Meyer: „SuedLink ist Kernstück für das klimaneutrale Deutschland“ – Netzausbau und Erneuerbare senken die Stromkosten und bringen die Energiewende voran.
Der erste 37 Kilometer lange Teilabschnitt des SuedLinks wurde heute in Anwesenheit von Energieminister Christian Meyer im Landkreis Rotenburg (Wümme) vom Übertragungsnetzbetreiber TenneT fertiggestellt. Die rund 700 Kilometer lange Leitung wird künftig Windstrom aus Norddeutschland in die Verbrauchszentren im Süden transportieren und bis zu vier Gigawatt Leistung übertragen.
Dazu sagte Niedersachsens Energieminister Christian Meyer: „Der für die Entlastung aller Stromkunden so wichtige SuedLink kommt nun mit der Fertigstellung des ersten Teilstücks einen entscheidenden Schritt voran. Der SuedLink wird Windstrom nach Süden oder Solarstrom in den Norden übertragen und ist somit ein Kernstück für das klimaneutrale Deutschland. Je schneller wir ihn bauen, desto mehr sparen wir. Denn SuedLink spielt eine entscheidende Rolle, um die Stromkosten in Deutschland deutlich zu verringern. Teure fossile Reservekraftwerke, die mit Kohle oder Gas betrieben werden, werden durch günstigen und überschüssigen Windstrom aus dem Norden ersetzt. Damit sparen wir Milliarden und entlasten die Strompreise für alle dauerhaft“, so Energieminister Meyer.
Auch die sogenannten Redispatch-Kosten – also Kosten, die entstehen, wenn Windenergieanlagen wegen fehlender Netzkapazitäten abgeregelt werden müssen – können durch den SuedLink deutlich reduziert werden. Gleichzeitig stärkt die Leitung die Versorgungssicherheit und macht das Energiesystem insgesamt robuster.
„Niedersachsen hat beim Ausbau der Erneuerbaren Energien den Turbo gezündet. Jetzt muss der Netzausbau Schritt halten. Als Energieland Nummer eins übernehmen wir Verantwortung für die Energieversorgung Deutschlands. Der Ausbau der Stromnetze ist deshalb genauso wichtig wie der Ausbau der Wind- und Solarenergie. Nur wenn beides gemeinsam vorankommt, gelingt die Energiewende dauerhaft und bezahlbar. Ein Ausbremsen des Netzausbaus durch Bundesenergieministerin Reiche ist daher fatal“, betonte Meyer.
Die vollständige Erdverkabelung des SuedLinks geht auf eine langjährige Forderung Niedersachsens zurück. Gemeinsam mit den zwischen TenneT und der Landwirtschaft vereinbarten Entschädigungsregelungen hat sie wesentlich dazu beigetragen, die Akzeptanz des Projekts in den betroffenen Regionen zu erhöhen. „Die vollständige Erdverkabelung war der richtige Weg. Sie schafft Akzeptanz vor Ort, schützt die berechtigten Interessen der Grundstückseigentümerinnen und Grundstückseigentümer und trägt dazu bei, große Infrastrukturvorhaben schneller umzusetzen. Eine Rückkehr zu oberirdischen Anlagen wäre fatal und teuer“, so Meyer.
Dass der Ausbau der erneuerbaren Energien weiter an Dynamik gewinnt, zeigen auch die aktuellen Ausschreibungen für Windenergie an Land. Das ausgeschriebene Volumen von rund 2,5 Gigawatt wurde mit Geboten über mehr als 6,4 Gigawatt erneut deutlich überzeichnet. Insgesamt erhielten 270 Gebote mit einer Leistung von rund 2,5 Gigawatt einen Zuschlag. Niedersachsen behauptet dabei seine Spitzenposition: 70 erfolgreiche Gebote mit einer Leistung von rund 628 Megawatt stammen aus Niedersachsen. Damit entfällt rund jedes vierte bezuschlagte Projekt bundesweit auf Niedersachsen. Niedersachsen ist damit Windkraftland Nummer 1. Dahinter beim Zubau folgen mit großem Abstand Brandenburg und Nordrhein-Westfalen. Der Preis pro Kilowattstunde Windstrom sank auch in der zweiten Ausschreibung weiter auf nur noch 5,05 Cent.
Dazu Energieminister Meyer: „Erneuerbare Energien und robuste Netze senken daher die Strompreise und helfen uns die Klimaziele zu erreichen. Es wäre gut, wenn wir endlich die von allen 16 Energieministerinnen und -minister geforderte Sonderausschreibung von
12 GW Windstrom umsetzen und Bundesministerin Reiche ihren von allen kritisierten Netzausbaustopp aufgeben würde. Allein in Niedersachsen stehen 32 Milliarden Euro Investitionen in die Energiewende auf dem Spiel. Niedersachsen will nach dem Erneuerbaren-Turbo endlich auch einen Netzausbau-Turbo!“
***
Text: Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz