TASSO e.V.: Giftköder – Gefahren vorbeugen, im Ernstfall richtig reagieren – Eschborn, 26. August 2025 – Das mit Gift versetzte Stückchen Fleisch liegt im hohen Gras, direkt am Wegrand, die mit Rasierklingen gespickten Leckerlies sind unter dem Gebüsch zwischen ein paar Steinen versteckt. Uns Menschen fallen diese von Tierhassern gezielt heimtückisch platzierten Köder oftmals gar nicht auf. Unseren Vierbeinern dafür umso mehr – den gut riechenden vermeintlichen Leckerbissen können sie meist nicht widerstehen. Mit lebensbedrohlichen Folgen. Die Tierschutzorganisation TASSO e.V., die Europas größtes kostenloses Heimtierregister betreibt, klärt Tierhalter:innen darüber auf, was im Ernstfall zu tun ist und welche Maßnahmen helfen können, die Gefahr einer Giftköderaufnahme zu verringern.
„Giftköder gespickt mit Insektenschutz- oder Betäubungsmitteln verursachen binnen kürzester Zeit erste Vergiftungsanzeichen. Bei Giftködern mit Rattengift hingegen treten die Beschwerden meist erst nach zwei bis drei Tagen auf. Mögliche Symptome für eine Vergiftung sind Erbrechen, übermäßiges Hecheln, vermehrt weißer Speichel, blasse Schleimhäute, Torkeln, Durchfall, eine allgemeine Teilnahmslosigkeit oder auch Bewusstseinsverlust. Typisch für Rattengift sind Blutungen in die Haut, der Schleimhäute oder auch aus Körperöffnungen“, sagt die für TASSO tätige Tierärztin Dr. Anette Fach. Gerade auch bei Freigängerkatzen sind Giftaufnahmen schwer zu überwachen, deswegen sollten Katzenhalter:innen besonders aufmerksam bei plötzlichen Verhaltensänderungen ihres Tieres sein. Wichtig ist, dass Tierhalterinnen und Tierhalter schon beim kleinsten Verdacht, ihr Vierbeiner könnte einen Giftköder gefressen haben, sofort handeln. Oft kann nur die unmittelbare Behandlung in einer Tierarztpraxis das Leben des Hundes oder der Katze retten.
Im Notfall zählt jede Minute
Damit die tierärztliche Behandlung so schnell wie möglich erfolgen kann, ist es ratsam, die Tierklinik oder Praxis bereits auf dem Weg dorthin zu kontaktieren und den Notfall anzukündigen. Auch die Mitnahme einer Probe – Teile des Giftköders, Erbrochenes oder Kot – können nützlich sein, um das Gift zu identifizieren. Unter keinen Umständen sollten Tierhalter:innen eigenständig Rettungsversuche starten oder zur Selbstmedikation greifen. „Das kostet nur wertvolle Zeit und kann sogar lebensgefährlich für das Tier sein. Ein Hund sollte keinesfalls zum Erbrechen gezwungen werden. Wurden ihm ätzende Stoffe oder scharfkantige Gegenstände verabreicht, könnte sich dadurch sein Zustand verschlimmern“, warnt Fach.
Giftköder: Prävention ist der beste Schutz
Grundsätzlich ist es wichtig, dass Hundehalter:innen ihren Vierbeiner beim Spaziergang stets im Blick behalten und sich aktiv mit ihm beschäftigen. Auch wenn es keine hundertprozentige Sicherheit gibt, kann das Risiko einer Giftköderaufnahme durch gezielte Maßnahmen verringert werden:
Detaillierte Tipps zu Schutzmaßnahmen, Trainingsmethoden und Informationen rund um Giftköder finden Interessierte auf der TASSO-Webseite.
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Text: TASSO e.V.