Dresden – Spielen bedeutet Entwicklung: Weltspieltag am 28. Mai ruft zu mehr Freiraum zum Spielen auf

Mittelrhein-Tageblatt - Deutsches Tageblatt - News - Dresden -Dresden (SN) – „Zeitig anfangen und nie aufhören“ – so lautet der Appell von Dr. Elke Siegert. Die Fachärztin des Gesundheitsamtes Dresden arbeitet seit vielen Jahren mit Kindern und Jugendlichen und ist vom hohen Wert des Spielens für die Entwicklung unserer Kinder fest überzeugt. Anlässlich des Weltspieltages am 28. Mai, ruft sie auf, den Kindern mehr Freiraum und Zeit zum Spielen zu schenken.

Das Motto in diesem Jahr lautet „Zeit zu(m) Spielen“ und fordert dazu auf, dass sich die Bedingungen für das freie Spiel verbessern. Kinder sind in den letzten Jahren mehr und mehr aus dem öffentlichen Bild verschwunden. Sie werden mit dem Auto zur Schule gefahren und dann zur nachmittäglichen organisierten Veranstaltung gebracht. Damit wird dem Kind die Möglichkeit geraubt, selbst zu entdecken, kreativ zu sein, Phantasie zu entwickeln und auch mal die Langeweile durch eigene Initiative zu überwinden.

Dr. Siegert: „Das Spielen draußen fördert zudem die Motorik; das Zusammenspielen die Kommunikation und die Motivation. Schließlich macht es Spaß, mit anderen auf einen Baum zu klettern, eine Hütte zu bauen und in der Natur die Käfer zu beobachten. Durch Spielen entdecken wir die Welt und erweitern – ohne ,Zwang zum Lernen´ – unser Wissen.“ Allein spielen könne Ruheräume schaffen, aber das Spiel mit anderen Kindern und besonders das in der Familie fördere das Miteinander, die spielerische Kommunikation, die Freude – aber auch ein regelkonformes Verhalten. Computerspiele und Fernsehen hingegen böten wenig aktiven Wissenszuwachs. Sie sind meist monoton und fördern den sozialen Rückzug, manchmal auch Ängste und das Alleinsein. Das müssen Eltern gut begleiten und begrenzen.

Jedes sechste Kind und jeder fünfte Jugendliche leiden in Deutschland unter Stress. Das äußert sich in Einschlafproblemen, Kopf- und Bauchschmerzen, Müdigkeit, Wut und Aggression. Das hat auch damit zu tun, dass Kinder schon im Grundschulalter durch zu enge Zeitkorsetts von beispielsweise Musik- und Sportkursen, Nachhilfestunden und Hausaufgaben wenig Gelegenheit bekommen, selbstbestimmt ihre Freizeit einzuteilen. Damit wird ihnen die Chance verweigert, die eigenen Talente zu entdecken und ihre Persönlichkeit zu entwickeln.

Mit dem Spielen kann schon früh anfangen werden. Das Gesundheitsamt unterstützt Eltern bei diesem Ansinnen und bietet für Babys und Kleinkinder verschiedene Kurse an. „So verbringen die Eltern schon mit den Kleinsten intensiv Zeit und sollten das weiterführen. Auch einem Erwachsenen schadet Spielen nicht, ganz besonders mit den Kindern zusammen – im Gegenteil“, so Dr. Siegert. Wie wäre es mal, den Kindern zu erklären, wie Gummitwist oder „Herr Fischer, Herr Fischer wie tief ist das Wasser?“ funktioniert und dann gleich mitzumachen?

Der Weltspieltag wird seit 1999 begangen. Das deutsche Kinderhilfswerk e.V. koordiniert die dezentralen Aktivitäten im gesamten Bundesgebiet. Die Landeshauptstadt Dresden unterstützt die Veranstaltung „Gemeinsam spielen – Zeit zu(m) Spielen für ALLE“, die im Rahmen des Weltspieltages am 28. Mai 2019 auf der Skateanlage Lingnerallee stattfindet.

www.dresden.de/fruehe-gesundheitshilfen
www.recht-auf-spiel.de/weltspieltag

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Autor: Mittelrhein-Tageblatt Redaktion