERRE DES FEMMES“ mit dem Aufdruck „frei leben ohne gewalt“. Häusliche Gewalt gibt es überall, die Zahlen sprechen für sich: Jede vierte Frau in Deutschland hat mindestens einmal in ihrem Leben häusliche Gewalt erlebt. Jährlich flüchten in Deutschland über 30.000 Frauen und ihre Kinder vor der Gewalt ihres Partner in ein Frauenhaus. 2018 wurden allein im Frauen- und Kinderschutzhaus im Kreis Mettmann 38 Frauen mit 42 Kindern aufgenommen. Die zuständig Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt des SKFM Mettmann e.V. hat im vergangenen Jahr 757 Fälle gemeldet, davon 159 Fälle in Ratingen.

Auch die Gleichstellungsstelle der Stadt Ratingen berät betroffene Frauen und stellt Kontakt zu Fachberatungen wie dem SkF Ratingen e.V., der Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt, dem Frauen- und Kinderschutzhaus des SKFM Mettmann e.V. und weiteren Beratungsstellen her. Ein Online-Beratungsangebot gibt es unter www.gewaltlos.de.

Gleichstellungsstelle
Stadt Ratingen