Trier – Intensiverer Praktikantenaustausch zwischen Fort Worth und Trier

Mittelrhein-Tageblatt - Deutsches Tageblatt - News - Trier -Trier – (pe) In der mehr als 30 Jahre alten Partnerschaft mit dem texanischen Fort Worth rückt der Austausch von Nachwuchsfachkräften der Verwaltung immer mehr in den Blickpunkt. Studentin Aline Spyra war von Mitte Mai bis Pfingsten als Praktikantin im Rathaus zu Gast und der städtische Azubi Christoph Schneider absolviert ein Praktikum in den USA. Beide sind sich einig, dass sich der Aufwand gelohnt hat. Unterschiede gibt es im Ablauf und bei den Inhalten des Auslandsaufenthalts.

Die 19-jährige Aline Spyra, die in Fort Worth Politikwissenschaft, Deutsch und Geschichte studiert, integrierte ihre Zeit im Trierer Rathaus in eine Kette von Praktika in Europa. Die aus der Nähe von San Francisco stammende Amerikanerin war auch in London und Berlin. Dort absolvierte sie ein Praktikum im Auslandsbüro der US-Demokraten. Ihre Zeit im OB-Büro fand sie sehr interessant und vielfältig: „Ich habe viel über Trier und das Regierungssystem gelernt und mit den Rathaus Kids gearbeitet, E-Mails verschickt und telefoniert. Ich habe es genossen, Deutsch zu sprechen. Es war sehr schön, dass ich etwas über die Partnerstadt von Fort Worth erfahren konnte. Ich werde Trier vermissen.“ Bei Streifzügen durch die Moselmetropole beeindruckten sie im Vergleich mit dem gerade mal 170 Jahre alten Fort Worth vor allem die zahlreichen historischen Gebäude. Sie fand die „kleine Stadt Trier“ interessanter als die Metropole Berlin. Auch die private Seite des Praktikums passte: Spyrak wohnte bei der Familie einer Austauschfreundin in Schillingen und konnte im Hochwald ihrer Leidenschaft für das Reiten nachgehen. Das ist für die 19-Jährige schon mehr als ein Hobby, denn sie ist mehrfache Weltmeisterin im Westernreiten.

Der 33-jährige Christoph Schneider ist nicht der erste Trierer Verwaltungsazubi, der Erfahrungen in einer Partnerstadt sammelt: 2018 war Florian Papberg als erster Trierer Azubi dort zu Gast. Derzeit ist die Anwärterin Katrin Pfeifer im französischen Metz im Einsatz. Die Auslandskontakte beschränken sich aber nicht nur auf die Partnerstädte: Teresa Ore macht ein Praktikum in der peruanischen Hauptstadt Lima, Anna Bach in Luxemburg und Hanna Raber in Wien.

Schneider war bei seinem noch bis Ende Juni laufenden Praktikum im Rathaus von Fort Worth auch im Stab des OB eingesetzt, erhält vor allem aber Einblicke in die Arbeitsbereiche Infrastruktur, Sicherheit und Umweltschutz. Im Vergleich der Stadtverwaltungen fällt ihm vor allem auf, dass die Ausstattung mit dienstlichen Smartphones und Tablets in Fort Worth besser ist als in Trier. Dadurch könnten die Mitarbeiter stärker vor Ort agieren. Schneider sieht aber auch Nachteile: „Ich habe noch kein Meeting erlebt, in dem nicht irgendein Smartphone geklingelt hat und irgendwer den Raum zum Telefonieren verlassen hat.“

Große Unterschiede zwischen beiden Städten sieht Schneider beim ÖPNV: „Es gibt zwar in der Innenstadt einen regelmäßigen Busverkehr, dies ist aber nicht mit Trier zu vergleichen.“ Sein Fazit fällt insgesamt positiv aus: „Ich würde jedem empfehlen, die Chance zu nutzen, ein Praktikum in einer Partnerstadt zu absolvieren. Es ist zwar einiges vorzubereiten, was auch Zeit in Anspruch nimmt, aber es lohnt sich wirklich. An dieses Praktikum werde ich mich mein Leben lang erinnern.“

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Presseamt Trier

Autor: Mittelrhein-Tageblatt Redaktion