Sachsen / Dresden – Insgesamt 2,38 Millionen Euro – Bund und Land fördern Umbau der Energiefabrik Knappenrode

Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange: »Einstige Brikettfabrik wandelt sich zur Erinnerungsfabrik«.

Mittelrhein-Tageblatt - Deutsches Tageblatt - News - Sachsen -Sachsen / Dresden – Die Bundesregierung fördert den baulichen und musealen Umbau der Energiefabrik Knappenrode, ein Museum des Zweckverbandes Sächsisches Industriemuseum, im Rahmen des Sofortprogramms zur Unterstützung des Strukturwandels in den Braun-kohlegebieten. Für diesen Zweck wurden dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst 1,19 Millionen Euro zugewiesen. Zudem bringt der Kommunale Zweckverband Sächsisches Industriemuseum Chemnitz Eigenmittel in der gleichen Höhe auf, so dass für den Umbau der Energiefabrik Knappenrode in diesem und im nächsten Jahr insgesamt 2,38 Millionen Euro zur Verfügung stehen.

Der Zweckverband wird vom Freistaat Sachsen gefördert. Sachsens Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange übergab heute den Förderbescheid des Sächsischen Kunstministeriums über 1,19 Millionen Euro an Birgit Weber, Beigeordnete des Landkreises Bautzen. Anwesend waren auch der Geschäftsführer des Zweckverbandes Dr. Oliver Brehm und die Museumsleiterin Kirstin Zinke.

»Mein Dank gilt in erster Linie dem Bund für die schnelle Bereitstellung der Mittel aus dem Sofortprogramm für den Strukturwandel in der Lausitz. Damit wird die Unterstützung des Bundes beim Strukturwandel vor Ort richtig sichtbar. Ich freue mich, dass die Energiefabrik Knappenrode als eine der ersten Einrichtungen davon profitieren kann«, erklärt Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange. Sie ergänzt: »Mit den Mitteln vom Bund und vom Zweckverband kann die Energiefabrik zu einem modernen Museum weiterentwickelt werden.

Sie ist eine bedeutende Erinnerungsinstitution, in der Geschichte, Charakter und Wandel der Braunkohleregion sehr anschaulich dargestellt und erlebbar werden. So werden auch künftige Generationen erfahren, welche Wandlung die Lausitz einmal vollzogen hat, wenn schon lange keine Kohle mehr gefördert wird. Auch die einstige Brikettfabrik wandelt sich somit in eine Art Erinnerungsfabrik.«

Birgit Weber, Beigeordnete des Landkreises Bautzen erklärt: »Der Landkreis Bautzen entwickelt den Standort der Energiefabrik Knappenrode zu einem leistungsfähigen, modernen, kulturellen und touristischen Anziehungspunkt in der Region. Durch den Erhalt der Mittel des Bundes zum Strukturwandel Lausitz können wir einen weiteren wichtigen Baustein im Gesamtprojekt umsetzen.«

Kristin Zinke, Museumsleiterin der Energiefabrik Knappenrode, betont: »Das Museum wird in seiner zukünftigen Dauerausstellung erstmals die geschichtliche Entwicklung des alten Reviers von seinen vorindustriellen Anfängen hin zu einer zukunftsorientierten Urlaubs- und Energieregion vielschichtig darstellen. Der Standort erhält seine Geschichte. Die Implementierung einer modernen musealen Präsentation in einem Lausitzer Industriedenkmal von nationaler Bedeutung ist eine außergewöhnliche Aufgabenstellung und in der sächsischen-brandenburgischen Lausitz einmalig.«

Mit den Mitteln werden die Herstellung eines barrierefreien Zugangs zum Ausstellungsbereich sowie die Übersetzung der Ausstellungsinhalte ins Sorbische und Englische finanziert. Zudem wird eine neue Dauerausstellung eingerichtet und die Historische Kaue baulich ertüchtigt. Ein Teil der Mittel wird für die Instandsetzung der Gebäudesubstanz insgesamt verwendet. Der Umbau ist bereits im Gange. Die Neueröffnung ist für 3. Juli 2020 geplant. Damit kann sich die Energiefabrik Knappenrode als wichtiger Ankerpunkt im Jahr der Industriekultur 2020 einem breiten Publikum präsentieren.

Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts.

***
Herausgeber:
Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

Autor: Mittelrhein-Tageblatt Redaktion