Mainz – 10. Treffen der Arbeitswerkstatt Gutenberg-Museum

Zeitreise in die Zukunft? Vorbereitung der Exkursion interessierter Bürgerinnen und Bürger: Arbeitswerkstatt Gutenberg-Museum war zum Expertengespräch zu Gast in Frankfurt am Main

Mittelrhein-Tageblatt - Deutsches Tageblatt - News - Mainz -Mainz – (rap) Die Arbeitswerkstatt Gutenberg-Museum begab sich Ende August quasi „auf Zeitreise“ – in eine denkbare Zukunft des Mainzer Gutenberg-Museums. 18 Mitglieder der Mainzer Arbeitswerkstatt besuchten zum Erfahrungsaustausch das vor zwei Jahren neu eröffnete „Historische Museum“ in Frankfurt/Main.

Museumsleiter Dr. Jan Gerchow informierte nicht nur über die Organisation des Hauses, sondern auch über den Weg zum Neubau, der inzwischen 200 000 Gäste pro Jahr zählt. Von den zwei möglichen Zukunftsvarianten für das Gutenberg-Museum Mainz – Neubau am Standort oder Sanierung am Standort – wurde in Frankfurt ein Neubau Realität, der allerdings ganz ähnlich der Mainzer städtebaulichen Situation mit der Nähe zum Römerplatz im Herzen der Stadt und der Besucherströme liegt. Die Variante Weiterbetrieb im alten Gebäude wurde in Frankfurt verworfen, da aufgrund eines Stadtratsbeschlusses der vorhandene Bau der 1970-er Jahre im Rahmen einer Stadtreparatur abgelöst werden sollte.

Fazit des Besuches: Es gab auch in Frankfurt in der Planungsphase viele Konflikte, die aufgrund einer intensiven Öffentlichkeitsbeteiligung von Anfang an ausgeräumt werden konnten. Diskutiert wurden dabei Themen wie
– Funktionalität des Gebäudes für den Museumsbetrieb,
– Trägerschaft und
– Finanzierung.

Es wurde deutlich: Die Funktionalität kann an einem neuen Standort verbessert werden, aber die zentrale Innenstadtlage war in Frankfurt ausschlaggebend, um am alten Standort neu zu planen und zu bauen – auch wenn nicht alle funktionalen Wünsche in einer historischen Umgebung realisiert werden konnten.

Die Zukunft der Innenstädte war in der Frankfurter Konzeption der Innenstadtentwicklung mit der Zukunft der Museen eng verknüpft. Die Entwicklung von kulturellen Magneten in der Innenstadt wurde als Chance für Frankfurt und seine Museen erkannt, auch jenseits der Perspektiven des innerstädtischen Einzelhandels oder der Ansiedlung von Büros.

Auch das Historische Museum Frankfurt ist in städtischer Trägerschaft. Aber selbst in einer finanziell stark aufgestellten Stadt wie Frankfurt sind die Grenzen – beispielsweise der Personalentwicklung – recht eng gesteckt. Es konnten zugleich private Mittel für den Neubau eingeworben werden, die letztlich einen Anteil von rund 5 Prozent der Gesamtbausumme, die final bei 53 Millionen Euro für ca. 8000 qm lag, ausmachten. Im Vergleich: Das Gutenberg-Museum umfasst aktuell rund 3500 qm.

Bei der Budgetplanung muss auch der zukünftige und passende Betrieb des Museums einberechnet werden. Ein neues Museum stellt auch neue Anforderungen an den Betrieb. Dies zeigt das folgende Beispiel: Das Jahresbudget für wechselnde Ausstellungen des Historischen Museums beträgt derzeitig 3 Mio. Euro. Davon wird 1 Mio. über Eintrittsgelder erwirtschaftet, weitere 2 Mio. müssen vom Historischen Museum selbst eingeworben werden. Dies gelingt nur mit großem Engagement der Museumsleitung und bindet damit Ressourcen, die andernorts fehlen.

Die Öffnung der Arbeitswerkstatt wurde in der neunten Sitzung, die im August 2019 stattfand, beschlossen.

Das nächste Treffen der Arbeitswerkstatt findet daher mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern im Gutenberg-Museum am Donnerstag, 26. September 2019, 17.30 Uhr, statt.
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Um Voranmeldungen wird unter gutenbergwerkstatt@stadt.mainz.de bis spätestens zum 20. September gebeten.

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Autor: Mittelrhein-Tageblatt Redaktion