Trier – Arbeit und Beruf: Mit Familienfreundlichkeit Fachkräfte gewinnen

Nachrichten-aus-der-Moselstadt-TrierTrier – (pe) Eine möglichst unkomplizierte Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist im Wettbewerb um die immer knapper werdenden Fachkräfte ein entscheidender Wettbewerbsvorteil für Arbeitgeber. Gefragt sind nach den Ergebnissen der städtischen Fachtagung „Attraktive Unternehmen“ nicht nur flexible Arbeitszeitmodelle, sondern auch viele individuelle Umstellungen im Arbeitsalltag.

Auch scheinbare Kleinigkeiten können schon einiges bringen. In einem Trierer Unternehmen, in dem relativ viele Frauen arbeiten, wurde eine Paketstation eingerichtet, wohin Mitarbeiter eine Bestellung vom Online-Händler schicken lassen können und sich damit den manchmal stressigen Weg zur Post sparen, wenn das Kind schon ungeduldig in der Kita auf das Abholen wartet. Wichtig ist nach der Erfahrung der Familienunternehmerinnen Andrea Weber (Deutscher Hof) und Karin Kaltenkirchen (Modehaus Marx) aber auch, dass alle Mitarbeiter die Umstellungen für mehr Familienfreundlichkeit akzeptieren und sich nicht beschweren, wenn eine Kollegin oder ein Kollege einmal wegen eines kranken Kinds kurzfristig früher nach Hause muss.

Die Podiumsdiskussion, bei der außerdem OB Wolfram Leibe die Stadt Trier als großen Trierer Arbeitgeber mit rund 2200 Beschäftigten vorstellte, war nur ein Schwerpunkt des Programms, das die städtische Wirtschaftsförderung und das Mainzer Beratungsunternehmen Arbeit & Leben gGmbH mit Unterstützung der der IHK, der Hwk, der Agentur für Arbeit und des Lokalen Bündnisses für Familien vorbereitet hatten. Außerdem ging es darum, welche konkreten Schritte erforderlich sind, um ein familienfreundlicher Arbeitgeber zu werden und wie man diese Fortschritte durch geschicktes Marketing positiv für sein Image darstellen kann.

Die Diskussion machte auch deutlich. dass sich in Trier in den letzten Jahren schon eine ganze Menge bewegt hat, sich aber gleichzeitig der Wettbewerb um begehrte Fachkräfte, egal ob im Einzelhandel, in der Pflege oder in Kindertagesstätten oder bei IT-Firmen, weiter verschärft hat. OB Leibe erinnerte sich in der Diskussion an die Anfänge: „Als ich vor rund elf Jahren als Chef der Arbeitsagentur nach Trier kam, sprach mich schon Frau Kaltenkirchen auf das Thema an. Seitdem wurde viel erreicht, zum Beispiel durch flexiblere Öffnungszeiten in den Kitas.“

Der OB erläuterte die weiteren Bausteine für mehr Familienfreundlichkeit im Rathaus und nannte unter anderem das Betreuungsprogramm Rathaus Kids, das mittlerweile nicht nur einen größeren Teil der Ferien, sondern auch die Brückentage abdeckt. Außerdem gibt es seit einiger Zeit eine Vereinbarung mit den Vereinigten Hospitien, bei einer kurzfristig eintretenden Pflegebedürftigkeit eines nahen Angehörigen eine Betreuung für einen Überbrückungszeitraum zu ermöglichen. Herausforderungen ganz andere Art gibt es in dem Hotel von Andrea Weber. Dort muss rund um die Uhr und an sieben Tagen in der Woche der Service für die Gäste sichergestellt sein. Dadurch entsteht ein kompliziertes Puzzle aus vielen Teilzeitstellen.

Christiane Luxem, Chefin der städtischen Wirtschaftsförderung, zog nicht nur wegen der Zahl von 57 Teilnehmern aus diversen Trierer Unternehmen, Verbänden und Einrichtungen eine positive Bilanz der Tagung. Sie verwies auch auf die engagierte Debatte, die in den Pausen im persönlichen Gespräch fortgesetzt wurde. Zudem wurde eine Fortsetzung des Prozesses mit Arbeitsgruppen zu drei Schwerpunkten vereinbart: Marketing/Fachkräftegewinnung, Arbeitszeit/Kinderbetreuung sowie Beteiligung der Mitarbeiter/Führungskräfteunterstützung.

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Presseamt Trier

Autor: Mittelrhein-Tageblatt Redaktion