Sachsen / Kohren-Sahlis – LEADER fördert die ländlichen Regionen – Gute Erfahrungen mit regionaler Verantwortung

Staatsminister Schmidt besucht das LEADER-Gebiet „Land des Roten Porphyr“ und übergibt Fördermittelbescheid.

suedwest-news-aktuell-deutschland-sachsenSachsen / Kohren-Sahlis – Staatsminister Thomas Schmidt hat heute (2. November 2017) das LEADER-Gebiet „Land des Roten Porphyr“ besucht. Bei den Besuchen in Kohren-Sahlis sowie Frohburg (Landkreis Leipzig) informierte sich der Minister über die Umsetzung des LEADER-Programms und über konkrete Projekte, die mithilfe der Mittel aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des Ländlichen Raumes (ELER) unterstützt werden.

„Ich freue mich, dass die sächsischen LEADER-Gebiete ihre Freiheit hervorragend genutzt haben, um Projekte und Förderhöhen mit einem hohen Maß an Kreativität, Eigeninitiative und Verantwortungsbewusstsein selbst zu bestimmen“, sagte Minister Schmidt. Im „Land des Roten Porphyr“ spüre man die lange Erfahrung mit regionaler Beteiligung, weil die Strukturen schon seit vielen Jahren bestehen. Die Impulse des Ministeriums zur Vereinfachung des Förderverfahrens würden dort angenommen, indem die LEADER-Entwicklungs-Strategie verschlankt wurde.

Mit rund 75 000 Einwohnern ist das „Land des Roten Porphyr“ eines der kleineren sächsischen LEADER-Gebiete. Das LEADER-Gebiet umfasst insgesamt 17 Kommunen und erstreckt sich auf 560 km² im Westen des Landkreises Mittelsachsen und im südlichen Bereich des Landkreises Leipzig. Ihre Entwicklungsstrategie hat die Region unter das Leitbild „Land des Roten Porphyr – Lebensqualität für alle Generationen in gewachsener Kulturlandschaft“ gestellt und damit im April 2014 den Status als LEADER-Gebiet erhalten. Dem LEADER-Gebiet steht bis zum Jahr 2020 ein Budget von rund 16,3 Millionen Euro zur Verfügung, mit dem es eigenständig über die Förderung von Vorhaben entscheiden kann.

Gemeinsam mit dem Landratsamt des Landkreises Leipzig übergab der Minister in Kohren-Sahlis den LEADER Fördermittelbescheid für den Umbau und die Sanierung des alten Bahnhofs an Diana Stock und Ronny Loth. Der Zuschuss beträgt 50 Prozent zur Gesamtinvestition von rund 400 000 Euro. Die Bauherren werden das ehemalige Bahnhofsgebäude sanieren und nutzen es künftig als Wohn- und Geschäftshaus mit Friseur- und Kosmetiksalon. Der Außenbereich wird ebenfalls saniert und das Erdgeschoss erhält einen barrierefreien Zugang.

Im Frohburger Ortsteil Prießnitz besichtigte der Minister den Umbau und die Modernisierung eines leerstehenden Wohnhauses. Gleich zwei Familien konnten sich damit durch die jetzt voneinander getrennten Wohneinheiten ihren Wunsch nach Eigentum erfüllen. Die Gesamtkosten von circa 530 000 Euro wurden durch LEADER mit einem Zuschuss von 40 Prozent gefördert.

„Die LEADER-Aktionsgruppen sorgen mit eigenen Veranstaltungen, Arbeitsgruppen und der Gewinnung von Antragstellern dafür, dass die ländliche Entwicklung in Sachsen eine breite Bewegung ist und die Mittel genau da ankommen, wo sie gebraucht werden“, sagte der Minister abschließend. Die örtlichen Akteure geben starke Impulse und vernetzen das Porphyrland über die Kreisgrenzen hinweg.

Hintergrund:

Nach den guten Erfahrungen mit der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) in der vergangenen Förderperiode (2007 bis 2013) hatte der Freistaat den Regionen für die Jahre 2014 bis 2020 noch größere Gestaltungsmöglichkeiten in der regionalen Entwicklung eröffnet und mehr Verantwortung bei der Verwendung der Fördermittel übertragen. Bei der Förderung der Entwicklung des ländlichen Raumes setzt Sachsen wie kein anderes Bundesland auf das LEADER-Prinzip: Die Akteure im ländlichen Raum können nahezu flächendeckend die Vorteile eigenständiger Strategien einschließlich der Verantwortung für ihr Budget nutzen. Die Regionen erhalten dafür mit 427 Millionen Euro 40 Prozent der Mittel des sächsischen Entwicklungsprogramms für den Ländlichen Raum (EPLR). Mit diesem hohen Anteil steht Sachsen europaweit an der Spitze.

Nach einem Aufruf des SMUL haben sich 30 sächsische Regionen gebildet und sich mit ihren Entwicklungsstrategien um die Anerkennung als LEADER-Gebiet beworben. Das SMUL hat alle Strategien im April 2015 genehmigt. Die LEADER-Gebiete bestimmen nun in einem transparenten Verfahren selbst, welche Projekte in welcher Höhe gefördert werden. Die Strategien sind die Basis für thematische Aufrufe, nach denen sich Bürger, Unternehmen, Vereine und Gemeinden um eine Förderung bewerben können. Ein Entscheidungsgremium wählt nach den regionalen Prioritäten die Vorhaben aus. Die Bewilligung der Förderung erfolgt dann durch die jeweiligen Landratsämter.

LEADER (französisch: „Liaison entre actions de développement de l’économie rurale“) ist eine Initiative der Europäischen Union zur Entwicklung der ländlichen Räume unter maßgeblicher Mitarbeit der Bevölkerung. Die finanzielle Unterstützung der ländlichen Entwicklung im Rahmen von LEADER erfolgt aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) sowie aus sächsischen Landesmitteln.


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Autor: Mittelrhein-Tageblatt Redaktion