Neuste Umfrage zur Landtagswahl Sachsen-Anhalt: AfD Sachsen-Anhalt 43 Prozent – Sachsen-Anhalt vor politischem Erdbeben

Mittelrhein-Tageblatt-Deutsches-Tageblatt-News-Nachrichten-Aktuell-AfD-Umfrage-Landtagswahl-Sachsen-Anhalt

AfD erreicht Rekordwert von 43 ProzentSachsen-Anhalt vor politischem ErdbebenHamburg, Magdeburg – Weniger als vier Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt erreicht die AfD einen neuen Höchstwert. In einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Pollytix* kommt die Partei auf 43 Prozent. Die CDU folgt mit großem Abstand. Damit könnte die Regierungsbildung nach der Wahl am 6. September 2026 zu einer der schwierigsten in der Geschichte des Bundeslandes werden.

Die politische Stimmung in Sachsen-Anhalt entwickelt sich wenige Wochen vor der Landtagswahl immer deutlicher zugunsten der AfD. Nach einer aktuellen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Pollytix würden derzeit 43 Prozent der Befragten die AfD wählen.

Damit erreicht die Partei in der jüngsten Umfrage einen neuen Höchststand.

Die CDU käme lediglich auf 23 Prozent. Der Abstand zwischen den beiden stärksten Parteien beträgt damit inzwischen 20 Prozentpunkte.

Aktuelle Umfrage zur Landtagswahl Sachsen-Anhalt

Die Ergebnisse der Pollytix-Erhebung:

  • AfD: 43 Prozent
  • CDU: 23 Prozent
  • Linke: 13 Prozent
  • SPD: 7 Prozent
  • Grüne: 5 Prozent
  • BSW: 4 Prozent
  • FDP: 2 Prozent
  • Sonstige: 3 Prozent

Die Umfrage wurde im Auftrag der Organisation Campact durchgeführt. Zwischen dem 3. und 8. August 2026 wurden insgesamt 2.604 Wahlberechtigte telefonisch und online befragt.

Damit basiert die Erhebung auf einer vergleichsweise großen Stichprobe.

AfD liegt inzwischen in mehreren Umfragen bei mehr als 40 Prozent

Besonders bemerkenswert ist, dass die neue Pollytix-Umfrage keineswegs völlig aus dem Rahmen fällt.

Auch andere Meinungsforschungsinstitute sehen die AfD derzeit mit großem Abstand auf Platz eins.

Eine aktuelle INSA-Erhebung kam auf 42 Prozent für die AfD und 22 Prozent für die CDU. Ende Juli hatte Infratest dimap die AfD bei 41 Prozent und die CDU bei 24 Prozent gesehen.

Damit ergibt sich inzwischen ein relativ einheitliches Bild:

Die AfD liegt in den jüngsten Erhebungen zwischen 41 und 43 Prozent, während die CDU nur noch Werte zwischen 22 und 24 Prozent erreicht.

Ein kurzfristiger statistischer Ausreißer lässt sich bei dieser Entwicklung daher kaum als alleinige Erklärung anführen.

AfD könnte der absoluten Mehrheit gefährlich nahekommen

43 Prozent bedeuten allerdings nicht automatisch eine absolute Mehrheit der Sitze im Landtag.

Entscheidend ist nämlich auch, wie viele Stimmen auf Parteien entfallen, die an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.

Und genau hier liegt die politische Brisanz der aktuellen Zahlen.

Nach der Pollytix-Erhebung würden FDP und BSW den Einzug in den Landtag verpassen. Die Grünen liegen mit exakt fünf Prozent unmittelbar an der entscheidenden Grenze. Auch die SPD befindet sich mit sieben Prozent nicht weit davon entfernt.

Sollten mehrere Parteien an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern, würden deren Stimmen bei der Sitzverteilung nicht berücksichtigt. Dadurch könnte die Schwelle für eine absolute Mehrheit der Mandate deutlich unter 50 Prozent der abgegebenen Stimmen sinken.

Die von AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund angestrebte Alleinregierung wäre deshalb selbst bei einem Wahlergebnis unter 50 Prozent rechnerisch nicht grundsätzlich ausgeschlossen.

Die AfD hatte im Wahlkampf selbst mindestens 45 Prozent als Ziel ausgegeben.

Nur noch rund 13 Prozent der Wähler unentschlossen

Ein weiterer Wert der Pollytix-Erhebung dürfte für die Parteien von besonderer Bedeutung sein.

Nur noch rund 13 Prozent der Wahlberechtigten haben sich demnach nicht entschieden, welcher Partei sie am 6. September ihre Stimme geben wollen.

Damit scheint ein großer Teil der Wählerschaft bereits festgelegt zu sein.

Campact sieht allerdings gerade bei den noch unentschlossenen Wählern Chancen für Veränderungen bis zum Wahltag. Die Organisation erklärte, eine AfD-Regierung sei keineswegs automatisch das Ergebnis der Wahl.

Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass Campact selbst Auftraggeber der Umfrage ist und sich politisch unter anderem gegen Rechtsextremismus engagiert.

Was passiert, wenn die AfD stärkste Kraft wird?

Die vielleicht schwierigste Frage lautet inzwischen nicht mehr, ob die AfD stärkste Kraft werden könnte, sondern was anschließend passiert.

Nach dem derzeitigen Stand der Umfragen wäre ein Wahlsieg der AfD mit erheblichem Vorsprung wahrscheinlich.

