Dresden – Albertstädter Friedhofskonzerte werden fortgesetzt

Denkmalgeschütztes Bauensemble soll erhalten werden.

Mittelrhein-Tageblatt - Deutsches Tageblatt - News - Dresden -Dresden (SN) – Auch in diesem Jahr finden die beliebten Albertstädter Friedhofskonzerte auf dem Nordfriedhof, Kannenhenkelweg 1, statt. Die Beiträge sind literarisch geprägt: Die Dresdner Schriftstellerin Uta Hauthal liest am Sonnabend, 15. Juni, 19 Uhr, aus ihrem Roman „Garbald in Dresden“. Am Sonnabend, 29. Juni, 19 Uhr, tritt das Literaturtheater Dresden mit dem Programm „Lothars Wohnung“ oder „Was vom Leben übrig bleibt, kann alles weg“ auf. Der Eintritt beträgt jeweils zehn Euro.

Der Nordfriedhof, am Rande der Dresdner Heide im Stadtteil Albertstadt gelegen, wurde 1901 als Begräbnisplatz für die Angehörigen der sächsischen Armee und deren Familien angelegt. Während der beiden Weltkriege wurden dort zahlreiche Kriegstote, die verschiedenen Opfergruppen zuzurechnen sind, bestattet. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging der Friedhof in städtischen Besitz über und wurde als zivile Begräbnisstätte weitergenutzt. Durch seine Randlage blieb er jedoch vielen Dresdnerinnen und Dresdner bis in die Gegenwart hinein unbekannt. Heute finden auf ihm kaum noch Beisetzungen statt.

Die neoklassizistische Friedhofskapelle wurde ab 1902 nach Plänen des Sächsischen Heeresbauamtes als simultanes Gotteshaus sowohl für evangelische als auch katholische Beisetzungen errichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann der Verfall des Gebäudes, beschleunigt durch die zeitweilige Umnutzung als Materiallager in der späten DDR-Zeit. 2011 bis 2012 erfolgte eine äußerliche Sanierung, doch blieb das Innere wüst. Durch die Friedhofskonzerte soll dieser Ort wiederbelebt werden.

Mit der in 2016 etablierten Konzertreihe „Albertstädter Friedhofskonzerte“ möchte der Verein Denk Mal Fort! e.V. die öffentliche Aufmerksamkeit auf das historische und denkmalgeschützte Bauensemble des Nordfriedhofes richten und zur Erhaltung der Anlage beitragen. In Kooperation mit dem Eigenbetrieb Städtisches Friedhofs- und Bestattungswesen werden dazu Künstlerinnen und Künstler eingeladen, die mit ihren Programmen die besondere Atmosphäre des Veranstaltungsortes aufnehmen und transportieren.
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Autor: Mittelrhein-Tageblatt Redaktion