Saarbrücken – Wanderausstellung zur NS-Militärjustiz im Rathaus ab 15. Dezember

Nachrichten-aus-der-Stadt-Saarbrücken-Aktuell-Saarbrücken – Die Landeshauptstadt Saarbrücken zeigt ab Freitag, 15. Dezember, im Hauberrisser Saal im Rathaus St. Johann die Wanderausstellung „Was damals Recht war… – Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht“.

Die Ausstellung macht deutlich, wie Unrecht und Willkür den Alltag der Wehrmachtjustiz kennzeichneten und tausende Männer und Frauen, Soldaten und Zivilisten der Unrechtsjustiz zum Opfer fielen. Sie verloren ihr Leben, gebrandmarkt als Deserteure, so genannte Wehrkraftzersetzer oder Volksschädlinge.

Darüber hinaus porträtiert die Ausstellung die Militärrichter, ihr Handeln im System und ihre Karrieren nach 1945. Mit Ablehnung und Feindschaft begegnete die Mehrzahl der Deutschen in der Nachkriegszeit den überlebenden Opfern der Wehrmachtjustiz. Vielen gelten die Verurteilten bis heute als Verräter oder Feiglinge. Der Deutsche Bundestag hob erst im Zeitraum von 2002 bis 2009 die Unrechtsurteile der Wehrmachtjustiz des Zweiten Weltkrieges auf.

Kulturdezernent Thomas Brück eröffnet die Ausstellung im Hauberrisser Saal am Donnerstag, 14. Dezember, 18 Uhr. Dr. Ulrich Baumann, stellvertretender Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, führt anschließend in das Thema ein.

Am 24. Januar 2018 findet im Rahmen der Ausstellung um 19 Uhr im Rathausfestsaal ein Vortrag statt: Prof. Dr. Gerhard Paul aus Flensburg spricht über „Ungehorsame Soldaten. Dissens, Verweigerung und Widerstand saarländischer Soldaten im Zweiten Weltkrieg“.

Besucherinnen und Besucher können sich die Ausstellung bis Freitag, 9. Februar 2018, montags bis freitags in der Zeit von 9 bis 18 Uhr anschauen. Der Eintritt ist frei. Schulklassen und Gruppen können auch Führungen durch die Ausstellung mitmachen. Dazu ist im Vorfeld eine Anmeldung erforderlich – telefonisch unter der Nummer + 49 681 905-4904 oder per E-Mail an christel.drawer@saarbruecken.de.

Weitere Informationen

Die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas mit Sitz in Berlin hat die Ausstellung konzipiert und organisiert. Kooperationspartner vor Ort ist die Landeszentrale für politische Bildung des Saarlandes. Informationen zur Ausstellung und zum Begleitprogramm stehen unter www.saarbruecken.de/hauberrisser-saal und unter www.stiftung-denkmal.de unter der Rubrik „Ausstellungen“ zur Verfügung.

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