Simmern im Hunsrück – Häufig gestellte Fragen zu den neuen Busverkehren im Rhein-Hunsrück-Kreis

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Warum wurden überhaupt die Busverkehre geändert?

Zum 31. Juli 2019 liefen alle Buslinienkonzessionen aus. Aufgrund der Kostenstruktur war bereits im Vorfeld vorhersehbar, dass Busunternehmen nicht mehr in der Lage sein werden, die Busverkehre auf eigene Kosten tragen zu können. Die sinkenden Schülerzahlen minderten die Einnahmen in den letzten Jahren und werden es in den nächsten Jahren weiter tun. Wenn eine Leistung aber nur noch mit öffentlichen Zuschüssen geleistet werden kann, muss diese Leistung in einem strengen europaweiten Vergabeverfahren vergeben werden.

In Vorbereitung auf die Ausschreibung wurden die kompletten Verkehrsströme untersucht und ein Verkehrsplan erstellt. Dieser berücksichtigt ein Grundkonzept , das vom Land Rheinland-Pfalz, gemeinsam mit den Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord und den Verkehrsverbünden Rhein-Mosel und Region Trier und damit auch den darin vertretenen Landkreisen erarbeitet wurde.

Wieso fahren jetzt so viele Busse und warum häufig einen anderen Linienweg als früher?

Vorgabe des neuen Planungskonzeptes des Landes war neben der Pflicht zur Beförderung der Schüler und Kindergartenkinder, „Mehr Bus fürs Land“ zu ermöglichen. Darüber hinaus wurden die Streckenführungen nach folgenden Vorgaben gestaltet: z.B. vertaktete Anbindung jeder Ortsgemeinde mit mind. 200 Einwohnern an Knotenpunkte; schnelle Linienführung im 2-Stunden-Takt zwischen diesen Knotenpunkten.

Können wir nicht zu dem alten Fahrplan zurück?

Nein. Wir haben im Rahmen der Neuplanung die Verkehre in 4 Bündel eingeteilt. Hier bestehen rechtliche Verpflichtungen, die die Busunternehmen und die Kreisverwaltung bis zu 10 Jahre binden.

Bleiben die Fahrpläne jetzt immer so?

Ein Fahrplan ist nicht statisch. Gerade bei einer so umfangreichen Fahrplanänderung wird es noch vereinzelte Anpassungen geben, die auch schon erfolgt sind.

Warum fahren so viele leere Busse?

Aus Erfahrung kann man sagen, dass neue Busangebote grundsätzlich erst nach 2 bis 3 Jahren von der Bevölkerung richtig wahrgenommen werden und bei ihren Mobilitätsentscheidungen eine zunehmend wichtige Rolle spielen.

Warum gibt es so viele Busfahrer ohne ausreichende Sprach- und Streckenkenntnisse?

Der leergefegte Arbeitsmarkt macht es erforderlich, ausländische Busfahrer einzusetzen. Deutsche Sprachkenntnisse und Streckenkenntnisse sind vertraglich vorgeschrieben. Die Unternehmen haben der Kreisverwaltung zugesichert, kontinuierlich die fehlenden Kenntnisse zu vermitteln.

Gab es im Vorfeld Informationen und Abstimmungen zu den neuen Fahrplänen?

Über den ohnehin gesetzlich vorgeschriebenen Abstimmungsprozess hinaus, der zwingend die Einbindung von Schulen und Kommunen vorsieht, wurden zahlreiche Planungsgespräche auch vor Ort in den Kommunen geführt. So wurde die Detailplanung insbesondere mit jeder Verbandsgemeinde und der Stadt Boppard eingehend durchgesprochen und es wurden einvernehmliche Lösungen zum Beispiel zur Einrichtung von Haltestellen oder Streckenführungen der Busse gefunden.

Wer ist für die Herrichtung von Haltestellen und Busbahnhöfen zuständig?

Zunächst muss die Haltestelle verkehrspolizeilich angeordnet werden. Innerorts ist hierfür die Verbandsgemeindeverwaltung/Stadtverwaltung Boppard zuständig, außerorts die Kreisverwaltung. Für Herrichtung und Ausstattung der Haltestellen und Busbahnhöfe ist der jeweilige Grundstückseigentümer zuständig. In den meisten Fällen sind das die jeweiligen Ortsgemeinden oder Städte.

Warum gibt es den Stadtbus in Simmern nicht mehr?

Das Stadtbusangebot in Simmern wird nun durch vier Linien (601; 602; 603 und 650) sichergestellt, die sich am „Alten Bahnhof“ in Simmern treffen. Mit einem kurzen Umstieg ist es so möglich, dass man von fast jedem Punkt der Stadt sehr viele Ziele in Simmern erreichen kann. Diese Knotenbildung bietet für die Umlandgemeinden von Simmern erstmals die Möglichkeit, mit dem Bus die zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten auch am Rande der Stadt wahrzunehmen.
Um das neue Angebot mit seinen Möglichkeiten übersichtlich darzustellen, erarbeiten wir derzeit mit dem Verkehrsverbund eine entsprechende Broschüre.

Fahren die Busse ab dem 2. September 2019 im gesamten Kreisgebiet wieder?

Ja. Auch im Bereich der Verbandsgemeinde Kirchberg und angrenzenden Teilen der Verbandsgemeinde Simmern fahren, laut Zusicherung des neuen Vertragspartners, die Busse für alle ÖPNV-Gäste ab Montag, 2.September 2019 wieder.
Das Fahrtenangebot ist allerdings aufgrund der Insolvenz des beauftragten Unternehmens und der dadurch notwendig gewordenen Sofortvergabe reduziert. Es werden zunächst alle Schüler- und Kindergartenfahrten sowie die Regio-Bus Linie 660 (Wochenendangebot erst ab 28. September 2019) und die Linie 602 (ohne Wochenendangebot) angeboten. Die Fahrten können ab sofort in der App des Verkehrsverbundes Rhein-Mosel bzw. in der Fahrplanauskunft auf der Homepage des Verkehrsverbundes (www.vrminfo.de) abgerufen werden.

Was unternimmt die Kreisverwaltung, um den Verkehrsstart am 2.September 2019 möglichst reibungslos sicherzustellen?
Die Kreisverwaltung wird, wie schon zu Schulbeginn ab 12. August 2019, an den betreffenden Schulzentren und Knotenpunkten mit Helfern vor Ort unterstützen.

Sind meine Fahrkarten noch gültig?

Alle von der Kreisverwaltung ausgegebenen Schülerfahrkarten behalten ihre Gültigkeit. Dies ist auch bei den meisten Abo´s der Fall, die bei einem Verkehrsunternehmen abgeschlossen wurden. Ausschließlich die Abonnenten, die bei der Verkehrsbetriebe Nagoldtal GmbH– VBN –/Verkehrsbetriebe DeinBus GmbH einen Vertrag geschlossen haben, bitten wir, sich bei der Kreisverwaltung zu melden.

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Kreisverwaltung Rhein-Hunsrück-Kreis
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Ludwigstraße 3-5
55469 Simmern

Autor: Mittelrhein-Tageblatt Redaktion