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Dresden – Zwischenbilanz zur Amerikanischen Faulbrut in Dresden: Aktuell noch fünf Sperrbezirke im Stadtgebiet

Nachrichten-aus-der-Stadt-Dresden-Aktuell-Dresden (SN) – Schon vor 2016 wurden einzelne Ausbrüche der anzeigepflichtigen Tierseuche Amerikanische Faulbrut der Bienen (AFB) in Dresden verzeichnet. Diese ließen sich noch lokal bekämpfen. Nach ersten positiven Befunden im Frühjahr 2016 brach die Seuche stadtweit aus. Ihre Bekämpfung ist noch immer nicht abgeschlossen. Jetzt legt das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt eine Zwischenbilanz vor.

Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel: „Ohne die intensive Arbeit des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes und des Imkervereins Dresden sowie dem ehrenamtlichen Einsatz zahlreicher Helfer wäre die Bekämpfung der Seuche bei Weitem noch nicht so weit fortgeschritten. „Ich danke allen für ihr Engagement. Der einzelne Imker kann eine solche Sanierungs-Aktion nicht allein bewerkstelligen. Und ich freue mich, dass wir einen weiteren Sperrbezirk aufheben konnten“.

Ein großer Dank gilt auch den Mitarbeitern des Technischen Hilfswerkes (THW), das den Sanierungsplatz auf seinem Gelände in der Albertstadt einschließlich der Verpflegung zur Verfügung stellte, der Berufsfeuerwehr, die mehrmals in Cossebaude das Verbrennen von Imkermaterial durchführte, und der Ortschaft Cossebaude für das Bereitstellen des Feuerplatzes.

Erste Sperrbezirke wurden 2016 eingerichtet. 2017 zeigten weitere Imker in ihren Völkern klinische Anzeichen der Amerikanischen Faulbrut an: löchrige Brutnester und stehengebliebene Brutzellen. Betroffen waren neben erfahrenen Imkern auch Neuimker. Schwierig dabei: einige Bienenhalter kommen ihrer Anzeigepflicht als Imker beim Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt nicht nach. Unbekannte Bienenstände erschweren die Seuchentilgung immens.

Um einen Überblick über das gesamte Infektionsgeschehen zu bekommen, wurden 2017 und 2018 die gesamte Landeshauptstadt Dresden mittels Tierseuchenrechtlicher Allgemeinverfügung zum faulbrutgefährdeten Gebiet erklärt. In der Folge mussten alle Bienenhalter ihre Völker beproben und Sammelproben an der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen auf eigene Kosten untersuchen lassen.

2017 wurden weitere Sperrbezirke eingerichtet. Zwischenzeitlich gab es in Dresden elf: Gompitz, Steinbach, Briesnitz I, II und III, Trachenberge, Loschwitz, Cossebaude, Hellersiedlung, Friedrichstadt und Mobschatz. Die Bekämpfungsmaßnahmen in den übrigen Sperrbezirken konnten erst 2018 fortgesetzt werden, da 2017 zusätzlich noch ein großer Ausbruch der Vogelgrippe im Wildvogelbestand und im Zoo Dresden alle vorhandenen Kräfte band. Das umfasst neben der klinischen Untersuchung aller betroffenen Bienenhaltungen auch die Reinigung und Desinfektion des Imkermaterials. Um Seuchenherde zu beseitigen, musste in schwerwiegenden Fällen die Tötung der Bienenvölker und das Verbrennen des gesamten Imkermaterials angeordnet werden.

Sanierungen von Bienenvölkern haben bei diesem Ausmaß des Seuchenausbruches nur Sinn, wenn sie zentral durchgeführt werden. Das bedeutet, alle betroffenen Imker eines Gebietes müssen zur gleichen Zeit am selben Ort ihre Bienenvölker in neue oder zuvor desinfizierte Beuten umsiedeln. Die betroffenen Imker wurden informiert und zum Sanierungsplatz bestellt. Die praktische Arbeit vor Ort übernahmen neben den Imkern, die über den Imkerverein Dresden e. V. organisierten Helfer. Technik und Material für die Sanierung stellte der Imkerverein Dresden e. V. ebenfalls. Er schaffte dafür ein voll ausgestattetes Bienengesundheitsmobil an.

2019 konnte die Allgemeinverfügung aufgehoben werden, weil der Freistaat Sachsen ein Faulbrut-Monitoring-Programm einführte. Es sieht eine flächendeckende, und für die Imker kostenfreie, Untersuchung aller Bienenvölker in einem Zeitraum von vier Jahren vor.

Dieses Jahr konnte der mehrjährige Sperrbezirk Hellersiedlung aufgelöst werden. Somit bestehen aktuell noch fünf Sperrbezirke (Brabschütz, Mobschatz, Friedrichstadt, Hellerau, Neustadt), wobei auch dort die Sanierung bereits große Erfolge zeigt. Sperrbezirke können aufgehoben werden, wenn alle Bienenvölker im Sperrbezirk im Abstand von mindestens acht Wochen zwei Mal beprobt und keine weiteren Befunde des Erregers der Amerikanischen Faulbrut nachgewiesen wurden.

Imker in Dresden: Derzeit gibt es in Dresden 803 registrierte Bienenhaltungen mit 4277 Bienenvölkern (Datenstand: 2. November 2020). Im Jahr 2016 wurden an 442 Standorten 2792 Bienenvölker gehalten.
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Landeshauptstadt Dresden
Amt für Presse-, Öffentlichkeitsarbeit und Protokoll

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