Celik/Jersch: Boberg-Teilschließung: Ein gebrochenes Versprechen des Senats und ein fatales Signal für Hamburgs Osten – Auf einer Pressekonferenz hat der Erste Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) heute den Anschluss großer Teile des Krankenhauses Boberg an das Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) verkündet. Mit dieser Entscheidung werden Teile der Chirurgie zum Standort Eppendorf verlagert, Patienten sollen auch nach Wandsbek und Reinbek weitergeleitet werden.
Deniz Celik, gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Was wir am Standort Boberg erleben, ist eine politisch gewollte Konzentration von Klinikstandorten – und sie geht zulasten der Patienten, Beschäftigten und der regionalen Versorgung. Das ist kein echter Standorterhalt, sondern eine deutliche Schwächung der wohnortnahen stationären Versorgung im Hamburger Osten – trotz Neubau-Planungen mit ambulanter Notfallversorgung und Reha-Zentrum. Es steht im klaren Widerspruch zu den Versprechen der Gesundheitssenatorin, die Krankenhausreform werde die Standorte in Hamburg nicht gefährden. Nach Groß Sand trifft es erneut einen Bezirk, in dem die Gesundheitsversorgung ohnehin unter Druck steht. Das ist ein fatales Signal. Für den Hamburger Osten muss jetzt geklärt werden, welche Folgen der Wegfall wichtiger stationärer Versorgung hat. Wir fordern eine zeitnahe Selbstbefassung des Gesundheitsausschusses. Zudem müssen die Interessen der Beschäftigten vollständig berücksichtigt werden. Über ihre Köpfe hinweg dürfen keine Tatsachen geschaffen werden.“
Stephan Jersch, Wahlkreisabgeordneter für Bergedorf: „Das ist kein guter Tag für Bergedorf, den ganzen Osten Hamburgs und das Umland. Es macht den Eindruck, dass der Senat das UKE sichern und Kosten sparen will, zulasten der Gesundheitsstruktur im Hamburger Osten, auch über Bergedorf hinaus. Das Angebot des Unfallkrankenhauses in Boberg wird ausgeweidet zugunsten der Stärkung des UKE. Das ist ein schwerer Schlag, den das kleine Bethesda-Krankenhaus nicht wird auffangen können, trotz aller schönen Worte aus dem Senat.“
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Text: Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft