Magdeburger Weihnachtsmarkt findet nun doch statt – Sicherheitsstreit beigelegt – Noch am Montag sah es nach einer Absage aus, jetzt ist klar: Der Magdeburger Weihnachtsmarkt 2025 findet statt. Nach massiver Kritik, einem Krisentreffen und intensiven Gesprächen zwischen Stadt, Landesverwaltungsamt und Polizei wurde eine Einigung erzielt. Die zuvor beanstandeten Mängel im Sicherheitskonzept sollen kurzfristig behoben werden. Damit kann der Markt wie geplant am 20. November eröffnen.
Warum der Markt zunächst auf der Kippe stand
Die Diskussion entzündete sich an einer Stellungnahme des Landesverwaltungsamtes, das das Sicherheitskonzept als unzureichend bewertete. Insbesondere bemängelt wurden:
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fehlender zertifizierter Zufahrtsschutz bis 7,5 Tonnen
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unklare Zuständigkeiten bei Gefahrenlagen
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zu geringe Anzahl von Sicherheitskräften
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eine aus Sicht der Behörde nicht ausreichende Schutzzieldefinition
Oberbürgermeisterin Simone Borris reagierte damals deutlich und erklärte, eine Genehmigung könne „vorerst nicht erteilt werden“.
Das Krisentreffen brachte die Wende
Am Mittwoch trafen sich Stadt, Landesverwaltungsamt und Polizei erneut. Das Ergebnis: Es gibt eine Einigung über die nötigen Nachbesserungen. Die Stadt übernimmt zusätzliche Maßnahmen — und die Polizei begleitet den Prozess eng.
Eine Begehung am 17. November soll endgültig prüfen, ob alle Vorgaben umgesetzt wurden. Erst dann erteilt die Stadt die formale Genehmigung. Dennoch zeigte sich die Oberbürgermeisterin überzeugt, dass einer Eröffnung am 20. November nichts mehr im Weg steht.
Was sich nun ändert: Mehr Schutz, aber ohne Zäune
Vereinbart wurden unter anderem:
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verstärkter Zufahrtsschutz
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deutlich mehr Sicherheitspersonal
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zusätzliche interne Sicherheitsmaßnahmen auf dem Gelände
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präzisere Abstimmung mit Polizei und Behörden
Einlasskontrollen und ein Zaun rund um den Markt werden dagegen ausgeschlossen — aus Sicherheitsgründen. Laut Stadt könnten lange Schlangen wiederum selbst zu einem Risiko werden.
Streit über Zuständigkeiten: Wer ist verantwortlich?
Der Kern des Konflikts lag nicht nur in den Maßnahmen selbst, sondern in der Frage: Wer trägt welche Verantwortung?
Die Stadt betont weiterhin:
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Terrorabwehr ist staatliche Aufgabe.
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Der Veranstalter könne dafür nicht haftbar gemacht werden.
Diese Position wurde auch von Stadträten unterstützt, die sich hinter die Oberbürgermeisterin stellten. Viele sahen im Vorgehen des Landesverwaltungsamts einen möglichen Präzedenzfall, der in Zukunft Weihnachtsmärkte im ganzen Bundesland gefährden könnte.
Warum eine Absage fatale Signale gesendet hätte
Borris warnte eindringlich, dass ein Ausfall des Marktes eine „Kapitulation vor dem Anschlag vom Dezember 2024“ gewesen wäre — und ein verheerendes Zeichen weit über Magdeburg hinaus.
Zudem wären wirtschaftliche Schäden massiv gewesen: Buden, Fahrgeschäfte und Stände waren bereits weitgehend aufgebaut.
Ausblick: Frühere Planung für 2026
Um ein erneutes Chaos zu vermeiden, kündigt die Stadt an, künftig deutlich früher mit Polizei und Landesverwaltungsamt über Sicherheitsfragen in den Austausch zu gehen. Die Erfahrungen aus diesem Jahr sollen in eine grundlegend überarbeitete Sicherheitsstrategie einfließen.
Fazit: Der Magdeburger Weihnachtsmarkt findet statt – und das mit deutlich mehr Sicherheitsmaßnahmen
Trotz heftiger Diskussionen und zunächst negativer Einschätzung wurde eine Lösung gefunden. Der Magdeburger Weihnachtsmarkt 2025 kann stattfinden, wenn die Auflagen bis zum 17. November erfolgreich umgesetzt werden. Die Stadt setzt damit ein bewusstes Zeichen: Sicherheit hat Priorität – aber das kulturelle und wirtschaftliche Leben darf nicht zum Stillstand kommen. (hk)
Quellen: MDR, Tagesschau