Eine Regierungsbildung könnte trotzdem äußerst kompliziert werden.

Sollte die AfD keine absolute Mehrheit erreichen und keinen Koalitionspartner finden, müssten die übrigen Parteien versuchen, eine alternative parlamentarische Mehrheit zu bilden.

Das könnte allerdings schwierig werden.

Je nachdem, welche kleineren Parteien den Einzug in den Landtag schaffen, könnte für eine Regierung ohne AfD eine Zusammenarbeit von CDU und Linken notwendig werden. Eine solche Koalition lehnt die CDU bislang ab.

Gleichzeitig schließen führende CDU-Politiker eine Zusammenarbeit mit der AfD weiterhin aus.

BSW könnte zum entscheidenden Faktor werden

Eine besondere Rolle könnte außerdem das Bündnis Sahra Wagenknecht spielen.

Das BSW liegt in der Pollytix-Umfrage mit vier Prozent knapp unterhalb der Fünf-Prozent-Hürde. In einer aktuellen INSA-Erhebung wurden dagegen fünf Prozent gemessen.

Damit könnte bereits ein einziger Prozentpunkt darüber entscheiden, wie die Mehrheitsverhältnisse im kommenden Landtag aussehen.

Sahra Wagenknecht hatte zuletzt deutlich gemacht, dass ihr Ziel die Ablösung der derzeit CDU-geführten Landesregierung sei. Gleichzeitig brachte sie einen „überparteilichen“ Ministerpräsidenten ins Gespräch.

Für besondere Aufmerksamkeit sorgte ihre Aussage zum möglichen dritten Wahlgang bei der Wahl des Ministerpräsidenten.

Sollte in den ersten beiden Wahlgängen keine notwendige Mehrheit zustande kommen, könnte im dritten Wahlgang die relative Mehrheit entscheiden. Wagenknecht stellte für dieses Szenario eine Enthaltung des BSW in Aussicht.

Damit könnte theoretisch auch AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten gewählt werden.

Sachsen-Anhalt könnte bundespolitische Signalwirkung bekommen

Die Landtagswahl am 6. September 2026 dürfte deshalb weit über Sachsen-Anhalt hinaus Beachtung finden.

Noch bei der Landtagswahl 2021 hatte die CDU mit 37,1 Prozent deutlich vor der AfD gelegen, die damals 20,8 Prozent erreichte.

Sollte die AfD tatsächlich ein Ergebnis von mehr als 40 Prozent erzielen, hätte sie ihren damaligen Stimmenanteil innerhalb von fünf Jahren ungefähr verdoppelt.

Gleichzeitig hätte die CDU einen erheblichen Teil ihrer damaligen Unterstützung verloren.

Ein solches Ergebnis dürfte deshalb auch innerhalb der Bundesparteien eine intensive Diskussion über den bisherigen politischen Umgang mit der AfD auslösen.

AfD Sachsen-Anhalt 43 Prozent – Umfragen sind keine Wahlergebnisse

Trotz der außergewöhnlich hohen Werte muss allerdings eine wichtige Einschränkung gemacht werden:

Wahlumfragen sind keine Wahlprognosen.

Sie bilden die politische Stimmung während des jeweiligen Befragungszeitraums ab. Statistische Schwankungen, unterschiedliche Erhebungsmethoden, die Wahlbeteiligung und kurzfristige Entscheidungen können das tatsächliche Ergebnis verändern.

Gerade bei Parteien, die sich rund um die Fünf-Prozent-Hürde bewegen, können bereits geringe Abweichungen erhebliche Auswirkungen auf die spätere Sitzverteilung haben.

Der Trend wenige Wochen vor der Wahl ist dennoch deutlich.

AfD 43 Prozent bei Pollytix, 42 Prozent bei INSA und 41 Prozent bei Infratest dimap: Drei aktuelle Erhebungen sehen die Partei klar als stärkste politische Kraft in Sachsen-Anhalt.

Am Sonntag, 6. September 2026, entscheiden schließlich die Wähler, ob aus diesen Umfragewerten tatsächlich ein historisches Wahlergebnis wird. (hk)

Quellen: Pollytix / Campact, INSA, Infratest dimap, Wahlrecht.de, ZEIT ONLINE, Tagesspiegel, Merkur, dpa

* Die Pollytix-Erhebung wurde im Auftrag von Campact durchgeführt.

Haftung und Urheberrecht

Die Redaktion übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der veröffentlichten Informationen. Beiträge, die von Dritten, wie z. B. Polizei, Feuerwehr, Vereinen oder Unternehmen bereitgestellt werden, liegen in der Verantwortung der jeweiligen Herausgeber. Jegliche Inhalte, einschließlich Hyperlinks auf externe Seiten, wurden sorgfältig geprüft, dennoch übernehmen wir keine Verantwortung für die Inhalte externer Seiten, auf die im Beitrag direkt oder indirekt verwiesen wird.

Alle Rechte an den Texten und Beiträgen sind vorbehalten. Das Teilen unserer Inhalte in sozialen Medien ist ausdrücklich gestattet, solange die Quelle angegeben wird. Die Vervielfältigung, Verbreitung oder sonstige kommerzielle Nutzung – auch auszugsweise – bedarf jedoch der schriftlichen Zustimmung der Redaktion.

Vier Pfoten Ratgeber
Nach oben scrollen
Cookie-Einstellungen Holger Korsten 150 Bewertungen auf ProvenExpert.com