Hessische-Nachrichten - Wiesbaden - Aktuell -Wiesbaden – Drei Monate vor dem ursprünglich geplanten Termin zum Jahreswechsel wird das Tiefbau- und Vermessungsamt der Landeshauptstadt Wiesbaden Anfang Oktober das Baugebiet Bierstadt Nord vollständig erschlossen und lastenfrei an die Eigentümer der Flächen übergeben.

Das heißt, es wurden neben der baulichen Vorbereitung inklusive aller Kanäle, Gas- Wasser- und Stromleitungen, digitaler Infrastruktur mit Glasfaser und Erschließungsstraßen auch alle gesetzlich vorgeschriebenen Untersuchungen nach archäologischen Funden und Kampfmitteln bereits abgearbeitet. Damit können die Arbeiten für den Hochbau im neuen Stadtteil beginnen.

„Gerade, weil wir auch mit Sonderereignissen wie der Entschärfung einer 250-Kilogramm-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg und weiterer 1.560 Kampfmittelverdachtspunkten, die einzeln freigelegt wurden, und einer ungewöhnlich hohen Dichte archäologischer Funde der Michelsberger Kultur umgehen mussten, sind wir sehr zufrieden mit dem Bauverlauf. Wir möchten den beteiligten Baufirmen, den Spezialisten von der Kampfmittelsondierung und den Archäologinnen der Universität Marburg sowie den Ingenieurbüros für die gute Arbeit und das immer konstruktive Miteinander im Baufeld ebenso danken wie dem Ortsbeirat Bierstadt und der Bevölkerung für ihr Verständnis“, kommentiert der verantwortliche Bauleiter Jan Schöffner vom Tiefbau- und Vermessungsamt den erfolgreichen Abschluss der Erschließungsphase.

In dem von Thomas Schüler Architekten Stadtplaner, Düsseldorf, und Faktor Grün Landschaftsarchitekten BDLA, Freiburg, konzipierten Areal soll ein lebendiges Viertel mit einer zentralen Grünfläche und abwechslungsreicher Bebauung entstehen. Der Bebauungsplan sieht eine Dichte von 30 Wohneinheiten pro Hektar vor. Dies entspricht einer Gesamtzahl von rund 400 Wohneinheiten. Rund zwei Drittel der Wohneinheiten sollen aus Einfamilienhäusern (freistehende Einzelhäuser, Doppelhäuser und Reihenhäuser) bestehen, das restliche Drittel der Wohneinheiten aus Geschosswohnungsbau mit zirka 60 öffentlich geförderten Wohnungen.

Stadtrat Andreas Kowol, in dessen Dezernatszuständigkeit das Tiefbau- und Vermessungsamt fällt, ist stolz, dass die komplexe Dienstleistung der Baugebietserschließung und die vorangehenden Verhandlungen mit den Bodeneigentümer komplett in städtischer Hand geleistet wurden: „Für diese tolle Arbeit bedanke ich mich bei Amtsleiterin Frau Dr. Beckefeld und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ausdrücklich. Es ist ein sehr gutes Zeichen, dass wir eine Erschließung wie Bierstadt Nord komplett in städtischer Leitung durchführen können. Das macht uns als Kommune unabhängiger von der Expertise am Markt und sorgt durch die innerstädtische Vernetzung auch für bessere Ergebnisse. Zum Beispiel haben wir mit dem Bauprojekt auch eine Kanalverbindung in das Aukammtal und in diesem Zusammenhang einen neuen Schutz vor Starkregen für Bierstadt realisiert.“

„Wir konnten den Zeitplan übertreffen und den Kostenrahmen halten. Damit wir auch schnell den neuen Wohnraum in der Stadt realisieren können, können jetzt die Eigentümer und die Bauherren aktiv werden“, so Amtsleiterin Dr. Petra Beckefeld. Um den Abschluss der Erschließung zu feiern und gleichzeitig den offiziellen Startschuss für Eigentümer und Investoren zu geben, plant das Tiefbau- und Vermessungsamt der Landeshauptstadt am Mittwoch, 30. September, eine Veranstaltung an der neuen Kreuzung Eisenacher Straße / Speierlingstraße im Baugebiet.

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