BERICHT AUS BONN: UN-Anpassungsfonds feiert zehnjähriges Bestehen

Mittelrhein-Tageblatt - Extra - Bonner Stadtnachrichten - Aktuell -BONN (NRW) – Mit einem gemeinsamen Empfang am Donnerstag, 16. November 2017, im Alten Rathaus feiern die Stadt Bonn und der UN-Anpassungsfonds (UN Adaptation Fund) das zehnjährige Bestehen der in Bonn ansässigen Einrichtung. Sie würdigen damit zehn Jahre Pionierarbeit und die Unterstützung von konkreten Anpassungsmaßnahmen in Entwicklungsländern.

Prominente Vertreter und Unterstützer des Anpassungsfonds werden als Gäste im Alten Rathaus erwartet. Unter ihnen sind Bundesumweltministerin Barbara Hendricks, UN-Botschafterin Janine Felson aus Belize sowie Déthié Soumaré Ndiaye aus dem Senegal, dem ersten Land, das Unterstützung aus dem Adaptation Fund erhielt.

„Im Laufe der vergangenen zehn Jahre hat der UN-Anpassungsfonds maßgeblich dazu beigetragen, die Anpassung an die Erderwärmung weltweit zu verbessern – insbesondere in den Regionen der Erde, die am anfälligsten für die Folgen des Klimawandels sind. Im Bewusstsein, dass achtzig Prozent der Anpassungskosten in städtischen Gebieten investiert werden müssen, halten sich Städte und Regionen bereit, geeignete Strategien und deren Umsetzung von Anfang an zu unterstützen,“ so Ashok Sridharan, Bonner Oberbürgermeister und Erster Vizepräsident des internationalen Städtenetzwerks für Nachhaltigkeit, ICLEI.

Michael Kracht vom Bundesumweltministerium und derzeitiger Vorsitzender des Aufsichtsrats des Anpassungsfonds, der in Bonn angesiedelt ist: „Wir freuen uns, dass wir das zehnjährige Bestehen des Adaptation Fund zusammen mit der Stadt Bonn feiern dürfen und möchten uns für die gute Zusammenarbeit bedanken. Der Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Städten ist enorm wichtig, nicht nur beim Klimaschutz, auch bei der Anpassung an die Klimafolgen. Wir freuen uns auf die nächsten zehn Jahre, in denen wir die vom Klimawandel am meisten Betroffenen unterstützen können, sich an die klimatischen Veränderungen anzupassen“.

Mikko Ollikainen, Direktor des Anpassungsfonds-Sekretariats bedankt sich für die Unterstützung der Regierungen, insbesondere der Deutschlands: „Deutschland ist mit 240 Millionen Euro der bisher größte Geber des Anpassungsfonds. Dies ist ein wichtiges Signal der Solidarität mit Menschen, die auf die finanzielle Unterstützung des Anpassungsfonds angewiesen sind, um sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Der Fonds trägt damit dazu bei, das Pariser Klimaabkommen umzusetzen, in dem er Entwicklungsländer finanziell bei ihren Anpassungszielen unterstützt.“

Mit 70 lokalen Projekten wurden bislang 5,5 Millionen Menschen unterstützt

Der Anpassungsfonds wurde bereits 2001 von den Staaten der Klimarahmenkonvention beschlossen und hat 2007 mit der Einsetzung des Aufsichtsrats und Sekretariats seine Arbeit unter dem Dach des Kyoto-Protokolls aufgenommen. Der Anpassungsfonds hat bisher 70 lokale Projekte mit einem Gesamtvolumen von 462 Millionen US-Dollar auf den Weg gebracht und unterstützt damit ca. 5,5 Millionen Menschen, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen.

Der Anpassungsfonds hat wesentliche Pionierarbeit in drei Bereichen geleistet: Er wird durch eine Abgabe auf den Verkauf von Emissionszertifikaten finanziert und erhält somit zusätzliche, von der staatlichen Entwicklungsfinanzierung unabhängige Beiträge. Ferner ermöglicht der internationale Fonds nationalen Institutionen den direkten Zugang zu Finanzen, wenn sie bestimmte Kriterien einhalten, und fördert somit die institutionellen Kapazitäten in den Ländern. Der Aufsichtsrat des Anpassungsfonds ist mehrheitlich mit Vertretern aus Entwicklungsländern besetzt. Er repräsentiert somit eine neue Form der internationalen Zusammenarbeit und erfüllt eine langjährige Forderung der Entwicklungsländer, über Gelder der Anpassungsfinanzierung wesentlich mitbestimmen zu dürfen.

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Herausgeber: Der Oberbürgermeister der Bundesstadt Bonn, Presseamt, Stadthaus, Berliner Platz 2, 53111 Bonn

Autor: Mittelrhein-Tageblatt Redaktion