Frankfurt am Main – Zwei Jahre Brexit: Die Stadt Frankfurt am Main ist gut vorbereitet für Unternehmen und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Hessische-Nachrichten - Stadt Frankfurt am Main - Aktuell -Frankfurt am Main – (ffm) Zahlreiche Finanzinstitute bereiten sich darauf vor, Personal aus Großbritannien in die EU 27 zu verlagern, um nach dem Brexit weiterhin Kunden in der EU bedienen zu können. „Viele Banken haben sich für Frankfurt am Main als Standort entschieden, weil sie hier bereits Büros unterhalten oder hier neue Dependancen eröffnen wollen und die Stadt ein bedeutender Finanzplatz mit zahlreichen Aufsichtsbehörden, einer starken Börse und hervorragender Infrastruktur ist“, berichtet Wirtschaftsdezernent Markus Frank.

Die Aufsichtsbehörden hätten klar gemacht, dass sie keine „Briefkastenfirmen“ dulden werden, daher werden seiner Meinung nach die Unternehmen größere Abteilungen aufbauen müssen, dazu gehören Handelsabteilungen, Vermögensverwaltung, Investmentbanking, IT und Risikomanagement.

Die Schätzungen, wie viele neue Arbeitsplätze im Finanzsektor tatsächlich entstehen werden und wann das passieren wird, gehen auseinander. Der Verband der Auslandsbanken spricht von 3000 bis 5000 Stellen in den nächsten zwei Jahren, die Helaba von 8000 in den nächsten Jahren, die Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance hält 10.000 neue Arbeitsplätze für möglich.

Die Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH geht nach einer Auswertung davon aus, dass mindestens 5.400 neue Stellen zu erwarten sind. Stadtrat Frank weiß: „ Zumindest ein Teil dieser neuen Einwohner, deren Jobs im Zuge des Austritts Großbritanniens aus der EU nach Frankfurt und in die Region verlagert werden sollen, wird auch Familie mitbringen, auf die wir gut vorbereitet sein wollen. Einige Banken haben bereits neue Büros angemietet, Stellenausschreibungen für Frankfurt geschaltet und suchen nach Plätzen an internationalen Schulen.“

Der Frankfurter Immobilienmarkt verzeichnete im abgelaufenen Jahr 2017 einen Rekord von über 713.000 Quadratmetern Vermietungen. Dies entspricht einer Steigerung um 32 Prozent und ist der höchste Flächenumsatz seit dem Jahr 2000. „Die Leerstandsquote liegt bei 8,8 Prozent, in Fläche ausgedrückt sind das knapp eine Million Quadratmeter. Wir sind also für Anfragen der Unternehmen, die wegen des EU Passporting Geschäftsbereiche nach Frankfurt verlagern wollen, bestens gerüstet“, bestätigt der Wirtschaftsdezernent.

Für neuen Wohnraum sorgt die Stadt unter anderem mit den seit 2016 fertiggestellten und im Bau befindlichen rund 3700 Wohneinheiten in den neuen Wohntürmen. Damit solle der Preisdruck auf die bestehenden Wohnquartiere gemildert und attraktive Wohnungen gebaut werden.

Auf Einladung der Wirtschaftsförderung gab es auch bereits Netzwerktreffen mit den Vertretern von privaten und staatlichen Schulen aus der Rhein-Main-Region, die internationale Schulabschlüsse wie das internationale Abitur oder andere international anerkannte Schulabschlüsse anbieten.

„In jedem Fall dürfen die Finanzinstitute erwarten, dass alle Mitarbeiter schnell in Frankfurt einsatzfähig sind. Damit die Umzugspläne nicht an der Erlangung einer Aufenthaltserlaubnis in Deutschland scheitern, bereiten sich die zuständigen Behörden bereits bestmöglich vor. Eine gut aufgestellte Ausländerbehörde ist nicht zuletzt auch Werbung für den Finanzplatz Frankfurt“, kündigt Wirtschaftsdezernent Markus Frank an.