Die meisten Fälle wurden wie auch im ersten Quartal des Jahres in Bayern festgestellt: 23 Fälle (46 Prozent) mit insgesamt 148 Tieren (44 Prozent). Die Zahlen zeigen, dass der illegale Welpenhandel auch im ersten Halbjahr 2026 auf hohem Niveau fortbesteht.
„Auch im ersten Halbjahr dieses Jahres geht der Schrecken weiter: Bereits jetzt konnten 333 illegal gehandelte Hunde und Katzen in Deutschland aufgegriffen werden. Besonders tragisch ist, dass acht Welpen trotz intensiver tierärztlicher Versorgung gestorben sind: ein erschütternder Beleg für die brutalen Bedingungen im illegalen Welpenhandel. Dabei handelt es sich fast immer um Zufallsfunde durch Behörden – die hier abgebildete Zahl ist also nur die Spitze des Eisbergs“, sagt Saskia Dauter, Expertin für illegalen Welpenhandel bei VIER PFOTEN.
Weiterhin besonders beliebt: kleine Rassen
Besonders gefragt sind weiterhin kleine Hunderassen. Vor allem Dackel stechen hervor: Sie machen knapp 20 Prozent der Fälle (neun Fälle) und fast ein Drittel der beschlagnahmten Hunde (85 Tiere, 28 Prozent) aus. Auffällig ist, dass viele der Tiere in sogenannten Trendfarben wie Merle und Dilute gezüchtet wurden.
Daneben bleiben auch Rassen wie Französische Bulldoggen, Malteser, Pudel sowie Pudelmixe im Fokus des illegalen Handels. Diese aktuell gefragten Tiere werden online häufig zu ähnlichen Preisen angeboten wie bei Züchter:innen.
Illegal gehandelte Welpen sind oft schwer krank: Viele leiden unter Parasiten wie Würmern oder Giardien, die starken Durchfall verursachen, oder sind mit dem Parvovirus infiziert. Eine Parvovirose führt zu blutigem Durchfall und Erbrechen und verläuft bei Welpen oft tödlich – selbst bei intensiver Behandlung. Außerdem ist das Immunsystem der Welpen durch die häufig viel zu frühe Trennung von der Mutter meist dauerhaft geschwächt.
Meldungen weiterhin überwiegend online
Über das VIER PFOTEN Meldetool gingen im ersten Halbjahr insgesamt 83 Meldungen ein. Der Großteil davon (62 Meldungen bzw. 72 Prozent) betraf den Online-Handel. Weitere 15 Meldungen (17 Prozent) kamen aus sonstigen Quellen und 9 Meldungen (11 Prozent) standen im Zusammenhang mit Züchter:innen. Diese Zahlen verdeutlichen erneut die zentrale Rolle des Internets als Vertriebskanal für illegal gehandelte Tiere.
Forderungen an die Bundesregierung
VIER PFOTEN fordert von der Bundesregierung weiterhin, entschlossen gegen den illegalen Welpenhandel vorzugehen:
„In diesem Jahr wurde auf EU-Ebene eine Verordnung verabschiedet, die den Online-Handel regulieren und eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Hunde und Katzen einführen soll. Wir erwarten von der Bundesregierung unter anderem, dass sie bei der Umsetzung sicherstellt, dass die Daten der Halter:innen im Heimtierregister überprüft werden und nur Anzeigen veröffentlicht werden, bei denen die Registrierung verifiziert wurde“, sagt Saskia Dauter von VIER PFOTEN.
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Text; VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz,