Verlangsamung des Einlasses: Hamburgs Schwimmbäder werden von Hitzewellen überfordert – Bei weit über 30 Grad ein Sprung ins kühle Wasser? Nicht in Hamburg: Während der letzten Hitzewelle gab es in zahlreichen Bädern Zugangsbeschränkungen. Eine Anfrage der Linksfraktion zeigt nun, dass Hamburgs Bäderinfrastruktur dem Klimawandel nicht gewachsen ist: Die Anzahl der Sommerbäder schrumpft seit Jahrzehnten, die Wasserfläche wird weniger, die Größe der Liegeflächen ist unbekannt und es fehlt an Personal.
Dazu Stephan Jersch, umweltpolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Ganz viele Hamburger Familien können sich keine Fernurlaube leisten. Es bleibt die kleine Flucht in der Stadt und dazu gehören unsere Bäder. Der Senat weiß um den Klimawandel und die damit steigende Zahl von Extremwetterereignissen wie etwa Hitzewellen – und dennoch bleiben die Tore der Bäder vielen Hamburger*innen verschlossen. Das dann als ‚Verlangsamung des Einlasses‘ zu bezeichnen, ist nun wirklich eine krasse Schönfärberei. Wie unvorbereitet der Senat hier ist, sehen wir auch daran, dass überhaupt keine Informationen über die Zahl der Betroffenen solcher ‚Einlassverlangsamung‘ vorliegt.“
In den vergangenen Jahrzehnten hat die Zahl der reinen Sommerbäder um fast 40 Prozent, von 13 auf 8, abgenommen. Die Wasserfläche schrumpfte um fast ein Fünftel. Und die Fläche der Liegewiesen kann der Senat nicht benennen. Wenig Auszubildende und immer noch 29 unbesetzte Stellen bei Bäderland lassen nichts Gutes für die nächsten Hitzewellen erwarten. Stephan Jersch: „Die nächsten richtig heißen Tage stehen schon vor der Tür – doch bereits die letzte Hitzewelle hat gezeigt, dass dringender Handlungsbedarf besteht. Der Hitzeaktionsplan für Hamburg formuliert daher auch klar Forderungen an Bäderland und die Umweltbehörde: Erweiterte Öffnungszeiten der Bäder wurden zwar in zwei Freibädern umgesetzt aber der Anspruch Abkühlung u.a. in Schwimmbädern zu finden wird durch selbst verschuldete Kapazitätsengpässe begrenzt. Es besteht dringender Handlungsbedarf. Und dazu gehört dann auch ein verbilligter Eintrittspreis zumindest bei Hitzeereignissen.“
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Text: Die Linke. Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft