Dresden – Ideen zu Orten der NS-Diktatur im Dresdner Norden gesucht

Jetzt am Wettbewerb „Gedenkareal Dresdner Norden“ beteiligen.

Mittelrhein-Tageblatt - Deutsches Tageblatt - News - Dresden - Dresden (SN) – Ab sofort werden Ideen zu Orten der NS-Diktatur im Dresdner Norden gesucht. Der Geschäftsbereich Kultur und Tourismus hat dazu einen Ideenwettbewerb gestartet mit dem Ziel, die Opfer- und Täterorte im „Gedenkareal Dresdner Norden“ aus der Zeit des Nationalsozialismus digital und analog sichtbar zu machen.

Beispielhafte und aufgrund ihrer Historie herausgehobene Orte sind dabei u. a der Alte Leipziger Bahnhof als Ort der Deportationen jüdischer Menschen, das Festspielhaus Hellerau mit dem Ostflügel als ehemalige Polizeischule der SS, das Areal des Zwangsarbeiterlagers am Hellerberg Radeburger Straße einschließlich des St.-Pauli-Friedhofs, der Heidefriedhof, die ehemaligen Goehle-Werke in der Riesaer Straße und die NAPOLA-Erziehungsanstalt in der Königsbrücker Landstraße.

Der Ideenwettbewerb ist als einstufiger interdisziplinärer Prozess angelegt. Das Bewerbungsverfahren richtet sich an Arbeitsgemeinschaften von Architekten, Landschaftsarchitekten und Künstlern, Designern, Grafikern, Historikern, Vertretern der zivilgesellschaftlichen Erinnerungskultur, der Gedenkstätten, Vereine, Verbände und Initiativen sowie an interdisziplinäre Teams deutschlandweit.

Durch ein interdisziplinär zusammengesetztes Auswahlgremium aus Fachpreis- und Sachpreisjuroren werden sieben Teilnehmer und Projektgruppen im Bewerbungsverfahren ausgewählt und zur Teilnahme am Wettbewerbsverfahren eingeladen. Alle Wettbewerbsteilnehmenden erhalten eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 1.500 Euro, Preisgelder werden nicht vergeben.
Weitere Details zum Ideenwettbewerb und die Bewerbungsunterlagen sind ab sofort online unter https://www.dresden.de/de/kultur/kunst-und-kultur/ideenwettbewerb-gedenkareal-dresdner-norden.php abrufbar.

Mit der Auslobung des Ideenwettbewerbes „Gedenkareal Dresdner Norden“ sollen Entwürfe für neue Formen des Gedenkens und Erinnerns gefunden und historische Zusammenhänge als Teil einer lokalhistorischen Aufarbeitung dargelegt werden. Ziel und Herausforderung des Wettbewerbs ist es, die historische Gestalt von Erinnerungsorten und deren Verbindungslinien der Dresdner Gedenkkultur hinzuzufügen und für die Vermittlung an nachfolgende Generationen visuell, haptisch und digital aufzubereiten.

Es soll ein Möglichkeitsraum entstehen, wie mit den materiellen und immateriellen Hinterlassenschaften der nationalsozialistischen Diktatur perspektivisch umgegangen werden kann und in dem sich Erinnerungs-, For-schungs- und politisch-kulturelle Bildungsarbeit miteinander verbinden sollen. Im Rahmen dieses Ideenwettbewerbes geht es demnach um eine inhaltlich, künstlerisch und didaktisch überzeugende Idee und Konzeption für lokalhistorische Orte, die die Menschen erreichen soll. Grundvoraussetzung für die memorialen Entwürfe ist eine intensive Auseinandersetzung mit Fragen des Erinnerns und Gedenkens im Sinne einer zeitgenössischen Erinnerungskultur. Ziel des Wettbewerbsverfahren ist es, die Grundlage für einen angemessenen Lern- und Erinnerungskomplex durch einen integrierten Ansatz unterschiedlichster Disziplinen zu schaffen.

„In den letzten drei Jahrzehnten haben sich zahlreiche Initiativen und Vereine um die Erforschung, Dokumentation und Vermittlung der Ereignisse und Verbrechen des Nationalsozialismus in unserer Stadt bemüht. Diese Initiativen verdienen Dank und Anerkennung. Mit dem Verschwinden der Generation an Zeitzeugen, mit der Sanierung und Nachnutzung zahlreicher Liegenschaften und den digitalen Möglichkeiten der Gegenwart sehen wir die Notwendigkeit, dieses dunkle Kapitel der Stadtgeschichte Dresdens an den historischen Orten zu kontextualisieren und neue Orte der Vermittlung erlebbar zu machen und jüngere Forschungsergebnisse einfließen zu lassen. Das sind wir nicht zuletzt den unzähligen Opfern schuldig“, erläutert Annekatrin Klepsch, Zweite Bürgermeisterin und Beigeordnete für Kultur und Tourismus.
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Landeshauptstadt Dresden
Amt für Presse-, Öffentlichkeitsarbeit und Protokoll

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