Mannheim – Grußbotschaft von Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz zum Fastenmonat Ramadan

Mittelrhein-Tageblatt - Deutsches Tageblatt - News - Mannheim -Mannheim (BW) – Am 13. April hat der Fastenmonat Ramadan begonnen. Dazu übermittelt Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz den Mitgliedern der muslimischen Gemeinden Mannheims, auch namens des Gemeinderates und der Verwaltung der Stadt Mannheim, herzliche Grüße.

Der Brief im Wortlaut:

„Auch in diesem Jahr kann der für die Muslim*innen so wichtige „Monat des Korans“ aufgrund der andauernden Covid-19-Pandemie nur mit schmerzlichen Einschränkungen begangen werden: Das traditionelle Treffen von Familien und der gemeinschaftlich in den Gemeinden begangene Iftar wird auch in diesem Jahr nicht möglich sein. Nicht zuletzt auch wegen der vorbildlich durch die lokalen Moscheegemeinden umgesetzten Hygienekonzepte, kann jedoch zumindest das gemeinsame Gebet – unter den bekannten Regelungen – vollzogen werden. Hierbei begrüße und unterstütze ich ganz besonders den vom AKIG – Arbeitskreis der islamischen Gemeinden in Mannheim – gemachten Aufruf zur Durchführung eines Corona-Schnelltests, um am Abendgebet in der Moschee teilzunehmen.

Um gegen die Bedrohung durch das Coronavirus zu bestehen, wird jeder und jedem Einzelnen von uns viel abverlangt. Und es ist vor allem der Verzicht auf die uns sonst so selbstverständlichen sozialen Begegnungen, der uns als Gesellschaft in hohem Maße belastet. Vor allem sind es die Kinder und Jugendlichen sowie die älteren Menschen, die besonders unter den reduzierten Kontakten zu leiden haben. Dieser Verzicht wiegt gerade im Ramadan umso schwerer, da diese Zeit der individuellen Entbehrung ganz stark durch ein intensives Gemeinschaftserleben in der Fastenzeit getragen wird, das in der bekannten Art und Weise nun nicht erfahren werden kann.

Gleichzeitig ist der Ramadan die Zeit im Jahr, in der sich die Muslim*innen auf ihre ganz persönliche Beziehung zu Gott besinnen und daraus Kraft und Mut schöpfen, um sich den Herausforderungen und Verantwortlichkeiten im weltlichen Hier und Jetzt stellen zu können. Die bewusste Zeit der Entbehrung und des Verzichts dient so den Gläubigen als Quelle der Stärke und Zuversicht. So wünsche ich Ihnen und den Mitgliedern und Familien Ihrer Gemeinde, dass im nun begonnenen Fastenmonat die Kräfte und die Hoffnung wachsen können, um auch weiterhin gegen die Pandemie bestehen zu können.

An dieser Stelle möchte ich mich ausdrücklich bei Ihnen und Ihrer Gemeinde für die Verlässlichkeit und Verantwortungsübernahme bedanken, mit denen Sie einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung dieser für uns alle belastenden Krise leisten. Soziale Anteilnahme und gegenseitige Achtsamkeit und Fürsorge bleiben auch weiterhin unverzichtbar, damit wir in der Pandemie bestehen können – in Mannheim und darüber hinaus.

Besonders hervorheben möchte ich deshalb die zum Ramadan gestartete Hilfsaktion des vom AKIG mit-initiierten Vereins „Mannheim hilft ohne Grenzen“, um geflüchtete Familien im türkischen Kilis zu unterstützen, deren Situation sich gerade auch unter der Pandemie deutlich verschlechtert hat. Ein solches Engagement verdient größte Anerkennung. „

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