Koblenz – Griechisch an der vhs-Koblenz – Warum und Wozu ??

Nachrichten-aus-Koblenz-RLP-Koblenz – Entsteht nicht alles aus Wasser ? So Thales – auf der Suche nach dem einen Urstoff, auf den sich die Ordnung der Welt gründet … Kann man zweimal in den selben Fluss steigen ?

So Heraklit – in der Erkenntnis, dass Alles sich ständig wandelt und verändert … Besteht nicht die Welt aus Atomen ? So Demokrit in der Meinung, dass alle Materie aus unveränderlichen Grundbausteinen zusammengesetzt ist … kurz: Wo liegt der Ursprung der Welt ? Wie wird aus Chaos Ordnung und aus Ordnung Chaos ? Gibt es kleinste Elementarteilchen ?

Diese Grundfragen menschlicher Existenz stellen griechische Philosophen im 6. und 5. Jh. v. Chr. – die Antworten ihrer Zeit sind bis heute grundlegend und stehen in Texten, deren Sprache das Griechische ist und an der vhs Koblenz gelehrt wird.

Schon die ersten Wörter und Sätze in einem Sprachkurs (Alt-)Griechisch führen zu vielfältigen Themen aus den Bereichen Philosophie, Kunst, Geschichte und Literatur, die zu Nachdenken oder kreativer Auseinandersetzung anregen. Diese Themen werden bei der Originallektüre vertieft und erweitert.

Das griechische Alphabet lernt man schnell – es ist Grundlage unseres lateinischen. Eine Reihe griechischer Buchstaben sind auch schon vom Mathematik- bzw. Physikunterricht her bekannt. Das Lernen der Vokabeln wird durch viele deutsche Fremdwörter, die aus dem Griechischen stammen, erleichtert.

Das Grammatikpensum wird auf die wichtigsten Erscheinungen beschränkt. Zudem helfen Griechisch-Kenntnisse dabei, die Zusammensetzung und Bedeutung zahlloser Lehn- und Fremdwörter zu erschließen.

Die Griechen liebten das Theater. In den Dramen ihrer Dichter werden Entscheidungssituationen und menschliche Konflikte aller Zeiten so intensiv durchgespielt, dass auch uns Heutige das Geschehen nicht nur fesselt, sondern den Blick auf uns selbst lenkt.

Am Anfang, so glaubten die Griechen, gab es nur das Chaos. Sie verstanden darunter den unermesslichen, leeren Weltraum, die ‚gähnende‘ Leere. Und in diese strukturlose, ‚chaotische‘ Leere galt es Ordnung zu bringen – Kosmos, Struktur, Regel … Mit einer solchen Weltsicht brachten die Griechen Europas erste Naturwissenschaftler hervor.

Sokrates und Platon aus Athen stellen in ihrer Philosophie den Menschen in den Mittelpunkt. Der bekannte englische Mathematiker und Philosoph Alfred North Whitehead (1861-1947) meinte, die gesamte europäische Philosophiegeschichte sei nichts als ,,a series of footnotes to Plato“ !

Die frühen Christen erinnerten sich beim Anblick eines Fisches nicht nur an einige Wunder Jesu wie die Vermehrung der fünf Brote und zwei Fische oder den wunderbaren Fischfang. Der Fisch diente ihnen als Erkennungszeichen in der ganzen antiken Welt, im Alltag wie in Gräbern und Katakomben, und ist auch heute noch z. B. als Autoaufkleber häufig zu sehen.

Das Griechische als Sprache des Neuen Testaments prägt das Christentum: Bibel (bíblos: Buch), Diakonie (diakonía: Verwaltung), Evangelium (euangélion: Frohe Botschaft), Pfingsten (pentekosté heméra: 50. Tag nach Ostern), Teufel (diábolos: Verleumder). Und wer Altgriechisch lernt, gewinnt leicht einen Einstieg in die Sprache eines der beliebtesten Urlaubsländer: ein moderner Griechischunterricht bietet deshalb oft auch Einblicke ins Neugriechische an. Dann kann man mehr sagen als evcharistó – danke, parakaló – bitte, kaliméra – guten Tag … Fast alle neugriechischen Wörter gehen auf altgriechische zurück, viele haben sich nicht einmal verändert ! Änderungen gibt es lediglich in der modernen Aussprache.

Griechenland oder Hellas, wie die Griechen auch heute noch ihr Land nennen, ist die Wiege der europäischen Kultur. Viele Dinge im heutigen Leben kann man besser verstehen, wenn man ihre Wurzeln im antiken Griechenland kennt.

Das Semester beginnt am Montag, 11.02.2019.

Anmeldungen sind ab dem 18.01.2019 online möglich bzw. ab dem 21.01.2019 telefonisch / persönlich.

Weitere Informationen unter: www.vhs-koblenz.de oder telefonisch unter: 0261 129-3702/-3711/-3730/-3740.

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VHS-Koblenz

Autor: Mittelrhein-Tageblatt Redaktion