Eltville am Rhein – Kunkel stolz auf Feuerwehr der Stadt

Hessische-Nachrichten - Eltville am Rhein - Aktuell -Eltville am Rhein – „Unsere Truppe war und ist auch während der Corona-Pandemie voll einsatzfähig“, ist Bürgermeister Patrick Kunkel stolz auf die ehrenamtlichen Feuerwehrkameradinnen und -kameraden aus den Feuerwehren aller fünf Eltviller Stadtteile. Die Feuerwehrleute leisten ihren Dienst an der Gemeinschaft in ihrer Freizeit – und das auch in den unsicheren letzten Monaten.

„Jeder ist froh, wenn er Menschenansammlungen im Moment aus dem Weg gehen kann, unsere Einsatzabteilungen kommen immer, wenn sie gebraucht werden“, beschreibt Kunkel. Der Dienst der Feuerwehren war in den letzten Monaten ungleich schwieriger als sonst, weil „wir große Anstrengungen unternommen haben, das Coronavirus aus der Truppe draußen zu halten“. Der Verwaltungschef weiter: „Ich danke allen, die ihren Dienst an der Gemeinschaft auch in dieser Zeit tun!“

Wie bei vielen anderen Feuerwehren im Land haben auch die fünf Feuerwehren der Stadt Eltville den Übungsdienst der Einsatzabteilungen und der Jugendfeuerwehren sowie die Treffen der Kinderfeuerwehren ausgesetzt. „Dies alles, um durch das Reduzieren von Kontakten die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung untereinander zu verringern“, erklärt Bürgermeister Kunkel. Diese Maßnahmen wurden von allen fünf Wehrführungen mitgetragen.

In der Feuerwehr Eltville am Rhein entstand durch die Pandemie eine besondere Situation: Geplant war, im April einen neuen Stadtbrandinspektor zu wählen. „Eine Jahreshauptversammlung aller Feuerwehrleute aus allen fünf Stadtteilen wäre zu dieser Zeit aber viel zu gefährlich gewesen“, erläutert Kunkel, „wir hätten bei einem Corona-Ausbruch in der Folge dieser Sitzung riskiert, durch eventuell notwendige Quarantäne-Maßnahmen auf einen Schlag unsere Retter und Helfer zu verlieren.“

Wahl des Stadtbrandinspektors

Deshalb haben sich Stadtbrandinspektor Hans-Peter Korn und sein Stellvertreter Roland Dörre spontan bereiterklärt, ihre Ämter bis zur Wahl eines neuen Führungsduos weiter auszuüben. – Termin bei der damaligen Entscheidung offen! „Keine Selbstverständlichkeit“, weiß Kunkel. Er ist den beiden gestandenen Feuerwehrmännern dankbar für ihren verlängerten Einsatz.

Inzwischen steht der neue Termin der Wahl des Stadtbrandinspektors fest: Am 25. September kommen die Einsatzabteilungen – wegen des Abstandsgebotes – in der Basilika des Klosters Eberbach zusammen, um aus ihren Reihen einen neuen ersten Feuerwehrmann zu wählen – zwei Kameraden haben ihren Hut für dieses wichtige Amt in den Ring geworfen. „Wir bereiten uns innerhalb der Verwaltung akribisch auf diese Wahl vor, da der Stadtbrandinspektor ein wichtiger Ansprechpartner für uns ist“, erklärt Kunkel. Der SBI, wie er genannt wird, führt alle fünf Stadtteilwehren bei einem überörtlichen Einsatz und hat eine große Verantwortung bei der Planung für Einsatzfahrzeuge oder -geräte für die Zukunft. Er löst sich in der Rolle als SBI vollkommen aus der Wehr, aus der er kommt, und nimmt neutral alle Wehren gleichermaßen in den Blick.

„Ich freue mich auf das neue Führungsduo der Feuerwehr“, so Kunkel. Und aus dem Duo wird vielleicht sogar ein Trio werden. Denn für die Position des zweiten Stellvertreters stehen ebenfalls zwei Kameraden zur Verfügung. – Der Wechsel an der Spitze bedeutet eine Verjüngung, „und diese neuen Führungspersönlichkeiten werden sich womöglich mit ganz neuen Inhalten auseinanderzusetzen haben“, überlegt der Verwaltungschef.

Home-Office als Chance

In Deutschland hat die Digitalisierung durch die Corona-Krise einen Schub bekommen. Vieles war plötzlich online möglich, was nur Wochen zuvor kritisch gesehen wurde. Dass viele Menschen neuerdings im Home-Office arbeiten, die zuvor eine halbe Stunde zu ihrem Arbeitsplatz gependelt sind, eröffnet auch der Feuerwehr ganz neue Perspektiven: Denn diese gewonnene Zeit können Feuerwehrleute in das Ehrenamt und die Hilfeleistung für andere stecken.

Das ist besonders für die Tagesverfügbarkeit wichtig. Denn zu den Tageszeiten, in denen die meisten Feuerwehrleute ihrer Arbeit nachgehen, haben viele Wehren schon seit Jahren Probleme, genügend Kräfte für Einsätze zusammenzubekommen. Arbeitet jemand im Home-Office spart er nicht nur die Zeit fürs Pendeln, sondern wäre auch im Alarmfall vor Ort verfügbar.

„In jeder Krise liegt eine Chance“, ist sich Patrick Kunkel sicher. Auch für die Feuerwehr kann die Corona-Pandemie etwas Gutes bringen. Zum einen ist den Menschen durch die Krise klar geworden, wie wichtig systemrelevante Tätigkeiten sind, das hohe Gut des Helfens hat ein ganz neues Ansehen in der Bevölkerung gewonnen und durch die neuen Möglichkeiten des digitalen Arbeitens von zu Hause aus haben diejenigen, die bereits der Feuerwehr angehören, ein Plus an Zeitkapazität für ihr Ehrenamt. Es entstehen aber auch ganz neue Zielgruppen, die für die Mitgliederwerbung in den Fokus rücken.

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Stadt Eltville am Rhein, 10. August 2020