Aurich/Hamburg, 27. Juni 2026 – VIER PFOTEN beteiligt sich heute an der Demonstration „Tiertransporte sofort stoppen!“ im niedersächsischen Aurich – Als Teil der rund 100 Teilnehmer:innen setzt die globale Tierschutzstiftung auf dem Demonstrationszug ein lautstarkes Zeichen gegen grausame Tiertransporte. Initiatoren sind die „Ostfriesen gegen Tierleid“. An der Auricher Tiersammelstelle VOST beginnt jährlich für Tausende Tiere der Transport in andere EU-Länder und Drittstaaten. Neben einem Demonstrationszug durch die Innenstadt gibt es auch zahlreiche Redebeiträge.
„Seit mehreren Jahren werkelt die EU an der Überarbeitung der aus Tierschutzperspektive mangelhaften EU-Transportverordnung – doch bis heute ist keine politische Einigung über wirksame Verbesserungen in Sicht. Und auch auf nationaler Ebene werden die Tiere im Stich gelassen, indem sich Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer einem nationalen Exportverbot in Drittstaaten verschließt. Während die Politik diskutiert, leiden die Tiere auf Langstreckentransporten innerhalb der EU oder auf dem Weg in Drittstaaten. Für die Tiere bedeutet das Stress, Hunger, Durst, Enge und Verletzungen.
Der Landkreis Aurich ist einer der Tatorte dieses gnadenlosen Irrsinns: Hier werden nach wie vor tierschutzkritische Transporte zugelassen. 2025 ist jedes dritte Rind, das aus Deutschland in ein Drittland transportiert wurde, in Aurich gestartet. Die Perspektive für die hilflosen Tiere ist düster, denn einmal mehr steht das Wohl der empfindungsfähigen Lebewesen im Schatten der wirtschaftlichen und politischen Interessen der Bundesregierung, die das von uns geforderte Transportverbot in Drittstaaten ignoriert“, sagt Nicole Plumeyer, Campaignerin im Bereich Tiertransporte bei VIER PFOTEN.
Hintergrund
2025 wurden allein aus dem Landkreis Aurich 51 Transporte mit 1.680 Rindern in Drittstaaten abgefertigt – darunter Moldawien, Albanien, Turkmenistan, der Irak, Usbekistan und Kosovo. Weitere 313 Transporte mit insgesamt 11.635 Zuchtrindern gingen in EU-Staaten, im Schnitt 37 Tiere pro Transport. Zielländer waren Belgien, Niederlande, Tschechien, Italien, Luxemburg, Kroatien, Griechenland, Spanien, Bulgarien, Ungarn, Portugal und Polen. Jährlich werden über 46 Millionen Rinder, Hühner, Schweine Schafe, Ziegen und Pferde sowie über 1,5 Milliarden Geflügeltiere grenzüberschreitend innerhalb der EU sowie in und aus Drittstaaten transportiert. Immer wieder ereignen sich Tragödien wie im September 2024, als 69 schwangere Jungkühe aus einer Region in Brandenburg qualvoll an der bulgarisch-türkischen Grenze verendeten.
VIER PFOTEN fordert von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer ein nationales Verbot von Drittlandexporten und setzt sich im Zuge der Reform der EU-Tiertransportverordnung für ein EU-weites Verbot von Lebendtiertransporten in Drittländer ein.
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Text: VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz