Merkst du eigentlich, was du da mitfütterst?

Merkst du eigentlich, was du da mitfütterst
Bild © Manuela Engel-Dahan

Ein neuer Gastbeitrag von Manuela Engel-Dahan: „Merkst du eigentlich, was du da mitfütterst?

In ihrem neuen, bewusst provokant formulierten Beitrag stellt Manuela Engel-Dahan eine unbequeme, aber wichtige Frage: Welche Rolle spielt unsere Aufmerksamkeit im Umgang mit Unrecht, Gewalt und Missbrauch?

Mit klaren Worten und ungewohnter Perspektive regt sie dazu an, über die eigene Reaktion, den Umgang mit Öffentlichkeit und die Kraft des bewussten Schweigens nachzudenken. Ein Text, der herausfordert – und zum Innehalten zwingt.

Ist es wirklich immer richtig, alles sichtbar zu machen?

Manuela Engel-Dahan stellt in ihrem neuen Beitrag die These auf, dass Aufmerksamkeit auch Nahrung sein kann – und dass bewusste Nichtbeachtung manchmal der stärkere Weg ist.

Ein kontroverser, mutiger Impuls über Verantwortung, Heilung und innere Stärke.

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Manuela Engel-Dahan: „Merkst du eigentlich, was du da mitfütterst?“

Lass die Bösartigkeit verhungern.

Das Schweigen als Waffe.

KEINE BÜHNENSHOW MEHR.

Wir glauben, wir müssten das Licht in jede dunkle Ecke werfen, um das Böse zu bannen. Doch wir irren uns. Das Licht der Öffentlichkeit ist eine neue Bühne, deren Schauspiel oft ganz anderen Beweggründen dient.

KEINE ZUCKERWÜRFEL.

Jedes Wort, das wir über die Grausamkeit verlieren, jede Wiederholung dessen, was uns verletzt hat, wirkt wie eine Gabe an das Dunkle. Es ist wie ein kleiner Zuckerwürfel für gemäßigte wie ungemäßigte Bösartigkeit. Das Böse braucht Aufmerksamkeit, um wirksam zu bleiben. Es braucht unsere Reaktion, unseren Schmerz und unseren öffentlichen Aufschrei, um sich bestätigt zu fühlen. Ist das heilsam?

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MACHTVOLLE NICHTBEACHTUNG.

Vielleicht ist der mutigste Akt der Heilung nicht das Aussprechen, sondern das bewusste Totschweigen. Nicht wie früher – aus Scham, aus Angst, aus Unterdrückung oder aus Gehorsam. Sondern aus Souveränität. Aus Stärke. Aus dem Wissen: Ich spreche nur aus, was wirklich wichtig ist. Ich sage nur das, was mir selbst dient.

AUSHUNGERN.

Wenn wir aufhören, dem Unrecht immer wieder eine Sprache zu geben, entziehen wir ihm Nahrung. Wir lassen es verhungern.

BÜHNENLICHT AUS.

Warum ziehen wir das, was im Schatten entstanden ist, ans Licht, nur damit andere es dort begaffen können? Wahre Wandlung geschieht nicht im Blitzlichtgewitter der Talkshows, sondern in der Stille der eigenen Tiefe. Dort, wo wir entscheiden:

„Du bekommst kein Wort mehr von mir. Keine Energie. Keinen Raum.“

GENUGTUUNG BLEIBT AUS.

Weder in der Öffentlichkeit noch vor Gericht ist sie verlässlich zu finden.

Nicht selten wird alles ins Gegenteil verkehrt.

Die Lüge wirkt plausibler als die Wahrheit.

Und am Ende spürt man die Schuld in sich selbst stärker als je zuvor,

weil das Erlebte entwertet und die Verletzung der Würde

unter immer neuen Deutungen, Verdrehungen und Zuschreibungen verschüttet wird.

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KLAPPE ZU.

Das Böse labt sich an der Resonanz. Es geilt sich an ihr auf. Wenn wir die Resonanz verweigern, fällt es in sich zusammen. Es bleibt dort, wo es hingehört: in der Bedeutungslosigkeit des Vergangenen.

LEISE MIT MIR.

Ich wähle meine Worte weise.

Meine Wunden heilen nur, wenn ich aufhöre, sie der Welt zu zeigen.

Sie heilen, wenn ich ihnen die Ruhe und die Zeit gebe,

die sie brauchen.

WICHTIGER HINWEIS.

Wer mehr Unterstützung braucht, sollte sich an eine vertrauensvolle Beratungsstelle wenden.

Die Öffentlichkeit ist weder vertrauensvoll noch neutral.

Sie kann das nicht leisten, selbst wenn gute Absichten dahinterstehen.

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LASS DICH NICHT NOCH EINMAL VERFÜHREN.

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ERINNERUNG.

Missbrauch beginnt nicht erst mit der Tat.

Sondern oft schon dort,

wo das erste Unbehagen nicht ernst genommen wird.

Dort, wo etwas längst spürbar ist

und dennoch übergangen wird.

 

BEI KINDERN STEHEN ELTERN IN DER VERANTWORTUNG.

Schaut hin und handelt.

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Bild & Text © Manuela Engel-Dahan
Waldphilosophin und Krisenwandlerin
Impulsgeberin für Mensch und Wirtschaft

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