Pirmasens – Offene Stadtführung: Jüdisches Leben in Pirmasens am Samstag, 2. November

Mittelrhein-Tageblatt - Deutsches Tageblatt - News - Pirmasens -Pirmasens – Offene Stadtführung: Am Samstag, 2. November 2019, steht die letzte offene Stadtführung im laufenden Jahr unter der Überschrift „Jüdisches Leben in Pirmasens“. Ute Jaquet-Wagner nimmt Interessierte mit auf einem Spaziergang über den Gedenkweg.

Im Mittelpunkt steht die Geschichte der ehemaligen jüdischen Gemeinde in Pirmasens. Ausgangspunkt des Rundgangs bildet die Esplanade des Bahnhofsvorplatzes. Dort war im September 2014 die zentrale Gedenkstätte eingeweiht worden, mit der aller verfolgten, vertriebenen und ermordeten Pirmasenser Opfer des Nationalsozialismus gedacht wird, darunter viele Menschen jüdischen Glaubens. Von dort aus begeben sich die Teilnehmer der Führung auf einen Rundgang durch Teile der Innenstadt, wo an den jeweiligen Stationen Personen- und Sachtafeln zum Gedenkprojekt angebracht sind.

Die Geschichte der jüdischen Gemeinde reicht bis in die Landgrafenzeit zurück. Viele der jüdischen Mitbürger haben unter anderem in Vereinen, als Geschäftsleute, in der Schuhindustrie, als Ärzte oder im Kulturleben die Historie der Siebenhügelstadt wesentlich geprägt. Noch zu Anfang des 20. Jahrhunderts gab es eine große jüdische Gemeinde, deren Versammlungsort die Synagoge in Pirmasens war. Mit dem Aufkommen der Nationalsozialisten und den von ihnen veranlassten Repressionen wurden viele Pirmasenser Juden vertrieben und mehr als 270 in Konzentrationslagern ermordet oder in den Tod getrieben.

Die städtische Gästeführerin Ute Jaquet-Wagner gibt auf dem Rundgang einen Einblick in die Entstehung der jüdischen Gemeinde, berichtet von der alteingesessenen Familie Beiersdorf sowie über die Repressionen der Nationalsozialisten, die am Beispiel der Familien Kahn und Mandel zu Vertreibung und Enteignung führten. Neben der allgemeinen Thematik, wie der sogenannten Arisierung, stehen dabei auch die persönlichen Schicksale der Menschen jüdischen Glaubens im Vordergrund.

Auf einen Blick: Die offene Stadtführung am Samstag, 2. November 2019, steht unter dem Titel „Jüdisches Leben in Pirmasens: Rundgang zum Gedenkweg“. Treffpunkt ist um 14.30 Uhr am Stelendenkmal in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof. Kosten für die Führung: Drei Euro pro Person. Kinder bis sechs Jahre sind frei. Dauer: Etwa 90 Minuten. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Informationen beim Stadtarchiv unter 06331/842299.

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Stadt Pirmasens

Autor: Mittelrhein-Tageblatt Redaktion