Reisen und Touristik – Online-Zahlungsdienst „Neosurf“ – Anonymität dank Prepaid

Neosurf ist einer der jüngeren Zahlungsdienstleister in der Branche und setzt auf vollständige Anonymität.

Mann hält einen 100-Euro-Schein und ein Smartphone in seiner Hand
Dank der Prepaid-Methode können Verbraucher mit Neosurf anonym im Internet bezahlen. Bildquelle: fotoblend / Pixabay

Reisen und Touristik – Im modernen Zeitalter laufen viele alltägliche Dinge im digitalen Raum ab. Dazu gehört auch das menschliche Konsum- und Einkaufsverhalten. Im Laufe der Zeit hat sich so eine neuartige Branche entwickelt, die das immer größer werdende Volumen an Online-Transaktion abwickelt. Neben etablierten Größen wie PayPal oder Klarna gilt der Zahlungsdienst Neosurf eher als Neuling in der Industrie. Im Gegensatz zum Großteil der Konkurrenz setzt Neosurf auf ein Prepaid-Modell, das komplett ohne persönliche Daten auskommen und so vollständige Anonymität gewähren soll.

Der wohl bekannteste Online-Zahlungsdienst, der bereits seit Jahren auf die Prepaid-Methode setzt, ist Paysafecard. An der Tankstelle, dem Kiosk oder im Drogeriemarkt sind die kleinen Karten analog zu erwerben, um mithilfe eines 16-stelligen Codes im Netz für die investierte Summe einkaufen zu können. Dieses Prinzip verspricht den Wegfall des Datenaustauschs und verhindert die Verfolgung persönlicher Transaktionen, Investitionen und Einkäufe. Dadurch wird im Endeffekt der eigene digitale Fußabdruck verschleiert. Der Gedanke hinter diesem Modell bezieht sich eher weniger auf betrügerische Machenschaften als vielmehr auf Online-Einkäufe, die nicht zwingend in der eigenen Vita aufgezeigt werden müssen.

Dazu gehören zum Beispiel Einzahlungen in Online-Casinos oder Plattformen, die Sportwetten anbieten. Aber auch auf Webseiten, die Erotikartikel oder ähnliche Produkte anbieten, erwartet man als Verbraucher ein Höchstmaß an Diskretion. Da Paysafecard jedoch als einziger großer Zahlungsanbieter diese Form der Anonymität offeriert, versucht Neosurf als neuer Bezahldienst eine Alternative anzubieten. Vor einiger Zeit noch als nicht ernstzunehmende Stichflamme abgetan, akzeptieren mittlerweile immer mehr Portale Neosurf als Zahlungsmöglichkeit. Darüber hinaus hat der Paymentservice auch in der Medienlandschaft für immer mehr Aufsehen gesorgt – so hat sich auch travelscout24.de mit Neosurf beschäftigt.

Funktionsweise von Neosurf

Das Prinzip von Neosurf ist simpel. Wer bereits mit dem großen Konkurrenten Paysafecard Erfahrungen gesammelt hat, wird sich beim neuartigen Zahlungsdienst schnell zurechtfinden. Beide Bezahlservices fußen auf einem Prepaid-Modell und weisen daher eine sehr ähnliche Funktionsweise auf:

  • Im ersten Schritt kauft man sich eine Neosurf‑Karte – manchmal auch Voucher genannt – bei einem teilnehmenden Händler. Laut eigenen Angaben des französischen Unternehmens soll es derzeit mehr als 150.000 Verkaufsstellen Dazu gehören unter anderem Tankstellen, Supermärkte oder Internet-Cafés. Welche dieser Verkaufsstellen am nächsten zum eigenen Standort liegen, kann auf der Neosurf-Homepage ermittelt werden. Eine Karte kann zudem mit einem Betrag zwischen fünf und 150 Euro aufgeladen werden.
  • Da der Zahlungsdienst in Deutschland noch in der Aufbauphase ist, müssen für den analogen Kauf einer Karte eventuell einige Kilometer zurückgelegt werden. Doch es gibt auch eine digitale Infrastruktur, die einen Online-Kauf ermöglicht.
  • Für die Erstellung eines Neosurf-Gutscheins ist keine Registrierung auf der Homepage nötig. Kontodaten, persönliche Informationen oder ähnliche Daten sind ebenfalls kein Teil der Prepaid-Methode. Dadurch wird gewährleistet, dass es sich um einen echten anonymen Zahlungsdienst
  • Auf jeder Neosurf-Karte befindet sich ein zehnstelliger Pin-Code. Dieser muss lediglich im Online-Shop oder etwa im Online-Casino (beste Casinoseiten) der Wahl eingegeben werden. Dadurch wandert der aufgeladene Betrag auf das eigene Konto der entsprechenden Webseite.

