🎂 Heute wäre Louis de Funès 111 Jahre alt geworden – ein Genie mit Herz für Tiere und die Stille – 31. Juli 2025 – Heute vor genau 111 Jahren wurde einer der größten Schauspieler Frankreichs geboren: Louis Germain David de Funès de Galarza, wie er mit vollem Namen hieß. Generationen lieben ihn als hektischen Gendarmen, aufbrausenden Fabrikanten oder verzweifelten Vater. Doch abseits der Leinwand war Louis de Funès ein ganz anderer Mensch – still, naturverbunden und voller Zuneigung für Tiere.
Der private Louis – zurückhaltend und tiefgründig
Wer Louis de Funès nur aus Filmen wie “Louis, der Geizkragen”, “Die Abenteuer des Rabbi Jacob” oder der Gendarmen-Reihe von Saint-Tropez kennt, vermutet kaum:
Privat war er das genaue Gegenteil seiner Filmfiguren.
Geboren am 31. Juli 1914 in Courbevoie bei Paris als Sohn spanischer Eltern, begann de Funès seine Karriere spät – erst mit 49 Jahren wurde er mit “Pouic-Pouic” berühmt. Bis dahin hatte er über 80 Nebenrollen gespielt und seinen Lebensunterhalt unter anderem als Jazzpianist in Pariser Bars verdient.
Mit dem Durchbruch kamen Ruhm, aber auch körperliche Belastung: 1974 erlitt er zwei schwere Herzinfarkte. Fortan lebte er zurückgezogen auf seinem Château de Clermont, einem malerischen Anwesen mit Park und Rosengarten, nahe Nantes.
Natur, Rosen und tierische Begleiter
De Funès war ein Mann, der Ruhe in der Natur suchte. Er legte einen großen Garten an, züchtete Rosen – eine Rosensorte trägt heute sogar seinen Namen – und verbrachte viel Zeit mit seinen Tieren, darunter Hunde, Katzen und Vögel. Die Stille, die Tiere und der Garten gaben ihm das zurück, was das Filmgeschäft ihm nahm: Ausgeglichenheit, Besinnung und echte Freude.
Zwar war er kein öffentlich auftretender Tierschützer, doch seine tiefe Verbundenheit zu allem Lebendigen spiegelte sich in seinem Leben wider. Freunde berichteten, dass er „mit Pflanzen sprach und Tiere behandelte wie Familienmitglieder“. Alles an ihm war geprägt von Demut, Dankbarkeit und Achtsamkeit – weit entfernt vom Blitzlichtgewitter seiner Filme.
Familienmensch mit klaren Werten
Mit seiner Frau Jeanne Barthélémy de Maupassant, die er 1943 heiratete, war Louis de Funès bis zu seinem Tod am 27. Januar 1983 glücklich verheiratet. Er hatte zwei Söhne, Patrick und Olivier, und lebte in enger familiärer Verbundenheit – etwas, das ihm stets wichtiger war als Ruhm oder Reichtum.
Auch sein tief verwurzelter katholischer Glaube prägte sein Denken und Handeln. Seine Zurückhaltung im Rampenlicht war kein Kalkül, sondern Ausdruck seiner Überzeugung: Wirklich bedeutend ist, was im Herzen eines Menschen liegt.
Was nützen Stil, Ruf und Geld ohne ein gutes Herz?
Ein Satz, der Louis de Funès vielfach zugeschrieben wird, lautet:
„Es spielt keine Rolle, ob Sie Stil, Ruf oder Geld haben – wenn Sie kein gutes Herz haben, sind Sie nichts wert.“
Zwar gibt es keine belegbare Quelle für diese Worte, doch sie passen zu seinem bescheidenen und mitfühlenden Wesen.
Stilistisch eleganter lässt sich die Aussage sinngemäß so formulieren:
„Was nützen Stil, Ansehen oder Reichtum, wenn es einem an Herz fehlt?“
Auch wenn nicht gesichert ist, ob Louis de Funès diesen Satz je selbst gesagt hat – sein Leben sprach genau diese Sprache: bescheiden, herzlich, naturverbunden, tierlieb.
„Nein! – Doch! – Ohh!“ – Der Satz, der zur Legende wurde
Neben seinen unzähligen Grimassen, Ausrastern und komödiantischen Glanzmomenten bleibt vor allem ein kurzer Wortwechsel unvergessen:
„Nein! – Doch! – Ohh!“
Diese legendäre Szene stammt aus dem Film „Hasch mich – ich bin der Mörder“ (Originaltitel: Jo, 1971), in dem de Funès als Antoine Brisebard einem Kriminalbeamten gegenübersteht. Der schnelle Dialogwechsel – brillant gespielt mit Bernard Blier – wurde in der deutschen Synchronisation zu einem wahren Kultsatz. Noch heute taucht er in Memes, T-Shirts, Parodien und Internetkommentaren auf.
Drei Worte, eine Szene – und ein ewiger Beweis für das unglaubliche Timing von Louis de Funès.
Ein Erbe für Herz und Humor
Auch 42 Jahre nach seinem Tod ist Louis de Funès aus dem europäischen Kulturgut nicht wegzudenken. Seine Filme werden weiterhin ausgestrahlt, zitiert, geliebt – von Jung und Alt.
In Frankreich erinnern Museen in Saint-Raphaël und im Château de Clermont an ihn. Und seine Rolle als „König der Grimassen“ bleibt unvergessen – auch wenn sein eigentliches Vermächtnis vielleicht in seiner Menschlichkeit liegt.
Nachsatz zum Geburtstag von Louis de Funès am 31. Juli 2025
Heute, an seinem 111. Geburtstag, erinnern wir uns nicht nur an den Schauspieler, der uns zum Lachen brachte – sondern auch an den Menschen Louis de Funès, der mit seiner Stille, Tierliebe und Bescheidenheit ein leuchtendes Beispiel dafür war, dass wahre Größe leise sein kann. (hk)