Pirmasens – Zwei Eigenheime als Nisthilfen für Wildbienen und andere Nützlinge

Mittelrhein-Tageblatt - Deutsches Tageblatt - News - Pirmasens -Pirmasens – Pirmasens bringt mehr Natur in die Stadt. Im engen Schulterschluss mit ihren Bürgen will die Verwaltung einen wertvollen Beitrag zur Stärkung der biologischen Artenvielfalt leisten. Die Schaffung weiterer insektenfreundlicher Blüh-Oasen ist ein wesentlicher Teilaspekt innerhalb der sogenannten Biodiversitätsstrategie. In einem Gemeinschaftsprojekt haben Mädchen und Jungen der Grundschule Horeb und der Landgraf-Ludwig-Realschule zwei Nisthilfen für Wildbienen und andere Nützlinge geschaffen.

Angestoßen wurde die Initiative bereits im vergangenen Herbst vom damaligen Beigeordneten Michael Schieler. In der Kirchbergwerkstatt, die vom Verein für Soziale Rechtspflege getragen wird, entstanden die stabilen Rahmenkonstruktionen. Als Kooperationspartner für den Innenausbau der Nisthilfen konnte die Grundschule Horeb und die Landgraf-Ludwig-Realschule Plus, Standort Husterhöhe, gewonnen werden. Wildbienen lieben es warm und vor allem trocken bei der Eiablage. Dafür bevorzugen die Tiere vorrangig röhrenförmige Strukturen wie etwa Holzklötze oder im Inneren hohle Pflanzenstiele.

Bei der Beschaffung des Materials leisten Mitarbeiter des federführenden Garten- und Friedhofsamtes Unterstützung. Gaby Langner aus Winzeln hat sich ehrenamtlich und mit hoher fachlicher Kompetenz in das Projekt eingebracht. Sie engagiert sich in einem Arbeitskreis zum Wildbienenschutz.

Die beiden Nisthilfen stehen inzwischen auf einer städtischen Ausgleichsfläche in der Turnstraße. Das Areal wurde in den vergangenen zwei Jahren ökologisch erheblich aufgewertet, etwa durch eine gezielte Bepflanzung mit Obstbäumen und die Aussaat spezieller Samenmischungen aus inländischen Wildgräsern und –blumen.

Stichwort: Im Gegensatz zu Honigbienen leben die meisten Wildbienen solitär, es sind Einzelgänger. Sie sind als Bestäuber für viele Pflanzen überlebenswichtig und leisten einen wichtigen Beitrag für unsere Nahrungsmittelproduktion. Ein Großteil der heimischen Wildbienenarten ist im Fortbestand bedroht, weil das Angebot von Blühpflanzen schwindet und geeignete Nistplätze rar werden – etwa durch eine zunehmende Versiegelung von Flächen und Veränderungsprozesse in der Landwirtschaft.

Solitärbienen sammeln Pollen und Nektar, den sie in die einzelnen Röhren des Nistplatzes eintragen. Dort werden in mehreren Brutkammern Eier hinzugelegt. Dieses Ritual wird wiederholt, bis die jeweilige Röhre gefüllt ist und am Ende verschlossen wird. Die Entwicklung der Larven dauert einige Wochen bis zu einem Jahr. Wildbienen nutzen nur dann Nisthilfen, wenn sich in einem Radius von etwa 300 Metern auch genügend Pflanzen finden, die als Nahrungsquelle geeignet sind. Zudem sind die meisten Wildbienen ortstreu. Das bedeutet, sie suchen sich in der Nähe ihrer Geburtsstätte einen Nistplatz.

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Stadt Pirmasens

Autor: Mittelrhein-Tageblatt Redaktion