Neosurf – Was sind die Vor- und Nachteile?

Die geringfügige Bereitstellung offizieller Verkaufsstellen in Deutschland macht die Situation als Verbraucher hierzulande etwas komplizierter. Zwar bieten direkte Nachbarstaaten wie Frankreich, Polen oder Niederlande in vielen Läden Neosurf-Karten an, doch nicht jeder grenzt geographisch nah genug an diese Länder an. Auch wenn ein direkter Online-Erwerb der Prepaid-Karten möglich ist, verspricht die analoge Variante das Maximum an Anonymität. Dadurch ergibt sich eine eher nachteilhafte Gesamtsituation für Verbraucher in der Bundesrepublik. Erschwerend kommt hinzu, dass die Europäische Union seit geraumer Zeit das Modell hinter Prepaid-Bezahlungen genauer prüft. Einige Stimmen fordern eine strengere Überwachung für Transaktionen im Internet. Allerdings gilt dieser Umstand in erster Linie für anonyme und digitale Währungen wie z.B. Bitcoin.

Es ist davon auszugehen, dass Neosurf ihr Geschäftskonzept auch in naher Zukunft weiterverfolgen darf. Das zeigt die langjährige Tätigkeit des direkten Konkurrenten Paysafecard. Die Vorteile sind dabei offensichtlich. Wer schnell und vor allem völlig anonym im Internet shoppen oder für eine Dienstleistung bezahlen möchte, findet mit Neosurf eine gute und unkomplizierte Lösung. In der Praxis gehen Einzahlungen ohne jegliche Komplikationen über die Bühne. Für Auszahlungen sieht das zum gegenwärtigen Zeitpunkt allerdings ganz anders aus, da das französische Unternehmen diesbezüglich keine Möglichkeit anbietet. Aus diesem Grund beschränken sich die Vorteile der Prepaid-Methode ausschließlich auf digitale Einzahlungen.

Wie sicher ist Neosurf?

Bei neuen Online-Zahlungsdiensten stellt sich spätestens seit der Wirecard-Affäre die Frage nach Sicherheit und Seriosität. Diese könnte aufgrund der sporadischen Verbreitung Neosurfs in Deutschland kritisch beäugt werden. Allerdings gilt dieser Umstand nur für die Bundesrepublik, da der Zahlungsdienstleister mit über 150.000 Verkaufsstellen in 45 Ländern präsent ist. Zudem ist man als französisches Unternehmen an den Rechtsrahmen der EU gebunden, was im Normalfall ein hohes Maß an Sicherheit bietet – sowohl für die Verbraucher als auch für Neosurf selbst. Nichtsdestotrotz hat die Vergangenheit des Öfteren eindrucksvoll bewiesen, dass kriminellen Energien im Netz stark vertreten sind. Daher sollte man immer die üblichen Sicherheitsvorkehrungen beachten, wenn man im Internet unterwegs ist.

Neosurf – FAQ

Welche Beträge gibt es bei Neosurf?

Neosurf-Karten können mit unterschiedlichen Beträgen aufgeladen werden. Die gängigsten Summen sind 15, 30 und 50 Euro. Der Maximalbetrag beläuft sich auf 250 Euro.

Erhebt Neosurf Gebühren?

Der Zahlungsdienstleister selbst verzichtet komplett auf Gebühren. Wenn man eine Neosurf‑Karte an einer teilnehmenden Verkaufsstelle kauft, wird der aufgeladene Betrag ohne jegliche Abzüge ins Internet übertragen. Gebühren können jedoch über die E-Wallet-Option von Neosurf (myNeosurf) anfallen. Allerdings gibt es diesbezüglich deutlich bessere Varianten, so dass man entsprechenden Gebühren ausweichen kann.

Wie läuft der Online-Kauf für Neosurf-Karten ab?

Zwar können Neosurf‑Karten direkt online erworben werden, jedoch bietet der Zahlungsdienst diese Option nicht selbst an. Dadurch kann es gegebenenfalls zur fraglichen Angeboten kommen, von denen man im Idealfall absehen sollte. Darüber hinaus hebt ein Online-Kauf die erwünschte Anonymität auf, da man persönliche Daten angeben müsste.

Lassen sich mehrere Neosurf-Karten miteinander kombinieren?

Nicht direkt. Vielmehr muss man die jeweiligen Codes nacheinander auf der entsprechenden Plattform oder Webseite eingeben. Das verfälscht jedoch nicht den aufgeladenen Betrag.

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Wirtschaftsredaktion Mittelrhein-Tageblatt

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