Fr. Jul 30th, 2021

Millionenprojekt „ID-IDEAL“ zur Digitalisierung der Identifizierungsprozesse in Verwaltung und Wirtschaft.

Nachrichten-aus-der-Stadt-Dresden-Aktuell-Dresden (SN) – Nutzername, Passwort, einloggen: auf der Arbeit am Computer, zum Spielen auf dem Smartphone, beim schnellen Kauf der Kinokarte für den Abend, beim Onlineshopping sowieso, beim Hotel-Buchen, der Steuererklärung – ständig fragen die vielen Online-Dienste, die das Leben eigentlich leichter machen sollen, nach komplexen Kombinationen aus Buchstaben und Zahlen. Schließlich muss ein Nutzerkonto sicher sein, damit Fremde sich nicht einwählen können. Und gleichzeitig muss der Anbieter immer genau wissen, mit wem er es zu tun hat.

Dresden will solche Identifizierungsprozesse revolutionieren. Dazu erhält das neue Projektbündnis „ID-IDEAL“ 15 Millionen aus dem Fördertopf „Schaufenster Sichere Digitale Identitäten“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Rund ein Drittel davon entfallen auf die Partner in Dresden. „ID-IDEAL“ wird von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (HTW) geleitet und besteht insgesamt aus fünfzehn Projektpartnern aus den Bereichen:

· Technologie (Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden, Blockchain Competence Center an der Hochschule Mittweida, Fraunhofer FIT, SQL Projekt AG, Exxeta AG, Kaprion Technologies GmbH)
· kommunale Anwender (Landeshauptstadt Dresden, Stadt Leipzig, Stadt Mittweida)
· industrielle Anwender (Jungheinrich AG, StromDAO GmbH, EECC GmbH)
· ID-Dienste (Evan GmbH, Authada GmbH, Jolocom GmbH)

Ihr Ziel: herausragende Ansätze für neue offene, systemübergreifende (interoperable) und einfach nutzbare Identitäts-Ökosysteme, die in Modellregionen anwendungsnah erprobt werden sollen. Im Mittelpunkt steht die Unterstützung von so genannten Self Sovereign Identity (SSI)-Ansätzen: Nutzerinnen und Nutzer verfügen über die vollständige Hoheit über die eigene digitale Identität.

Dresden ist in dem Projekt Vorreiter für die Umsetzung in einer Großstadt und möchte die digitale Identität (ID) an breiten Anwendungsfällen mit Alltagsrelevanz erproben. Dazu zählen unter anderem das An- und Ummeldeverfahren im Bürgeramt, aber auch Dienste wie Bibliotheksnutzung, Bürgerbeteiligung oder der Bürgeraccount. Auch Unternehmen sollen profitieren, etwa bei der Beantragung von Fördermitteln oder bei der Händlerzuweisung im Marktwesen. Entscheidender Schritt dabei ist die einheitliche Verifizierung von IDs und ID-Beziehungen durch die Kommune und Bank-/Finanzdienstleister, Mobilitätsdienstleister und im Energiesektor.

„Mit ID-Ideal sollen für Bürgerinnen und Bürger zwei wesentliche Ziele erreicht werden. Zum einen bekommen sie die Kontrolle über ihre digitale Identität, die wird künftig auf dem Smartphone gespeichert wird. Datenschutzfreundlich werden nur ausgewählte Angaben weitergegeben, und auch nur, wenn der Nutzer zustimmt“, sagt Prof. Dr. Jürgen Anke von der HTW Dresden, der das Projekt leitet. „Digitale Dienste können einfacher genutzt werden, da aufwändige Registrierungen entfallen. Wir freuen uns, dass die Landeshauptstadt Dresden an diesem Projekt mitarbeitet und alltagsrelevante Angebote entwickelt. So können wir gemeinsam mit den Dresdnerinnen und Dresdnern die Qualität und den Bedienungskomfort beim Einsatz digitaler Identitäten verbessern.“

Prof. Dr. Michael Breidung, der als Betriebsleiter des Eigenbetriebes IT das Projekt für die Stadtverwaltung Dresden steuert, erklärt: „So wie wir in der analogen Welt nur einen einzigen Personalausweis haben, soll es künftig ein digitales Pendant geben, mit dem Nutzerinnen und Nutzer medienbruchfreie digitale Services erhalten. Was zunächst einfach klingt, ist ein sehr komplexes Vorhaben. Es existieren zwar Ansätze, jedoch erreichte keiner bisher die notwendige kritische Masse. Mit dem großen und exzellenten Netzwerk der ID-IDEAL Partner in Dresden können wir eine Lösung kreieren, die gleichermaßen nutzerfreundlich, vertrauenswürdig und wirtschaftlich ist.“

Hintergrund zum Förderprogramm

Digitale Identitäten sind eine wesentliche Voraussetzung für eine funktionierende Volkswirtschaft. Mit zunehmender Digitalisierung setzen nahezu alle Wirtschafts- oder Verwaltungsprozesse die Identifikation einer Person oder eines Objektes voraus. Digitale Identitäten sind damit zum Eingangstor für moderne digitale Verwaltungs- und Wirtschaftsprozesse geworden. Mit dem „Schaufenster Sichere Digitale Identitäten“ sollen deutsche eIDAS-Lösungen zugänglich gemacht werden. Für Verwaltung, Wirtschaft – insbesondere Klein- und mittelständische Unternehmen – und die Bevölkerung. Die Bürgerinnen und Bürger sollen in die Entwicklung der Lösungen eingebunden werden. Mit dem Innovationswettbewerb leistet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie einen unmittelbaren Beitrag zur Digitalen Souveränität und Datensicherheit im Internet. Die Maßnahme zielt darauf ab, das Vertrauen von Bürgerschaft und Unternehmen in die Digitalisierung zu stärken.

Weiterführende Informationen
www.id-ideal.de
____________________________________

Landeshauptstadt Dresden
Amt für Presse-, Öffentlichkeitsarbeit und Protokoll