Hamburg – Stadt Hamburg will mehr Unterricht mit digitalen Medien

TU Hamburg, Joachim Herz Stiftung und Schulbehörde starten Projekt für digitales Kompetenzzentrum „digital.learning.lab“

Mittelrhein-Tageblatt - News aus Hamburg - Stadt-News -Hamburg – Die Stadt Hamburg will den Einsatz digitaler Medien im Unterricht deutlich ausbauen. Schulbehörde, Joachim Herz Stiftung und die Technische Universität Hamburg (TUHH) entwickeln dazu jetzt „digitale Unterrichtsbausteine“, die ab dem Schuljahr 2018/19 allen Hamburger Lehrkräften auf dem neu von der TUHH entwickelten Internetportal „digital.learning.lab“ zur Verfügung gestellt werden sollen.

Die Unterrichtsbausteine umfassen Unterrichtskonzepte sowie vielfältige digitale Unterrichtsmaterialien für zahlreiche Themengebiete in allen Schulfächern der weiterführenden Schulen. Sie sollen von Lehrkräften über das neue Internetportal digital.learning.lab als so genannte „open educational resources“ (OER) kostenlos heruntergeladen und im Unterricht in allen weiterführenden Schulen eingesetzt werden können.

Bildungssenator Ties Rabe: „Nach den vielen Diskussionen über den Einsatz digitaler Medien im Unterricht müssen jetzt endlich Taten folgen. Hamburg setzt weiterhin darauf, dass die Bundesbildungsministerin zügig pro Jahr eine Milliarde Euro für eine bessere digitale Infrastruktur an den Schulen zur Verfügung stellt. Aber wir werden nicht länger warten, sondern starten jetzt die ersten landesweiten Maßnahmen, die zügig im Unterricht wirken können.“

Bildungssenator Ties Rabe: „Wir stellen Schritt für Schritt gelungene Unterrichtsbeispiele mit vielfältigen digitalen Medien für zahlreiche Themengebiete in allen Schulfächern über das Internet auf einer eigenen Plattform zur Verfügung und erleichtern damit allen Lehrkräften den Weg zu einem Unterricht mit digitalen Medien. Mit den digitalen Unterrichtsbausteinen und dem digital.learning.lab schaffen wir gemeinsam mit unseren Partnern Joachim Herz Stiftung und Technische Universität Hamburg wichtige Voraussetzungen für den Einsatz digitaler Medien im Unterricht an Hamburgs Schulen.“

Prof. Dr. Sönke Knutzen, Vizepräsident für Lehre der Technischen Universität Hamburg (TUHH): „Das digital.learning.lab unterstützt Lehrerinnen und Lehrer, digitale Inhalte und Werkzeuge in Ihren Unterricht zu integrieren. Sie finden hier neben guten Unterrichtsbeispielen auch gleich alle Hilfestellungen zur Umsetzung. Ich freue mich, dass die Bildungsbehörde und die TUHH zusammen dieses Projekt jetzt aufs Gleis bringen.“

Ulrich Müller, Vorstand der Joachim Herz Stiftung: „Gemeinsam mit vielen Lehrkräften und Fachdidaktikern haben wir in den vergangenen Jahren eine große Expertise für digitale Unterrichtsmaterialien aufgebaut. Wir freuen uns, dass wir die Schulbehörde mit unserem Know-how unterstützen können. Das Portal ist ein großer Schritt, um digitale Medien und Unterrichtsmaterialien fest in unseren Schulen zu verankern. Hamburg kann damit bundesweit Vorbild in Sachen digitaler Unterricht werden.“

Die Digitalisierung verändert die Lebens-, Berufs-, Bildungs- und Freizeitwelt. Kinder und Jugendliche müssen auf diese Anforderungen gut vorbereitet werden, denn die kompetente Nutzung digitaler Medien entscheidet über ihre Zukunftschancen. Künftig sollen alle Schülerinnen und Schüler in Hamburg deshalb in jedem Schulfach neben Füllfederhalter, Buch und Arbeitsheft auch ganz selbstverständlich mit digitalen Medien wie Smartphones, Laptops oder Tablets lernen. Perspektivisch können digitale Medien zudem die Chance auf erfolgreicheres Lernen und bessere Bildungserfolge in den unterschiedlichen Unterrichtsfächern eröffnen.

