Messerattacke Dresden 2020: Islamistischer Messerangriff auf homosexuelles Paar – Lebenslang bestätigt, besondere Schwere der Schuld – Am 4. Oktober 2020 wurden in der Dresdner Altstadt zwei Touristen aus Nordrhein-Westfalen hinterrücks mit Messern angegriffen. Der 55-jährige Thomas L. starb, sein 53-jähriger Partner Oliver L. überlebte schwer verletzt. Der Täter, der damals 20-jährige Syrer Abdullah A., handelte islamistisch motiviert und wählte die Opfer auch, weil er sie als homosexuell identifizierte.
Tat und Motiv
Die Tat ereignete sich gegen 21:26 Uhr an der Rosmaringasse/Ecke Schlossstraße nahe des Kulturpalastes. Der Täter stach beide Männer mit zwei zuvor gekauften Messern von hinten in den Rücken. Nach Überzeugung des Gerichts hatte er die Messer zwei Tage vor der Tat beschafft, um „Ungläubige“ zu töten. Kurz zuvor war er nach gut dreijähriger Haft entlassen worden. (Quelle: Medienservice Sachsen)
Ermittlungen und Anklage
Wegen des extremistischen Hintergrunds übernahm der Generalbundesanwalt das Verfahren. Am 4. März 2021 erhob er Anklage wegen Mordes, versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung; Tatzeitpunkt, -ort und islamistisches Motiv wurden darin detailliert benannt. Bereits am 11. November 2020 war ein Haftbefehl gegen Abdullah A. ergangen. (Quelle: Generalbundesanwalt)
Urteil 2021 am OLG Dresden
Der Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Dresden verurteilte Abdullah A. am 21. Mai 2021 zu lebenslanger Freiheitsstrafe. Das Gericht stellte die besondere Schwere der Schuld fest, wendete Erwachsenenstrafrecht an (trotz Heranwachsendenalters) und behielt die Anordnung der Sicherungsverwahrung vor. Als Mordmerkmale sah der Senat Heimtücke und niedrige Beweggründe. (Quelle: Medienservice Sachsen)
Rechtskraft seit 2022
Der Bundesgerichtshof verwarf am 12. Januar 2022 die Revision (Beschluss 3 StR 428/21); die Entscheidung wurde am 15. Februar 2022 per Pressemitteilung bekannt gegeben. Damit ist das Urteil rechtskräftig. Quelle: Bundesgerichtshof)
Einordnung und Folgen
Der Fall steht für die tödliche Verbindung aus islamistischer Ideologie und Queerfeindlichkeit. Er hat Debatten über Gefährder-Überwachung nach Haftentlassungen, Deradikalisierung und Opferschutz neu befeuert. Zugleich unterstreicht er die Notwendigkeit, Hassmotive klar zu benennen und konsequent zu verfolgen.
Begriffserklärung: besondere Schwere der Schuld
Die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld führt in der Praxis dazu, dass eine vorzeitige Entlassung aus der lebenslangen Freiheitsstrafe erheblich erschwert wird. Im Dresdner Verfahren wurde sie ausdrücklich festgestellt; die Sicherungsverwahrung wurde vorbehalten.
Fazit zur Messerattacke Dresden 2020
Fünf Jahre nach der Tat ist der Fall juristisch abgeschlossen: lebenslang, besondere Schwere der Schuld – vom BGH bestätigt. Das Verbrechen bleibt Mahnung, islamistische Hasskriminalität und Queerfeindlichkeit entschlossen zu bekämpfen – präventiv, strafrechtlich und gesellschaftlich. (hk)