Der aufgeweichte Sicherheitsabstand: im Netz verstrickt – Wisst ihr, wem ihr eine Bühne schenkt?

Der aufgeweichte Sicherheitsabstand

Ein neuer Gastbeitrag von Manuela Engel-Dahan: Der aufgeweichte Sicherheitsabstand – im Netz verstrickt

In einer zunehmend digitalen Welt verschwimmen oft die Grenzen zwischen Nähe, Öffentlichkeit und Verantwortung. In ihrem neuen Gastbeitrag richtet Manuela Engel-Dahan den Blick auf einen sensiblen, hochaktuellen Aspekt unserer Zeit: den fehlenden „Sicherheitsabstand“ im Netz.

Mit klaren, nachdenklichen Worten reflektiert sie über Würde, Respekt und digitale Zurückhaltung – und stellt die zentrale Frage, wem wir eigentlich eine Bühne schenken, wenn wir Inhalte teilen. Ein tiefgründiger Impuls über Verantwortung, Mitgefühl und den achtsamen Umgang mit Schmerz in der digitalen Öffentlichkeit.

Der aufgeweichte Sicherheitsabstand: im Netz verstricktWisst ihr, wem ihr eine Bühne schenkt?

Jeder sollte zu Wort kommen.

Jeder darf seine Meinung äußern.

 

Doch auf Social Media fehlt etwas ganz Wichtiges.

Natürliche Zurückhaltung.

Diese Höflichkeit, die früher ungefragt mitlief.

Das Erkennen der eigenen Grenzen.

Und die Wahrnehmung, dass wir uns gerade im Raum des Nächsten aufhalten.

 

DJ GerreG Musikproduktion und eigene Songs Klick Me Fragezeichen

 

Im analogen Miteinander spüren wir das schneller.

Paradox, denn es ist ein unsichtbarer Schutzraum.

Aura, körperlicher Ausdruck, ein Blick, eine Geste.

Wir halten Abstand.

Wir rennen niemand um.

Wir lassen Raum.

Sicherheitsabstand ist selbstverständlich, ohne dass wir ihn erklären müssen.

 

Online fehlen die Körper. Und damit auch die feinen Bremssignale.

Kein Abstand.

Keine Türschwelle.

Keine verlässliche Zurückhaltung.

Kein Körpergefühl, das sagt: Stopp, das ist zu nah.

 

Und so rutschen wir hinein.

In Themen, in Bilder, in Geschichten, in Schmerz.

Manchmal in gutem Glauben.

Manchmal aus Reflex.

Manchmal, weil es so sehr beschäftigt und wir es loswerden wollen.

 

Wellness- und Entspannungsmusik

 

Und dann frage ich mich: Was ist das eigentlich.

 

Dürfen wir, auch wenn es schmerzt, auch wenn es furchtbar ist, auch wenn es entsetzlich ist,

die Gräuel, die ein Mensch erfahren hat, im Namen der Gerechtigkeit teilen.

Wird es dadurch gerechter.

Wird es dadurch leichter.

Wird es dadurch in Zukunft verhindert.

 

Oder ist es ein Übergriff.

Eine erneute Entblößung.

Eine zweite Demütigung.

Bringt es Genugtuung, und wenn ja, wem.

Nutzt es, hilft es den Opfern.

 

Ich weiß es aus eigener Erfahrung:

Es braucht Zeit und Kraft, sich selbst einzugestehen,

dass Übergriffe passiert sind.

Sich zu öffnen. Es auszusprechen.

Da ist die Schmach, die oft zurückhält.

Und da ist die eigene Verurteilung dafür, dass man es zuließ.

Und auch die Erkenntnis, dass es weder Genugtuung noch Gerechtigkeit gibt.

 

Entspannungsmusik Vol. 1 Musik zum Entspannen

 

Das Einzige, was dann hilft, ist der Blick nach vorne,

und die Stärkung des Vertrauens in die eigene Urteilskraft,

wie eine im Schmerz neugeborene Erkenntnis.

Das braucht Raum und Zeit.

 

Wenn jemand selbst teilt, dann hat er sich dazu entschieden.

Wenn andere für ihn teilen, kann es ein Übergriff sein, der sich ins Gegenteil kehrt.

 

Sicherheitsabstand schützt alle Beteiligten.

Er trägt Würde.

Er hält Respekt.

Er erlaubt Selbstschutz.

 

Darum ist es so wichtig, bewusster zu werden, welche Zeichen wir digital setzen.

 

Nicht jedes geteilte Bild dient dem Guten.

Nicht jeder Satz hilft.

Nicht jeder Kommentar tröstet.

Nicht jedes Geschehnis sollte Leinwand bekommen.

 

Was wir teilen, bekommt Aufmerksamkeit.

Und oft landet es nicht dort, wo wir es selbst platzieren wollten.

 

Individuelle Midifile Erstellung Playback-Erstellung

 

Was wir teilen, wird nicht geringer.

Es wächst. Es breitet sich womöglich aus.

 

Was soll sich vermehren?

 

Was willst du vermehren?

 

Die Antwort und die Verantwortung trägt jeder in sich selbst.

 

📌 Zur Autorin: Manuela Engel-Dahan

Manuela Engel-Dahan ist zertifizierter Stress- und Burnout-Coach, Entspannungstrainerin, Künstlerin und Autorin. Nach über 40 Jahren Erfahrung als Unternehmerin begleitet sie heute Menschen auf ihrem Weg zu innerem Frieden und Lebensfreude.
In ihren Kolumnen verbindet sie die Liebe zur Natur mit tiefgründigen Impulsen für persönliches Wachstum. Sie ist Autorin der „Freigeistigen Waldgedanken“ – von einem Kunsthistoriker bereits mit Friedrich Nietzsche verglichen – und Initiatorin des 1. Hessischen MUTmachSALONs „Schafft die Angst ab“ in Bad Orb.

➡ Mehr über ihre Arbeit unter:
👉 www.FormYourWorld.de
👉 www.hundertrotwein.de
👉 Instagram: @manuela.engel.dahan

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Bild & Text Der aufgeweichte Sicherheitsabstand © Manuela Engel-Dahan

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