Presseschau – Kommentar: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zur Jerusalem-Krise

Mittelrhein-Tageblatt - Newsportal - Presseschau - Kommentar - Presseschau – Bielefeld (NRW) – Jerusalem-Krise: Morgen vor 30 Jahren, am 8. Dezember 1987, begann die Intifada, der erste Aufstand der Palästinenser gegen die israelische Armee. Sie endete 1993 mit den Abkommen von Oslo. Die zweite Intifada folgte Ende 2000 und dauerte mehr als vier Jahre. Geht es nach der islamistischen Hamas im Gazastreifen und anderen radikal-muslimischen Gruppen, sollte die Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt durch die USA der Auslöser für eine dritte Revolte sein.

Mit seiner Entscheidung hat Trump den fragilen Status quo nicht nur angetastet. Der US-Präsident hat den Palästinensern klar gemacht: Ost-Jerusalem wird nicht eure Hauptstadt, wenn ihr mal einen Staat bekommen solltet. Aus Sicht der muslimischen Welt geht es in den Belangen Jerusalems (drittheiligste Stätte nach Mekka und Medina) zuletzt darum, wo die Regierung eines möglichen Palästinenser-Staates ihren Sitz haben könnte. So ehrlich sollte man sich jetzt machen. Doch die Reaktionen der arabischen Länder zeigen: Die Anliegen der Menschen im Westjordanland und im Gazastreifen sind ihnen ziemlich egal. Ihr Schicksal wird benutzt, wenn es gegen den Judenstaat geht.

Sonst müssten nicht Europa und die USA die größten Sponsoren der Palästinensischen Autonomiebehörde (Fatah) im Westjordanland sein – und die Vereinten Nationen nicht Geldgeber in Gaza (Hamas). Keine Frage: Trumps Vorgehen birgt Risiken. Normalerweise kann seine ambivalente Taktik nicht aufgehen: Einen palästinensischen Staat kann es nur mit und nicht ohne Ost-Jerusalem geben. Alles andere ist schwer vorstellbar und gleichbedeutend mit dem Ende der Zwei-Staaten-Lösung. Insofern klingt Trumps Bekenntnis zum Status quo und zur Zwei-Staaten-Lösung nicht glaubwürdig.

Andererseits sind die Palästinenser an dieser Entwicklung nicht ganz unschuldig. Seit Jahren versuchen sie ihrerseits, den Status Jerusalems zu verändern. So haben sie bei der Unesco eine Resolution durchgesetzt, in der die historischen jüdischen Bezüge zu Jerusalem geleugnet werden. Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas ist im November bei seinem Besuch in Saudi-Arabien bewusst geworden, dass sich seine Lage verändert hat.

In Riad will sich der neue Kronprinz Salman nicht mit Details des Nahost-Konflikts befassen müssen. Salman hat das gleiche Ziel wie Israel: den iranischen Einfluss vom Libanon über Syrien und Irak bis nach Jemen einzudämmen. Die USA, Saudi-Arabien und Israel sind Verbündete gegen das Mullah-Regime in Teheran. Und dafür müssen die Palästinenser bezahlen.

Original-Content von: Westfalen-Blatt, übermittelt durch news aktuell

Das könnte Sie auch interessieren ...

Pleitewelle in Deutschland verschärft sich - Insolvenzen 2025 auf neuem Hoch

1001 Namen - Klanginstallation am Musikgully vor dem Hauptbahnhof Hannover mit Margot Käßmann, Denise M`Baye, Herbert Schmalstieg und Stephan Weil

Kerstin Przygodda / Martin Reichardt: Mädchen schützen – dem Beispiel Österreichs beim Kinderkopftuchverbot folgen

Digitaler Stress? Zeit für eine Pause!

Loreley Touristik: Coca-Cola Weihnachtstruck gastiert an der Loreley

Hitlergruß im Klassenzimmer - Exklusive BR-Recherche: Umfrage zu menschen- oder demokratiefeindlichen Vorfällen an bayerischen Schulen

Tierversuche rückläufig - PETA fordert Regierung zu mehr Maßnahmen auf

Sozialwahl 2029: Selbstverwaltung macht Online-Wahlen möglich

DÜRR-Statement: Mit Friedrich Merz bekommen die Menschen die Rekordschulden der SPD und die Rentenpolitik von Robert Habeck

Tipp: So schützen Sie sich vor gefährlichen Noroviren

Messerattacke Illerkirchberg – 14-jähriges Mädchen auf dem Schulweg getötet: Tat erschütterte die ganze Gemeinde im Alb-Donau-Kreis

Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) stellt 100.000 Euro aus Kollekten für Klagen von afghanischen Schutzsuchenden gegen die BRD zur Verfügung!

Krebserkrankung Thomas Gottschalk: seltener, besonders aggressiver Krebs diagnostiziert

DIGNITAS - Menschenwürdig leben - Menschenwürdig sterben: Ludwig A. Minelli legt sich zur Ruhe

13. Dezember 2025: Saunanacht im Vahrenwalder Bad Hannover

Adventskonzert der Stadtkapelle Saarbrücken am 7. Dezember in der Stiftskirche St. Arnual

Haftung und Urheberrecht

Die Redaktion übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der veröffentlichten Informationen. Beiträge, die von Dritten, wie z. B. Polizei, Feuerwehr, Vereinen oder Unternehmen bereitgestellt werden, liegen in der Verantwortung der jeweiligen Herausgeber. Jegliche Inhalte, einschließlich Hyperlinks auf externe Seiten, wurden sorgfältig geprüft, dennoch übernehmen wir keine Verantwortung für die Inhalte externer Seiten, auf die im Beitrag direkt oder indirekt verwiesen wird.

Alle Rechte an den Texten und Beiträgen sind vorbehalten. Das Teilen unserer Inhalte in sozialen Medien ist ausdrücklich gestattet, solange die Quelle angegeben wird. Die Vervielfältigung, Verbreitung oder sonstige kommerzielle Nutzung – auch auszugsweise – bedarf jedoch der schriftlichen Zustimmung der Redaktion.

Vier Pfoten Ratgeber
Nach oben scrollen
Cookie-Einstellungen Holger Korsten 150 Bewertungen auf ProvenExpert.com