Stadt Wertheim – Kembacher Kita wird mit Anbau erweitert: Gemeinderat votiert einstimmig für diese Variante

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Anbau statt Neubau: Die Kindertagesstätte Kembach wird am bisherigen Standort erweitert. Foto: Stadt Wertheim

Wertheim – Eine wichtige Vorentscheidung für die Verbesserung der Kinderbetreuung in Kembach und Dietenhan hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung getroffen. Das Gremium unter Vorsitz von Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez sprach sich einstimmig dafür aus, dass die Evangelische Kindertagesstätte in Kembach durch einen Anbau am bisherigen Standort, der alten Schule, erweitert werden soll. Auch die Ortschaftsräte, der Träger und der Elternbeirat hatten diese Variante gegenüber einem Neubau an der Kembachtalhalle favorisiert.

OB Herrera Torrez machte deutlich, dass erst im Zuge der Beratung und Beschlussfassung über den Haushalt 2020 die endgültige Entscheidung für das Projekt fallen könne. Denn die Kosten, die momentan mit rund 2,223 Millionen Euro beziffert werden, müssen in den Etat eingestellt werden.

Die Zahl der Kinder im Alter bis sechs Jahren ist in den vergangenen Jahren in Kembach und Dietenhan durch Geburten und Zuzüge erfreulicherweise gestiegen. Die vorhandenen Kapazitäten in der Betreuungseinrichtung reichen zur Deckung des langfristigen Bedarfs nicht aus. Denn auch die Nachfrage nach Plätzen für Kinder unter drei Jahren und nach Ganztagesplätzen für Kinder von eins bis sechs Jahren steigt, erklärte Referatsleiter Uwe Schlör-Kempf dem Gremium.

Nach der Erweiterung soll die seinen Worten soll die Kindertagesstätte Kembach künftig mit bis zu 57 statt bislang 34 Plätzen als Stützpunkteinrichtung die Betreuungsbedarfe der Familien für Kinder ab einem Jahr und für Ganztagesplätze für Kinder von einem bis sechs Jahren abdecken.

Die beiden möglichen baulichen Varianten erläuterte Christian Melzer, Abteilungsleiter „Hochbau“ im Baudezernat. Den Vorzug bei allen Beteiligten erhielt der Vorschlag, auf zwei der Alten Schule benachbarten Grundstücken einen Anbau zu errichten, in dem eine Kinderkrippengruppe, eine Kindergartengruppe und ein Mehrzweckraum untergebracht werden sollen. Für die benötigten Flächen liegt bereits ein notariell beurkundeter Optionsvertrag vor, in dem die Eigentümer der Stadt die Grundstücke zu einem Preis von 100.000 Euro zu Kauf anbieten.

Die Verwaltung bevorzuge diese Variante, denn sie biete mehrere Vorteile, so Melzer: Die innerörtlichen Strukturen in Kembach werden gestärkt, der Leerstand von Gebäuden und eine zusätzliche Flächenversiegelung werden vermieden. Der bestehende Standort biete den Kindern eine vertraute Umgebung und sei fußläufig gut erreichbar. All das und zusätzlich die um gut 600.000 Euro geringeren Baukosten sowie die deutlich kürzere Bauzeit haben bei allen Beteiligten den Ausschlag für einen An- und gegen einen Neubau gegeben. Ab der Mittelbereitstellung wird die Erweiterung in etwa 27 Monaten umzusetzen sein, bei einem Neubau wären es 36 Monate.

Sprecherinnen und Sprecher der Gemeinderatsfraktionen und die Ortsvorsteher von Kembach und Dietenhan begrüßten den Vorschlag für eine Erweiterung. Erst werde der Anbau errichtet, dann der Altbau der Kindertagesstätte saniert, informierte Christian Melzer auf Nachfrage. Eine Interimslösung werde es dadurch nicht geben. „Die Kinder bekommen alles ‚live‘ mit und können so vielleicht eine Begeisterung für ihre spätere Berufswahl entwickeln“, meinte OB Herrera Torrez.

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Autor: Mittelrhein-Tageblatt Redaktion