Eine stärkere Zusammenarbeit mit Libyen sei das Ziel. Diese solle sich so entwickeln wie die mit der Türkei. Frei übersetzt: eine geografische Ausdehnung der Abschaffung des individuellen Asylverfahrens, Rückschiebungen nach Libyen – in ein Land, von dem ein Oxfam-Bericht diese Woche noch als einer »Hölle auf Erden« sprach. 50 Millionen Euro hat Merkel den Organisationen für ihre Arbeit in Libyen in Aussicht gestellt. Besser als nichts. Aber ein besserer Flecken Erde mit »menschwürdigen Zuständen« in Aufnahmeeinrichtungen ist damit nicht zu schaffen. Schon deshalb – und das weiß Merkel immerhin -, weil Libyen nicht wie die Türkei ist.
Das Land ist seit dem Sturz Gaddafis ein zerrissenes Bürgerkriegsland, woran die westliche Militärintervention 2011 Mitschuld hat. Der Fokus von Merkel ist somit falsch, weil er weiter auf Flüchtlingsabwehr setzt, anstatt auf Fluchtursachenbekämpfung. Menschen aus afrikanischen Staaten werden sich weiter auf die gefährliche Reise begeben.
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