Die Behörde für Schule und Berufsbildung erstellt deshalb mit Unterstützung der Joachim Herz Stiftung konkrete digitale Unterrichtsbausteine. Diese Bausteine werden zusammen mit vielen weiteren Angeboten rund um das digitale Lernen auf dem von der TU Hamburg und BSB gemeinsam entwickelten und von der TUHH betreuten digital.learning.lab öffentlich zur Verfügung gestellt. Das gesamt Projekt wird insgesamt zwei Jahre Entwicklung und zwei Jahre Betrieb, Weiterentwicklung und Optimierung umfassen und von der BSB in der dem Chief Digital Officer der Behörde unterstellten Stabsstelle Digitalisierung organisiert. Eine erste Version wird bereits zum Schuljahr 2018/19 in der zweiten Jahreshälfte 2018 bereit stehen.

digitale Unterrichtsmaterialien

Die digitalen Unterrichtsmaterialien entwickelt die Bildungsbehörde mit einem Team von rund 30 Hamburger Lehrkräften aus Stadtteilschulen und Gymnasien, die über umfangreiche Erfahrungen beim Unterrichten mit digitalen Bildungsmedien verfügen. In den nächsten 18 Monaten sollen rund 180 digitale Unterrichtsbausteine für alle Fächer der weiterführenden Schulen entstehen. Die einzelnen digitalen Unterrichtsbausteine werden in vierwöchigen Entwicklungszyklen erstellt und von Testern aus den Schulen, der Schulbehörde sowie aus dem Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) getestet. Die ersten digitalen Unterrichtsbausteine sollen im digital.learning.lab zum Schuljahresbeginn 2018/19 allen Lehrkräften in Hamburg bereitgestellt werden.

Unterstützt wird die Arbeit der Lehrkräfte und der BSB von der Joachim Herz Stiftung. Die Stiftung hat langjährige Fachexpertise im digitalen MINT-Unterricht mit erfolgreichen Projekten wie MINT-digital, Tablets im naturwissenschaftlichen Unterricht, Schülerforschungszentrum und mit LEIFIphysik, einem der größten deutschen Lernportale für Schülerinnen und Schüler im Bereich der Naturwissenschaften. Die Joachim Herz Stiftung unterstützt die Entwicklung der digitalen Unterrichtsbausteine insbesondere mit Fachexpertise und finanziell bei der Organisation und Ausrichtung von regelmäßigen Workshops für das Redaktionsteam und der Bereitstellung des Redaktionstools.

digital.learning.lab – Webplattform zum Lernen und Ausprobieren für Lehrkräfte

Das digital.learning.lab ist ein virtueller Austausch- und Lernraum, in dem Lehrerinnen und Lehrer voneinander und miteinander lernen können, wie digitale Medien Unterricht verbessen können. Die Plattform wird gemeinsam von der TUHH und BSB als niedrigschwelliger und offener Experimentierraum entwickelt, in dem gemeinsam mit aktueller Technik gelernt werden kann. Die Webpräsenz beinhaltet vier Inhaltskomponenten: Best Practice-Beispiele, aktuelle Forschungsergebnissen und –trends zu mediengestützten Lehr-und Lernszenarien, eine Toolbox mit digitalen Lerntools und dazu passende Weiterbildungsangebote.

Das digital.learning.lab wird das digitale Kompetenzzentrum, über das alle Lehrkräfte Anregungen für ihren Unterricht einholen, ausprobieren und lernen können. Die Onlineplattform wird zusätzlich zu den digitalen Unterrichtsanregungen auch digitale Werkzeuge wie Apps, Web-Seiten, Lernprogramme, digitale Fortbildungsangebote sowie Forschungsergebnisse und Untersuchungen zum Lernen mit digitalen Bildungsmedien anbieten. Lehrkräfte können sich also nicht nur für ihr Unterrichtsfach inspirieren lassen, sondern sich auch über digitale Werkzeuge informieren und eLearning-Angebote zur Fortbildung nutzen.

Der Zugang in das digital.learning.lab ist öffentlich und steht damit nicht nur Lehrkräften offen. Der Zugang soll von jeder beliebigen Stelle aus erfolgen. Das digital.learning.lab und die digitalen Unterrichtsbausteine sind freie Bildungsmedien und werden auch von anderen Autoren erstellte Materialien aus anderen Quellen integrieren. Die Inhalte durchlaufen einen Qualitätszyklus und werden unter entsprechenden CC-Lizenzen als Open Educational Resources (OER) bereitgestellt.

Aufgebaut und betreut wird das digital.learning.lab von der TU Hamburg. Die TU verfügt mit dem Zentrum für Lehre und dem Institut für Technische Bildung und Hochschuldidaktik unter der Leitung von Prof. Dr. Sönke Knutzen über vielseitige Erfahrungen und Forschungsexpertise für mediengestütztes Lehren und Lernen. Sie übernimmt die technische Infrastruktur, die Entwicklungsaufgaben sowie die Programmierung und gestaltet zudem in enger Zusammenarbeit mit der BSB die Website und die Darstellung der digitalen Inhalte.

***

Behörde für Schule und Berufsbildung – Stadt Hamburg
Peter Albrecht, Pressesprecher

 

 

Kommentare sind geschlossen.