Rheinland-Pfalz – Jeder Verkehrstote ist einer zu viel: Polizei Simmern und Boppard kündigen neben Geschwindigkeitskontrollen auch Verkehrskontrollen bei Radfahrern an

Mittelrhein-Tageblatt - Deutsches Tageblatt - Polizei-News - Rheinland-Pfalz -Rheinland-Pfalz / Boppard / Simmern im Hunsrück – Im Dienstgebiet der Polizeiinspektion Simmern sind die Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang 2019 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Insgesamt starben bisher 5 Menschen bei schweren Verkehrsunfällen. Im Jahre 2018 waren insgesamt zwei Unfalltote zu beklagen. Die Anzahl der Schwerverletzten blieb auf gleichem Niveau.

Im Bereich der Polizeiinspektion Boppard gab es hingegen keine tödlichen Verkehrsunfälle. Die Anzahl der Schwerverletzten bewegt sich im Vergleich zum Vorjahr auf ähnlichem Niveau. Dennoch gibt es auch hier Gefahrenstellen, an denen sich immer wieder schwere Unfälle ereignen.

Eine der Hauptunfallursachen ist hierbei überhöhte Geschwindigkeit. Daher haben sich die Kommunen und die Polizeiinspektionen Boppard und Simmern dazu entschlossen, mit verstärkten Geschwindigkeitskontrollen im inner- und außerörtlichen Bereich schweren Verkehrsunfällen entgegenzuwirken. Vereinzelte Bürgerbeschwerden über „Raser“ liegen beiden Inspektionen bereits vor. „Es ist unsere Absicht, das Entdeckungsrisiko für Raser zu erhöhen, so dass diese angemessen fahren“, so Andreas Wich-Glasen, Leiter der Polizeiinspektion Boppard.

Die Verkehrsdirektion Koblenz führt daher auf Anforderung mehr Messungen im Dienstgebiet beider Polizeiinspektionen durch. „Wir werden uns auch an Gefahrenstellen aufstellen, wo bisher keine Kontrollen stattfanden“ so Marko Gastes, Leiter der Polizeiinspektion Simmern. „Die Polizei setzt hierzu auch spezielle Messtechnik zur Verhütung von Geschwindigkeitsunfällen von Motorradfahrern ein. In Ergänzungsdiensten kommen ebenso verstärkt Laserpistolen zum Einsatz“. Außerdem führen beide Polizeiinspektionen abgestimmte Kontrolltage mit wechselnden Örtlichkeiten durch.

Flankiert werden diese Maßnahmen durch eigene Geschwindigkeitsmessungen der Verbandsgemeinden, die bereits schon jetzt regelmäßig stattfinden.

Besorgniserregend ist ebenso die Unfallentwicklung bei Radfahrern. Die Anzahl der Verkehrsunfälle ist nach einem Rückgang im Jahr 2018 in diesem Jahr wieder steigend. Sogenannte Pedelecs spielen trotz großer Beliebtheit bei der Unfallentwicklung allerdings noch eine untergeordnete Rolle.

Die tatsächliche Zahl der Fahrradunfälle dürfte sogar noch höher sein, da nur wenige, in der Regel nur die mit schweren Verletzungen, der Polizei überhaupt gemeldet werden

Bei Fahrradunfällen sind Radfahrer überwiegend selbst die Verursacher. Die meisten Unfälle ereigneten sich innerhalb geschlossener Ortschaften. Unfallursächlich sind überwiegend Verstöße gegen die Vorfahrt oder das Rechtsfahrgebot. Manchmal fahren Fahrradfahrer an gefährlichen Stellen zu schnell. Weitere Ursachen sind körperliche oder geistige Mängel sowie der Einfluss von Alkohol. „Außerdem stellen wir vermehrt fest, dass Fahrräder nicht vorschriftsmäßig ausgestattet sind. An Mountainbikes oder Rennrädern fehlen oftmals Beleuchtungseinrichtungen oder Reflektoren“, so Joachim Linke, Sachbearbeiter Verkehr der Polizeiinspektion Simmern. „Weiterhin raten wir dazu, Fahrradhelme zu tragen, um so schwere Kopfverletzungen zu verhindern“.

Um das Radfahren sicherer zu gestalten, führen beide Polizeiinspektionen in nächster Zeit verstärkt Fahrradkontrollen durch. Hierbei wird ein besonderes Augenmerk auf Verstöße gegen Verhaltensvorschriften, die Verkehrstüchtigkeit und die Vorschriftsmäßigkeit von Fahrrädern gelegt, um die Anzahl schwerer Verkehrsunfälle zu minimieren.

Verhaltenshinweise für Radfahrer:

– Prüfen Sie ihr Fahrrad vor Fahrtantritt auf Verkehrssicherheit und Vorschriftsmäßigkeit
– Fahren Sie vorausschauend
– Achten Sie auf andere Verkehrsteilnehmer
– Rechnen Sie immer mit den Fehlern anderer
– Fahren Sie an unübersichtlichen Stellen langsam
– Beide Hände gehören an den Lenker
– Passen Sie Ihre Geschwindigkeit an den Untergrund an
– Schalten Sie bei schlechten Sichtverhältnissen das Licht ein
– Sorgen Sie bei schlechten Lichtverhältnissen für Ihre Erkennbarkeit durch reflektierende oder helle Kleidung
– Tragen Sie immer einen Radhelm
– Nutzen Sie Radwege
– Geben Sie Klingelzeichen, wenn Sie sich Fußgängern oder Radfahrern von hinten nähern
– Rote Ampeln gelten auch für Radfahrer
– Geben Sie Handzeichen, wenn Sie abbiegen wollen
– Trinken Sie keinen Alkohol, wenn Sie Fahrrad fahren Vorschriftsmäßigkeit von Fahrrädern:

– Helltönende Klingel
– Zwei voneinander unabhängige Bremsen
– Weißer Frontscheinwerfer
– Nach vorn weißer Rückstrahler
– Rotes Rücklicht
– Nach hinten roter Rückstrahler
– Reflektorstreifen, retroreflektierende Speichen, Speichenhülsen oder Speichenreflektoren je Rad
– Fahrradpedale nach vorn und hinten mit gelben Rückstrahlern

OTS: Polizeidirektion Koblenz

Autor: Mittelrhein-Tageblatt Redaktion