Kiel – Umwelt: Kiel bewegt sich – Mobilitätswende jetzt! Neue umweltfreundliche Fähren stärken ÖPNV

Kostenlose Personenbeförderung auf der F2-Linie wird geprüft – Pläne für Fuß- und Radwegverbindung über die Schwentinemündung.

Mittelrhein-Tageblatt - Deutsches Tageblatt - News - Kiel -Kiel (SH) – Die Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel mbH (SFK) wird die erste vollelektrische Fähre in ihrer Firmengeschichte bei der Werft Holland Shipyard bestellen. Am Mittwoch, 2. Oktober, unterzeichneten SFK-Geschäftsführer Andreas Schulz und K. C. Hoogendoorn, CEO von Holland Shipyard, in Kiel den historischen Vertrag.

„Die SFK setzt so ihren Kurs fort, Schiffe mit klimafreundlichem Antrieb zu bauen und auf der Kieler Förde einzusetzen“, so Andreas Schulz.

„Damit setzen wir konkrete Beschlüsse aus dem Green-City-Plan und dem Masterplan Mobilität um“, betont Oberbürgermeister Ulf Kämpfer: „Die neue E-Fähre ist nach der beauftragten Hybrid-Fähre, die wir im Frühjahr 2020 erwarten, ein weiterer Mosaikstein für Kiel auf dem Weg zur Luftreinhaltung und mehr Klimaschutz.“

Die neue E-Fähre soll noch Ende 2020 auf der F2 Schwentinelinie eingesetzt werden. Mit einer Länge von 25 Metern und einer Breite von 6,50 Meter wird sie 140 Fahrgäste und rund 60 Fahrräder vom West- zum Ostufer befördern können. Extra breite Rampen sollen einen komfortablen Zu- und Ausstieg gewährleisten.

Für den Kauf der ersten E-Fähre auf der Kieler Förde investiert die SFK drei Millionen Euro; dazu kommen rund eine Million Euro Kosten für die Ladeinfrastruktur. Bei der Anschaffung helfen der SFK Fördermittel aus dem Bundesprogramm „Saubere Luft“ in Höhe von 763.000 Euro. Die neue Hybrid-Fähre „Gaarden“, die im November 2018 bestellt wurde, kostet 3,9 Millionen Euro und soll Anfang 2020 ausgeliefert werden.

Die F2 Schwentinelinie wird vor allem von Studierenden genutzt und verbindet das West- mit dem Ostufer. Sie ist zugleich ein wichtiges Bindeglied im Kieler Radpremiumnetz. Seit Juli 2019 läuft auf der F2 ein einjähriger Modellversuch zur kostenlosen Fahrradmitnahme.

„Wir planen, diesen kostenlosen Fahrradtransport ab Sommer 2020 auch auf die Personenbeförderung auszudehnen“, so Oberbürgermeister Ulf Kämpfer: „So sorgen wir dafür, dass die Förde noch stärker für den öffentlichen Nahverkehr genutzt werden kann.“ Bis es soweit ist, müssen allerdings noch einige rechtliche und finanzielle Fragen geklärt werden.

In die Fördeschifffahrt ist in den vergangenen Jahren viel investiert worden. Über zehn Millionen Euro wurden allein für neue Fähranleger aufgewendet. Rund vier Millionen Euro kostet das neue Hybridschiff, welches ab Mai 2020 auf der F1 Fördefährlinie eingesetzt wird. Die SFK hat zudem eine Option für weitere drei Schiffe mit einem Investitionsvolumen von zwölf Millionen Euro.

Insgesamt werden die Landeshauptstadt Kiel und die SFK über 30 Millionen Euro für die Modernisierung der Fördeschifffahrt investieren.

Eine gemeinsame Initiative vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung, der Fachhochschule Kiel und der Landeshauptstadt ist die Planung einer Fuß- und Radwegverbindung über die Schwentinemündung. Derzeit werden dafür gemeinsam mit den neuen Studierenden des Fachbereichs Bau im Rahmen von fachübergreifenden Semesterarbeiten Lösungsmodelle erarbeitet. Diese sollen im Januar 2020 vorliegen.

Die Querung über die Schwentine mit der F2 wird durch den Wegfall des Anliegers Wellingdorf/Geomar eine Zeitersparnis für die Fahrgäste bedeuten.

Pressemeldung 873/2. Oktober 2019/ko-kg
Stadt Kiel

Autor: Mittelrhein-Tageblatt Redaktion