Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026: Nachzählungen in mehreren Wahlbezirken – AfD gewinnt 38 von 41 Direktmandaten

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Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026: Nachzählungen in mehreren WahlbezirkenAfD gewinnt 38 von 41 Direktmandaten – Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt werden in mehreren Wahlbezirken Stimmen nachgezählt. Am deutlichen Wahlsieg der AfD dürfte dies nach bisherigem Stand nichts Grundsätzliches ändern. Besonders bemerkenswert ist inzwischen die Verteilung der Direktmandate: Die AfD gewann 38 von insgesamt 41 Wahlkreisen. Die CDU, die 2021 noch 40 Direktmandate geholt hatte, gewann diesmal keinen einzigen Wahlkreis. Das endgültige amtliche Wahlergebnis wird allerdings erst am 22. September festgestellt.

Magdeburg – Vier Tage nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt steht das politische Ausmaß des Wahlergebnisses immer deutlicher fest. Die AfD hat nicht nur bei den Zweitstimmen mit großem Abstand gewonnen. Ein Blick auf die einzelnen Wahlkreise zeigt einen noch stärkeren politischen Umbruch.

Nach dem vorläufigen Ergebnis gewann die AfD 38 der insgesamt 41 Direktmandate im Land.

Die CDU gewann dagegen keinen einzigen Wahlkreis.

Ein Vergleich mit der Landtagswahl 2021 verdeutlicht, wie außergewöhnlich diese Verschiebung ist: Damals hatte die CDU noch 40 von 41 Direktmandaten gewonnen. Lediglich ein Wahlkreis war an die AfD gegangen.

Nur fünf Jahre später hat sich dieses Verhältnis nahezu vollständig umgekehrt.

AfD weiterhin bei 43,8 Prozent

Bei den Zweitstimmen bleibt es nach dem bislang vorliegenden vorläufigen Wahlergebnis bei einem deutlichen Sieg der AfD.

Die Ergebnisse:

Partei Zweitstimmen
AfD 43,8 %
CDU 17,2 %
SPD 9,3 %
Grüne 8,9 %
Linke 8,6 %
BSW 5,3 %
FDP 2,6 %
Sonstige 4,3 %

Damit liegt die AfD mehr als 26 Prozentpunkte vor der CDU.

Gegenüber der Landtagswahl 2021 hat die AfD ihren Stimmenanteil mehr als verdoppelt. Damals hatte sie 20,8 Prozent erreicht.

Die CDU erlebt dagegen einen historischen Absturz. Von 37,1 Prozent im Jahr 2021 bleiben 2026 nach dem vorläufigen Ergebnis nur noch 17,2 Prozent.

38 Wahlkreise für die AfD – drei für die Linke

Noch eindrucksvoller als das Zweitstimmenergebnis fällt die Verteilung der Direktmandate aus.

Von den 41 Wahlkreisen gingen:

38 Direktmandate an die AfD,
3 Direktmandate an die Linke,
0 Direktmandate an die CDU.

Damit gewann die CDU trotz eines landesweiten Zweitstimmenanteils von 17,2 Prozent keinen einzigen Wahlkreis direkt.

Der Kontrast zur vorherigen Landtagswahl könnte kaum größer sein.

2021 hatte die CDU 40 der 41 Direktmandate gewonnen. Die AfD konnte damals lediglich einen Wahlkreis direkt für sich entscheiden.

Innerhalb nur einer Legislaturperiode hat sich die politische Landkarte Sachsen-Anhalts damit nahezu vollständig verändert.

Vorläufige Sitzverteilung: AfD fehlen drei Mandate zur absoluten Mehrheit

Auch bei der Sitzverteilung im neuen Landtag dominiert die AfD deutlich.

Nach der derzeitigen vorläufigen Berechnung umfasst der Landtag 83 Abgeordnete.

Die Mandate verteilen sich folgendermaßen:

Partei Sitze
AfD 39
CDU 15
SPD 8
Grüne 8
Linke 8
BSW 5
Gesamt 83

Für eine absolute Mehrheit wären 42 Mandate erforderlich.

Der AfD fehlen damit lediglich drei Sitze zur absoluten Mehrheit.

Die endgültige Sitzverteilung steht allerdings noch nicht fest.

Nachzählungen in mehreren Wahlbezirken

Denn die Auszählung ist formal noch nicht vollständig abgeschlossen.

In mehreren Wahlbezirken Sachsen-Anhalts werden Stimmen erneut ausgezählt beziehungsweise Ergebnisse überprüft.

Besonders umfangreich fällt dies im Burgenlandkreis aus. Dort sollen die Stimmzettel aus 27 Wahlbezirken erneut ausgezählt werden.

Grund dafür sind nach Angaben aus dem Kreis Unstimmigkeiten beziehungsweise nicht ausreichend plausible oder vollständig ausgefüllte Unterlagen zur Ergebnisfeststellung.

Auch aus anderen Teilen Sachsen-Anhalts wurden Nachzählungen bekannt.

Dazu gehören unter anderem Wahlbezirke in der Westlichen Börde sowie in Dessau-Roßlau.

Solche Überprüfungen sind Teil des regulären Verfahrens zur Feststellung eines endgültigen Wahlergebnisses, wenn Zahlen oder Wahlunterlagen nicht zweifelsfrei zusammenpassen.

