Eltville am Rhein – Agenda 2030: Eltville bewirbt sich erneut um den Deutschen Nachhaltigkeitspreis und entwickelt Maßnahmen zur nachhaltigen Stadtentwicklung

Mittelrhein-Tageblatt - Deutsches Tageblatt - News - EltvilleEltville am Rhein – Was macht Kommunen resilient – und was meint es überhaupt, „widerstandsfähig“ zu sein? Und wie kann der Wandel hin zu einer nachhaltigen Entwicklung erreicht werden? – In der Bewerbung Eltvilles um den Deutschen Nachhaltigkeitspreis wurden diese Fragen für die Stadt am Rhein beantwortet. Es ist eine Besonderheit des diesjährigen Wettbewerbs, dass die Bewerbungszeit mit dem Corona-Lockdown zusammenfiel und den Themen der Bewerbung damit noch mehr praktischen Bezug verliehen hat.

Denn Eltville, das sich seit 2017 als Agenda 2030-Kommune dem nachhaltigen Handeln verpflichtet hat, setzt sich bekanntermaßen stark für die soziale Nachhaltigkeit ein – und das mit Erfolg: Es waren und sind vor allem die sozialen Netzwerke, die dazu geführt haben, dass der Lockdown in Bezug auf die Versorgung von hilfsbedürftigen Bürgerinnen und Bürgern funktioniert hat. So hat das im Amt für Soziales angesiedelte Netzwerkbüro die Essensausgabe für den Eltviller Tisch koordiniert, für Einkaufshilfen, Buchauslieferungen der Mediathek und vieles mehr gesorgt. Insbesondere die Jugendlichen, die sich für „Your City for Future – #YCFF“ engagieren, haben sich auch hierbei eingebracht.

Die Aktivitäten von #YCFF rund um den Klimaschutz sind ein weiterer Schwerpunkt der DNP-Bewerbung, ebenso wie die Wirtschaftsförderung der Stadt, deren Netzwerkformate und Aktivitäten rund um die Einbindung der Unternehmen in die nachhaltige Stadtentwicklung und somit in die Bewerbung einfließen.

Ob Eltville auch in diesem Jahr zu den Nominierten gehört, erfährt die städtische AG Agenda 2030 im Juli. Erfolgreich war bereits die Bewerbung als Modellkommune bei der Bertelsmann-Stiftung: Als eine von zehn ausgewählten Pilot-Kommunen in Deutschland wird Eltville bei der Durchführung eines digitalen Bürgerdialogs unterstützt. Dabei wird mit bis zu 75 Teilnehmern darüber diskutiert werden, wie die Menschen die Corona-Zeit bisher er- und durchlebt haben, wie es ihnen ergangen ist – und ob und wenn ja mit welchen Verhaltensänderungen sie aus dieser Zeit herausgehen. In Vorbereitung darauf entwickelt die Stadt gerade ein Konzept für den für September vorgesehenen digitalen Bürgerdialog.

All diese Projekte und Maßnahmen sollen die nachhaltige Stadtentwicklung stärken: „Die zukünftige Entwicklung der Stadt Eltville an den Zielen der Nachhaltigkeit auszurichten ist für mich eine der wichtigsten Herausforderungen an eine verantwortungsvolle Stadtentwicklung“, so Bürgermeister Patrick Kunkel. „Eltville gehört zu der EINEN Welt und wir übernehmen vor Ort Verantwortung. Wir Kommunen müssen der Motor für die gesellschaftlich-nachhaltige Entwicklung sein, um den Wandel zu einer zukunftsfähigen Gesellschaft zu gestalten.“

Für die Koordinierung der vielen nachhaltigen Themen, Projekte und Wettbewerbe ist seit März Julia Übelhör für die Stadt im Einsatz. Angesiedelt im Amt für Wirtschaftsförderung kümmert sich die studierte Politologin um die kommunale Entwicklungspolitik, sie ist also eine „Treiberin“ für die lokale Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele in der Verwaltungsarbeit – und darüber hinaus. Die Stelle wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der Engagement Global gGmbH – Servicestelle Kommunen in der Einen Welt – gefördert. Der Aufgabenbereich umfasst die Verankerung und Umsetzung der kommunal relevanten Ziele der Agenda 2030 in der Verwaltung, Öffentlichkeit, Politik und Wirtschaft, die Entwicklung und Koordination des städtischen Projektfahrplans zur Umsetzung der Agenda 2030-Ziele, die Initiierung von Projekten zu den einzelnen Handlungsfeldern, Bildungs- und Informationsarbeit zu entwicklungspolitischen Themen und die Förderung einer fairen und nachhaltigen kommunalen Beschaffung.

Voraussetzung für die Umsetzung der ehrgeizigen Ziele ist die Vernetzung der entwicklungspolitischen Akteure, vor allem Akteure aus der Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft, die Verankerung und der Ausbau der „Fairtrade Stadt“-Initiative in Eltville, die Sichtung, Auswahl und Umsetzung von Förderprogrammen sowie die Teilnahme an Wettbewerben.

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Stadt Eltville am Rhein, 30. Juni 2020