Mainz – Umwelt: Wie gut sortieren Mainzer ihren Abfall?

Neue Analyse zum Müllaufkommen in Mainzer Haushalten.

Nachrichten-aus-Mainz-am-Rhein-RLP-Mainz – (rap). Abfall ist nur auf den ersten Blick das, was wir nicht mehr gebrauchen können, betont Katrin Eder, Dezernentin für Umwelt, Grün, Energie und Verkehr der Landeshauptstadt Mainz. Denn direkt nach dem Entsorgen beginnt das Trennen in „guten“ oder „schlechten“ Abfall – also solchen, der wiederverwertbar ist, zum Beispiel zur Energie-Gewinnung. Oder in solchen, den wir über Jahrzehnte nicht mehr loswerden.

Gerade beim Thema Restmüll ist Mainz auf einem guten Weg – knapp 70 kg beträgt die Reduktion des Restmülls pro Jahr und Kopf seit dem Jahre 2005. Diese Bilanz lässt sich sehen! Die festgestellte Restabfallmenge liegt mit 132 kg/Einwohner x Jahr auf einem für eine Großstadt erfreulich niedrigen Niveau. Als erwünschte „Ziellinie“ gilt als realistische Größe aber eine weitere Reduzierung auf nur noch 108 kg /Einwohner x Jahr laut dem Ingenieurbüro Sabrowski-Hertrich-Consult GmbH (Erlenbach am Main), das die Sortieranalyse erstellt hat.

Die Sortieranalyse der Mainzer Haushaltsabfälle wurde im Rahmen des Abfallwirtschaftskonzeptes (AWK) für die Landeshauptstadt Mainz durchgeführt. Dafür werden die Abfälle getrennt nach drei Siedlungsstrukturtypen Hochhaus-Bebauung, Mehrfamilienhaus-Bebauung und 1-2 Familienhaus-Bebauung untersucht.

Die aktuelle Untersuchung wurde seitens des Büros zweifach durchgeführt: Einmal in der vegetationsarmen sowie erneut während der vegetationsreichen Zeit. Nach der Stichprobenziehung wurde der eingesammelte Restabfall in über 30 Abfallfraktionen sortiert, die wiederum zu 14 Stoffgruppen gehören.

Die größten Potentiale zur weiteren Reduktion bietet der Bereich der Mehrfamilienhaus-Bebauung; im Besonderen bei Küchenabfällen, gefolgt von Kunststoffverpackungen und sonstigen Kunststoffabfällen. Bei den 1-2 Familienhäusern wird die Wertstoffsammlung bereits so erfolgreich praktiziert, dass eine Reduzierung der Restabfallmenge um maximal weitere 2 % als realistisch eingeschätzt wird. Die Hochhaus-Bebauung liegt mit ihren Werten dazwischen.

Die ermittelten hohen Getrennterfassungsquoten für Altpapier (ca. 89 %), E-Schrott (ca. 88 %), Altglas (ca. 87 %), und Bio-/Grünabfall (ca. 68 %) bestätigen erneut den Erfolg des Getrenntsammlungssystems in der Landeshauptstadt.

Der Anteil von Sonderabfall-Kleinmengen im Restabfall ist extrem niedrig. Das belegt, dass auch die Sonderabfall-Kleinmengensammlung in Mainz gut funktioniert. Hier erweist sich die mobile und stationäre Sonderabfall-Sammlung als besonders wirkungsvoll: Sie steht den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt ganzjährig zur Verfügung und entspricht höchstem Standard. Auch die geringen Mengen an Elektroschrott im Restabfall können als vorbildlicher Erfolg des E-Schrott-Sammelsystems gewertet werden.

Wie geht die Landeshauptstadt Mainz nun mit diesen Ergebnissen konkret um? Die Verwaltung plant, für Herbst/Winter 2019 Maßnahmen zu erarbeiten, um die Quoten der Abfalltrennung weiter zu verbessern. „Es geht darum, echte geschlossene Kreisläufe zu schaffen und die Ressourcen so lange wie möglich in diesem Kreislauf zu behalten: Angefangen beim Sammeln des Hausmülls, der Trennung in seine unterschiedlich verwertbaren Stoffgruppen, bis hin zur thermischen Verwertung und der Umwandlung in Energie und Wärme. Auch Abfälle bestehen aus wertvollen Rohstoffen. Diese wurden mithilfe von fossiler Energie verarbeitet. Gerade im Sinne des Klimaschutzes sollten wir diese wertschätzen und nicht sofort zum Wegwerfartikel degradieren“, so der Appell von Umwelt- und Energiedezernentin Katrin Eder.

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Autor: Mittelrhein-Tageblatt Redaktion