Mannheim – Aktionstag gegen Glücksspielsucht – Bäckertüten-Aktion in Mannheim

Mittelrhein-Tageblatt - Deutsches Tageblatt - News - Mannheim -Mannheim (BW) – Mit dem bundesweiten Aktionstag gegen Glücksspielsucht wird jedes Jahr im September deutschlandweit auf das hohe Suchtpotenzial von Glücksspielen aufmerksam gemacht. Diesmal steht wieder das Thema „Sportwetten“ im Vordergrund. In Deutschland sind circa 264.000 Menschen im Alter von 16 bis 65 Jahren glücksspielsüchtig. Rund 275.000 Menschen zeigen ein problematisches Glücksspielverhalten – dies entspricht ungefähr einem Prozent der erwachsenen Bevölkerung.

Wie in den vergangenen Jahren beteiligen sich der Fachbereich Jugendamt und Gesundheitsamt sowie das Netzwerk für Suchtprävention und Suchthilfe der Stadt Mannheim rund um den Aktionstag am 25. September mit regionalen Präventionsangeboten. Der Beauftragte für Suchtprophylaxe der Stadt Mannheim, Dr. Timo Kläser, hat örtliche Bäckereien akquiriert, die sich auch diesmal an einer Bäckertüten-Aktion beteiligen. In Mannheim werden in der Woche vom 23. bis 28. September beim Einkauf in verschiedenen Bäckereien und auf dem Mannheimer Wochenmarkt Bäckertüten mit dem Slogan „Spielsucht? Kommt mir nicht in die Tüte“ an die Kunden ausgegeben.

„Gerne beteiligen wir uns als Stadt Mannheim auch in diesem Jahr an dem bundesweiten Aktionstag gegen Glücksspielsucht. Denn diese kann sich schnell zu einer ernsthaften Abhängigkeit entwickeln und ist damit die Sucht, die die Betroffenen und ihre Familien am schnellsten in materielle Existenzkrisen stürzen kann“, betont der Leiter des Fachbereichs Jugendamt und Gesundheitsamt, Dr. Peter Schäfer.

Im Rahmen der Kampagne „Spielverderber – die Sucht verdirbt mehr als nur das Spiel“ stellt das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg den Kommunen mit Unterstützung des Ministeriums für Soziales und Integration, des Bäckereiinnungsverbandes Baden e.V. und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Materialien und Giveaways zur Verfügung, um niedrigschwellig möglichst viele Menschen für das Thema zu sensibilisieren.

Speziell für Schulen, Institutionen der Kinder- und Jugendhilfe sowie Vereine wurden in Baden-Württemberg suchtpräventive Materialien zum Thema „Glücksspiel“ entwickelt. Diese sind in einem handlichen Koffer verpackt und können kostenlos von allen Interessierten beim Beauftragten für Suchtprophylaxe im Fachbereich Jugendamt und Gesundheitsamt der Stadt Mannheim ausgeliehen werden. Kontakt: Dr. Timo Kläser, Telefon: 0621/2939339, E-Mail: timo.klaeser@mannheim.de.

Zahlen, Daten, Fakten
Glücksspiele hängen nicht von der Geschicklichkeit des Spielers ab, der Spielerfolg wird vom Zufall bestimmt. Als Glücksspiele werden Spiele mit Geldeinsatz bezeichnet. Vom „pathologischen Spielen“, wie die Spielsucht in der Fachsprache bezeichnet wird, sind etwa ein Prozent der Bevölkerung betroffen. Rund drei Viertel der 16- bis 70-Jährigen haben in einer Repräsentativbefragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung im Jahr 2017 angegeben, irgendwann im Leben schon einmal an einem Glücksspiel teilgenommen zu haben. Bei den männlichen Befragten sind es 77,8 Prozent, bei den weiblichen 72,7 Prozent. Gut vier Prozent der Befragten gaben an, mehr als 100 Euro monatlich für Glücksspiele auszugegeben. Mehrere hunderttausend Menschen in Deutschland haben Untersuchungen zufolge ein problematisches beziehungsweise pathologisches Glücksspielverhalten.

Weitere Informationen zum Thema Glücksspielsucht gibt es unter: www.gesundheitsamt-bw.de/lga/DE/Kompetenzzentren_Netzwerke/Gluecksspiel/Gluecksspiel_als_Sucht/Seiten/default.aspx sowie auf der Webseite der kommunalen Suchtprävention: www.mannheim.de/suchtpraevention.

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Stadt Mannheim

Autor: Mittelrhein-Tageblatt Redaktion