Tierschutzbund fordert Ende des Kopfüberfangens von Hühnern auch in Deutschland

Ende des Kopfüberfangens von Hühnern (c) Eyes on Animals Jack Tummers
Kopfüberfangen von Legehennen. Die üblicherweise praktizierte Fangmethode ist tierschutz- und rechtswidrig. Bild © Eyes on Animals / Jack Tummers

Tierschutzbund fordert Ende des Kopfüberfangens von Hühnern auch in Deutschland – Der Deutsche Tierschutzbund hat Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer in einem Schreiben aufgefordert, das Kopfüberfangen von Hühnern in Deutschland zu beenden. Jährlich sind hierzulande mehr als 600 Millionen Hühner von dieser Fangmethode betroffen.

Anlass für die Forderung ist ein aktuelles Urteil des höchsten niederländischen Verwaltungsgerichts. Dieses stellt klar, dass die bislang geduldete Praxis nicht mit den europäischen Tierschutzvorgaben vereinbar ist. Die niederländische Geflügelwirtschaft muss das tierschutzwidrige Kopfüberfangen bis zum 1. Januar 2027 einstellen – sonst drohen Geldstrafen bis zu 60.000 Euro. Da die Entscheidung auf europäischem Recht beruht, sieht der Deutsche Tierschutzbund nun auch die Bundesregierung in der Pflicht, die geltenden Vorgaben konsequent umzusetzen.


Das Urteil hat eine wichtige Signalwirkung für Deutschland“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Bundesminister Alois Rainer muss jetzt dafür sorgen, dass europäische Tierschutzvorgaben auch hierzulande konsequent durchgesetzt werden.“

Beim sogenannten Kopfüberfangen werden Hühner für die Verladung und den Transport an den Beinen gegriffen, kopfüber getragen und in Transportkisten verbracht. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen seit Jahren, dass diese Fangmethode erheblichen Stress verursacht und das Risiko für Schmerzen und Verletzungen erhöht. Dabei stehen tiergerechtere Alternativen, bei denen die Tiere aufrecht getragen werden, bereits zur Verfügung und werden in verschiedenen Ländern erfolgreich eingesetzt. Das niederländische Gericht wies zudem die Argumente der Geflügelwirtschaft zurück, wonach diese Alternativen praktisch nicht umsetzbar seien. Damit stärkt das Urteil die Position von Tierschutzorganisationen, die einen Umstieg auf schonendere Fangmethoden fordern.

Der Deutsche Tierschutzbund setzt sich seit Jahren für ein Ende des Kopfüberfangens ein und bringt tiergerechtere Fangmethoden aktiv voran. Gemeinsam mit Praxispartnern informiert und schult der Verband Fangkolonnen und Geflügelhalter in tierschonenden Fangtechniken. Zudem hat der Deutsche Tierschutzbund die rechtlichen und fachlichen Probleme der bisherigen Praxis wiederholt in Gutachten, Fachbeiträgen und Gesprächen mit Politik und Wirtschaft aufgezeigt.


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Bild Copyright: Eyes on Animals / Jack Tummers
Text: Deutscher Tierschutzbund e.V.

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