Hamburg – Behördliche Anordnung aus Malé/Malediven: Stopp der Arbeit unserer Stipendiatin und Menschenrechtsaktivistin Shahindha Ismail

Mittelrhein-Tageblatt - Deutsches Tageblatt - News - Hamburg -Hamburg – Seit Wochen werden die Gründerin des „Maldivian Democracy Network (MDN)“, Shahindha Ismail (41), und ihr Team von religiösen Fanatikern über Twitter und Facebook diffamiert und massiv bedroht. Der über die sozialen Medien verbreitete Vorwurf gegen die Nichtregierungsorganisation MDN: Die NGO setzt sich für die Menschenrechte und Toleranz in der Gesellschaft ein.

Jetzt hat die zuständige Behörde in Malé dem MDN alle Aktivitäten bis zum Ende der polizeilichen Ermittlungen verboten.

Der für die Malediven zuständige deutsche Botschafter Jörn Rohde ist über diese neue Entwicklung besorgt.

In einem Tweet schreibt er:

@joern_rohde 9.10.19

I am also concerned about calls for bans and the threats veiled against MDN_mv and its staff on social media. Since 2016 I have come to know MDN as an active and committed NGO promoting democracy, rule of law plus highlightening the dangers of religious extremism in the MDV

Seit 15 Jahren engagiert sich MDN gegen religiösen Fanatismus. Die Organisation unterhält u.a. ein Jugendcafé, um jungen Leuten Gesprächsangebote zu machen und arbeitet an Schulungen in Menschenrechtsfragen für Polizisten.

Den radikal-islamischen Gruppen in Malediven sind nicht nur diese Aktivitäten ein Dorn im Auge, sondern auch das von der neuen Regierung kürzlich überarbeitete „Anti-Terrorismus-Gesetz“, MDN hatte hier die meisten Änderungen unterstützt.

Shahindha Ismail und ihr Team haben alle öffentlichen Drohungen zur Anzeige gebracht. Wie schon so oft in der Vergangenheit haben die Ermittlungsbehörden in Malé diese Anzeige bisher ignoriert. Weiterverfolgt wird hingegen eine Anzeige der radikal-religiösen Gegenseite. Sie behauptet, der jüngste MDN-Report „Preliminary Assessment of Radicalization in the Maldives“ enthalte Islam-feindliche Darstellungen. In dem Bericht wird detailliert auf die zunehmende Radikalisierung religiöser Gruppen im Land hingewiesen.

Am 10. Oktober 2019 ordnete die zuständige Aufsichtsbehörde in Malé die Aussetzung aller Aktivitäten der Menschenrechtsorganisation Maldivian Democracy Network* an.

Alle geplanten Veranstaltungen des MDN, darunter auch die Vorstellung eines Kinderbuchs über die UN-Menschenrechtscharta, mußten abgesagt werden. Mehrere MDN-Mitarbeiter halten sich versteckt oder befinden sich außerhalb der Malediven in Sicherheit.

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Stadt Hamburg

Autor: Mittelrhein-Tageblatt Redaktion