Nach dem bisherigen Stand gibt es keine Hinweise darauf, dass die Nachzählungen das landesweite Kräfteverhältnis grundlegend verändern könnten.

Warum gibt es noch kein endgültiges amtliches Ergebnis?

Obwohl seit dem Wahlabend nahezu sämtliche Stimmen ausgezählt sind, handelt es sich bislang lediglich um das vorläufige Wahlergebnis.

Das ist bei Wahlen üblich.

Nach der ersten Auszählung werden die Ergebnisse und Wahlunterlagen noch einmal kontrolliert. Dabei können beispielsweise Übertragungsfehler, Zahlendreher oder Unstimmigkeiten auffallen.

Die Kreiswahlausschüsse stellen zunächst die endgültigen Ergebnisse in ihren jeweiligen Wahlkreisen fest.

Nach Angaben der Landeswahlleitung soll dies bis zum 14. September 2026 erfolgen.

Anschließend werden die Ergebnisse auf Landesebene zusammengeführt und überprüft.

Der Landeswahlausschuss soll das endgültige Zweitstimmenergebnis der Landtagswahl schließlich am 22. September 2026 feststellen.

Erst dann liegt das endgültige amtliche Wahlergebnis vor.

Regierungsbildung bleibt schwierig

Unabhängig von kleineren möglichen Veränderungen durch Nachzählungen bleibt die politische Ausgangslage ausgesprochen kompliziert.

Mit 39 von derzeit 83 Sitzen ist die AfD zwar mit großem Abstand stärkste Fraktion, verfügt aber nicht über die absolute Mehrheit.

Gleichzeitig lehnen die übrigen Parteien eine Koalition mit der AfD bislang ab.

Eine klassische Regierungsmehrheit ohne die AfD ist aufgrund der Sitzverteilung allerdings ebenfalls schwer zu bilden.

CDU, SPD und Grüne verfügen zusammen lediglich über 31 Sitze.

Selbst gemeinsam mit dem BSW kommen sie nur auf 36 Mandate und damit nicht auf die erforderliche Mehrheit von 42 Sitzen.

Eine rechnerische Mehrheit ohne die AfD würde deshalb nach derzeitiger Sitzverteilung auch die Linke erfordern.

CDU, SPD, Grüne, Linke und BSW kämen zusammen auf 44 Mandate.

Eine solche Zusammenarbeit wäre politisch jedoch äußerst schwierig, insbesondere aufgrund der bisherigen Haltung der CDU gegenüber der Linken.

Damit bleibt auch die Möglichkeit einer Minderheitsregierung im Gespräch.

AfD-Ergebnis bekommt durch Direktmandate zusätzliche Bedeutung

Die 43,8 Prozent der AfD waren bereits am Wahlabend ein außergewöhnliches Ergebnis.

Die Verteilung der Direktmandate zeigt jedoch noch deutlicher, wie stark sich die politischen Kräfteverhältnisse im Land verändert haben.

38 von 41 Wahlkreisen bedeuten, dass die AfD in nahezu allen Teilen Sachsen-Anhalts Direktmandate gewinnen konnte.

Gleichzeitig zeigt das Ergebnis der CDU, wie tief deren Niederlage reicht.

Dass eine Partei, die fünf Jahre zuvor noch 40 von 41 Wahlkreisen direkt gewonnen hatte, bei der folgenden Landtagswahl kein einziges Direktmandat mehr erhält, ist eine außergewöhnliche politische Verschiebung.

Aus 40 zu 1 wird 0 zu 38

Kaum eine Zahl verdeutlicht den politischen Wandel zwischen den beiden Landtagswahlen besser:

2021: CDU 40 Direktmandate – AfD 1 Direktmandat.

2026: CDU 0 Direktmandate – AfD 38 Direktmandate.

Die übrigen drei Wahlkreise gingen 2026 an die Linke.

Damit wurde die politische Landkarte Sachsen-Anhalts innerhalb von nur fünf Jahren praktisch neu gezeichnet.

Endgültiges Ergebnis am 22. September

Bis dahin bleibt das veröffentlichte Wahlergebnis vorläufig.

Die derzeit laufenden Nachzählungen und Prüfungen können noch zu kleineren Veränderungen bei den Stimmenzahlen führen. Ob sich dadurch auch Mandate verschieben, bleibt abzuwarten.

Nach bisherigem Stand gibt es jedoch keine Anzeichen dafür, dass der deutliche Wahlsieg der AfD oder die grundlegenden Mehrheitsverhältnisse infrage stehen.

Am 22. September 2026 soll der Landeswahlausschuss das endgültige Zweitstimmenergebnis feststellen.

Spätestens dann wird endgültig feststehen, mit welcher Stärke die Parteien in den neuen Landtag einziehen.

Bereits jetzt steht allerdings fest:

Die Landtagswahl 2026 hat die politischen Kräfteverhältnisse in Sachsen-Anhalt grundlegend verändert. Aus 40 CDU-Direktmandaten und einem AfD-Direktmandat im Jahr 2021 wurden fünf Jahre später 38 AfD-Direktmandate und kein einziges für die CDU. (hk)

Quellen: Landeswahlleitung Sachsen-Anhalt, Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, MDR, tagesschau.de, dpa.

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